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Secret Saucer

The Reset

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Spacerock
Label: Salad Farm Studio
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hayes Guitars, Synthesizers, Keyboards
Billy Spear Bass, Guitar
Dave Hess Synthesizers, Keyboards, Electronics, Gliss Guitar
James Dunn Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Mercury 2:39
2. Roaming Shores 6:33
3. Silver Tethers 7:24
4. We're waiting 3:25
5. Surfing on Saturn 6:13
6. Treading on Crystal Light 6:48
7. The Reset 4:06
8. Orbital Perturbation 6:37
9. Burning Colors 6:02
10. Beaten Path 5:12
11. Dripping Metal 1:51
Gesamtlaufzeit56:50


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Secret Saucer aus Ohio sind nach relativ kurzer Zeit wieder ins All aufgebrochen, um ihr bisher sechstes Studioalbum einzuspielen ("all music conceived & arranged in space", ist da unter dem CD-Klemmteil zu lesen). Mit auf die Reise kam allerdings eine deutlich verkleinerte Mannschaft und ein neuer Schlagzeuger. "The Reset" wurde schließlich Ende 2016 auf dem bandeigenen Salad Farm Label veröffentlicht. Anfang 2017 wurde das Album auch auf LP aufgelegt.

Ihrem Stil sind Secret Saucer natürlich auch auf "The Reset" treu geblieben. Ein instrumentaler Spacerock kommt hier aus den Boxen, der vielleicht etwas tastenlastiger bzw. elektronischer als auf dem Vorgänger daher kommt, vermutlich deshalb, weil Gitarrist Dan Schnell nicht mehr an Bord ist. Recht viel E-Gitarre ist hier aber trotzdem zu hören, betätigt sich doch Steve Hayes recht ausgiebig auch an einer solchen. Zeichnete sich "Phase Five" noch durch verschiedene Gastbeiträge aus (insbesondere durch diverse Geigeneinlagen), ist auf "The Reset" nur ein klassisches Rockquartett zu hören, und dementsprechend klassisch ist der von diesem erzeugte Spacerock auch ausgefallen.

Tasten- bzw. Synthesizerklänge bestimmen das Klangbild, sphärisch wabernd und kosmisch blubbernd, fiepend solierend und kernig hupend. Abschnittweise (meist zu beginn der Nummern) sind nur Keyboards zu hören, die damit für kurze Zwischenspiele sorgen, um zur nächsten Nummer überzuleiten. Die Musik wechselt zwischen symphonisch klangvollem Gleiten, freiformatig-klangmalenden Momenten (in den schon erwähnten Zwischenspielen), deftigerem Rocken und elektronischem Proggen, arbeitet sich dabei sehr locker, luftig, farbig, verspielt und druckvoll voran, ohne seicht oder langweilig zu werden. Bisweilen kommt sogar entspannt-impressionistische Weserbergland-Atmosphäre auf (man höre z.B. "Silver Tethers"). Ansonsten wird durchaus kantig musiziert und engagiert gejammt, insbesondere in der zweiten Hälfte des Albums, die - wie beim Vorgänger - die bessere ist.

Kurzum: Nicht Neues aus dem Hause Secret Saucer. Aber, die Band hält durchaus das Niveau und hat mit "The Reset" ein sehr unterhaltsames und ausgesprochen sympathisches Scheibchen mit perfekt vorgetragenem Spacerock der eher sphärisch-kosmisch-elektronischen Sorte am Start, auf der der Rock aber auch nicht zu kurz kommt. Nett!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2017
Letzte Änderung: 27.5.2017
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Pauschal würde man folgendes denken: Spacerock geht immer und ist leicht gemacht. Einfach ein paar griffige Riffs nehmen, dazu geradlinige Rhythmen verwenden und minutenlang den Keyboards und eventuellen weiteren Instrumenten die abartigsten Töne entlocken. Zwischendrin darf man dann noch mal nach links und rechts schauen und sowohl krautig-floydige Klangspielereien auf der Gitarre unternehmen als auch ein paar reine Elektronik-Momente erzeugen. Wie geschrieben: Eigentlich ist das ein einfaches Konzept, und auch Secret Saucer scheinen nicht daran gescheitert zu sein, denn sonst hätte das (heutige) Quartett aus Ohio wohl kaum sechs Studioalben und eine Remix-Platte damit vollbekommen. Und immerhin: "The Reset", das aktuellste, mittlerweile aber auch schon über ein Jahr alte Album der Band, liegt auf sehenswertem Vinyl vor, welches das farbenfrohe, zugleich dezente Cover hübsch zur Schau stellt.

Allerdings ist sowas ja, wenn man mal skeptisch sein will, das übliche Blendwerk - konzentrieren wir uns also auf die Musik, denn auch in Ohio wird man doch wohl nicht (hoffe ich mal!) versuchen, alleine durch Quantität Eindruck zu schinden. Die erste überraschende Feststellung ist natürlich stilistischer Hinsicht: Vom eingangs genannten Stampf-Spacerock gibt's auf "The Reset" gar nicht so viel, eher sogar wenig. Zwar legt (nach dem Intro "Mercury") der Opener "Roaming Shores" gleich mit der üblichen Kombination à la "Magnu" los, bringt alsbald aber schon durch Halftime-Passagen rhythmische Abwechslung rein. Nächstes Lied dieser Machart ist danach erst das entfernt an "Sputnik Stan" erinnernde "Surfing On Saturn", und das darauf folgende "Treading On Crystal Light" versucht sich gut 2:20 Minuten nach einem Dümpel-Intro an einem 7/8-Takt. Den letzten rockigen Versuch unternehmen Secret Saucer dann erst wieder in der zweiten Hälfte von "Beaten Path". Schon merkwürdig...

...und woraus besteht nun "The Reset" überwiegend, wenn nicht aus sowas? Das sind eher die eingangs genannten "Seitenblicke": Recht häufig vertreten sind wohlklingende Schwärmereien in langsamem Tempo, in denen zumeist die Gitarre, gelegentlich aber auch das Keyboard über sich wiederholenden Motiven - teils eben auch Sequenzen - sowie breitflächigen Tasteninstrumenten-Sounds soliert. Genau in diese Kategorie fallen "Silver Tethers", "Orbital Perturbation", "Burning Colors" und schließlich "Beaten Path". Zwischendrin und auch davor gibt es wiederum noch in Form von "Mercury", "The Reset" und "We're Waiting" reine Elektronik-Nummern, teils (beim Titeltrack) gar mit Hang zum Ambient. Einen netten Querschnitt bietet "The Reset" damit also so gesehen in jedem Fall.

In der Theorie haben Secret Saucer hiermit also alles richtig gemacht. In der Praxis allerdings sieht es ganz anders aus: Bereits "Roaming Shores" fällt erst mit dünnem, pappigem und bollerigem Sound negativ auf, später stellt sich auch noch die Gitarre als fürchterlich gniedelig heraus, und anschließend soliert auch das Keyboard zu simpler Zwei-Akkorde-Harmonik spielerisch und melodisch ohne große Durchschlagskraft. "Silver Tethers" ist recht lau und mit seinen zahllosen Wiederholungen viel zu langatmig, in "Surfing On Saturn" lässt erst das Schlagzeug Souveränität vermissen, dann wiederum entwickelt man den Song kaum weiter - zum Ende hin wird lediglich das Schlagzeug sicherer und aktiver, aber sonst passiert nüscht. Den beschriebenen 7/8-Takt in "Treading On Crystal Light", der übrigens das ganz nette Intro eher ruppig unterbricht, verstolpert die Band auf die nervige Weise, und anschließend beißen sich modern-kühle Elektronik-Effekte völlig mit der eher klassisch-rockigen Begleitung.

Immerhin wird es gegen Ende besser: "Orbital Perturbation" bemüht sich um Abwechslung und stellt unterschiedliche Parts in den Raum, klingt allerdings trotzdem alles andere als mitreißend, zumal sich viele Ideen angesichts der sich stoisch wiederholenden Begleitungen einfach verlaufen. Auch "Beaten Path" beginnt ganz nett mit langsamer Mellotron-lastiger Melancholie, ist aber dabei schön mit rhythmischen Widerhaken gespickt und wirkt daher glatt wie eine chilligere Zombi-Nummer. Leider gibt's aber auch hier wieder in der Mitte einen unguten Schnitt, nachdem es zwar rockig und stampfig weitergeht, die Gitarren aber wiederum ziellos agieren und die ganze Stimmung lau bleibt. Gänzlich gelungen ist eigentlich nur "Burning Colors", das ebenfalls in langsamem Tempo schroffe Passagen aus einem heulenden Unisono-Geflecht aus Gitarre und Streichern gegen zugänglichere Abschnitte stellt, die auch rhythmisch unterschiedlich sind. Da kommt zwischendurch auch mal die A-Gitarre durch, und bis zum Ende bleibt es abwechslungsreich.

Das ist allerdings aus meiner Sicht auch schon der einzige größere Lichtblick auf "The Reset". Fast überall sonst ist die Musik ziemlich beliebig, harmonisch und melodisch sehr lau und rhythmisch äußerst zahm. Nein, bei dieser Enttäuschung muss das Urteil aus dem Eingang wohl korrigiert werden: Guter Spacerock ist gar nicht so leicht gemacht. Auf "The Reset" gelingt es einfach nicht.

Anspieltipp(s): Burning Colors
Vergleichbar mit: Lethargie und Wiederholungen...
Veröffentlicht am: 11.8.2017
Letzte Änderung: 11.8.2017
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Secret Saucer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Element 115 10.00 1
2007 Second Sighting 11.00 1
2009 Tri-Angular Waves 9.00 1
2011 Four On The Floor 10.00 1
2014 Nachvollziehens 10.00 1
2015 Phase Five 11.00 1

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