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The Muffins

Secret Signals 1

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Canterbury; Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; Zappaeskes
Label: New House Music
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Dave Newhouse keys, woodwinds, tambourine, xylophone (Why Pursue It)
Billy Swann electric zoom bass, narration, maracas, keys (Commander Scott)
Tom Scott woodwinds
Michael Zentner guitars, violin, bells
Mike Appareti drums (Brix, Machine, Apparently, Ears, Why Pursue It, English, Cave Tetra)
Michael Bass drums (Spoons, Uncle Don, Crezner), xylophone (English)
Stuart Abramowitz drums (Permutations, Commander Scott, Wombat, The Bush)
Barney Jones chromatic harmonica/voice (Spoons)
Scott Raffel soprano sax (Commander Scott)
Colleen Allen Lady Ashley (English)
John Paige WGTB countdown

Tracklist

Disc 1
1. Labor Day 3:38
2. Brix 3:19
3. Like a Machine That Only Works When It's Working Right 2:05
4. Big Spoons 1:41
5. Apparently 3:42
6. Why Pursue It? (You Already Blew It) 1:21
7. English 3:24
8. The Hot Band/Countdown 2:09
9. Permutations 2:13
10. Commander Scott On Mars 4:47
11. Cutups 1:51
12. Wombat 2:53
13. Uncle Don 3:54
14. Crezner Okay 5:33
15. Blind Cave Tetra 3:25
16. The Bush 0:17
Gesamtlaufzeit46:12


Rezensionen


Von: Volkmar Mantei @


Die bereits für letztes Jahr angekündigte Serie „Secret Signals“ der Muffins aus dem Archiv Dave Newhouse‘ hat nun ihr erstes Resultat gefunden. Enthalten sind 16 Tracks, überwiegend sehr kurze Stücke, viel Schnipselwerk, ungemein Humorvolles zwischen Musik und Gespräch, jazztriefende Radikale, instrumentale Nonsens-Extreme, zuhöchst anspruchsvolle Kompositionen, verrückt gutes und ungemein flüssiges Jazzrock-Liedgut, bis in den Free Jazz flatterndes, absolut durchgeknalltes und schön chaotisches Musikmaterial, das stets seinem idealen Vorbild nacheifert: Canterbury, aber oftmals auch stark an Frank Zappa erinnert.

Aufgenommen live und im Studio in den Jahren 1974 bis 1976 wechseln ernsthafte Musik, die einfach mitreißend und grandios erstklassig ist mit besonders schrägem Humor, der mal am Bahnhof aufgenommen ist, dann während des Auftritts einer Kinderband, die einen Popsong singt (was am anstrengendsten ist, die Lead-Stimme ist so laut und dicht am Mikrophon, dass die Aufnahme sich hier und da überschlägt), bei der Interpretation eines Motivs von Peter und der Wolf oder einer Soft Machine-Idee – viel mehr. Hier gibt es eine Menge zu entdecken.

Vor allem jedoch ist der Muffins-Sound in diesen Schnipseln perfekt präsent. Eben noch floss der Jazzrock-Strom elegant dahin, da bauen sich abstrakte Muster auf, die mit kraftvollen Basston an den Tasten enorm Wucht mit sich bringen. Die Band – in vielfachen frühen Besetzungen – beweist handwerkliche und technische Perfektion, lässt es allerdings sehr locker angehen, treibt sich in bewussten Fehlern herum und experimentiert mit Jazz-Radikalen.

Vielleicht ist „Secret Signals 1“ das bislang avantgardistischste Werk der Band – unbeabsichtigt. Gut zu hören, wie die Jungs mit Lust und Hingabe arbeiten, wie intensiv sie sich in ihre Songs stürzen, die hier in fast jedem Fall nur angedachte Ideen sind, allerdings traumhaft angedacht. Der Reigen ist sehr kurzweilig und überraschungsreich, ständig wechselt der Sound seine Spur, nagt an disharmonischen Mustern, die flott melodisch ins Ohr gehen – für Geübte dieser Spielart wohlgemerkt – und ihren hinreißenden Unsinn, Pardon, Nonsens-Sinn selbstbewusst parken.

Niemand wollte damals daraus eine Platte machen. Aber das Archivmaterial ist von so guter Qualität, dass nur zu staunen und neugierig zu hören bleibt, auf diese Fülle fruchtbaren und äußerst verrückten Materials.

Der Mittsiebziger Jazzrocksound trieft vor Ideen. Der Klang der Aufnahmen ist nicht Studio-ideal, aber perfekt für die Archivschau und sehr gut anzuhören. Schade, dass wir jetzt bis zum nächsten Jahr warten müssen auf die beiden nächsten angekündigten Secret Signals CDs.

Wessen Interesse britischem (!) Jazzrock und amerikanischem Canterbury-Sound ausgeliefert ist, der nahe bei Hatfield and the North und Soft Machine liegt, sehr ansprechend komponiert und gespielt und überaus leidenschaftlich, dabei verrückt gut versammelt wurde, der darf sich auf „Secret Signals 1“ als exzellent und wahnsinnig genialem Reigen lustvoller Songs freuen, die schon mal in lyrische Ballade, melancholische Verträumtheit oder vor allem durchgeknallte und humorverseuchte Radikale ausbrechen können.

Macht sehr viel Spaß. Bitte mehr davon.

Anspieltipp(s): English, Brix, Crezner Okay, Blind Cave Tetra
Vergleichbar mit: Hatfield and the North, Soft Machine, Frank Zappa
Veröffentlicht am: 5.7.2017
Letzte Änderung: 5.7.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Muffins

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1978 Manna/Mirage 12.00 1
1981 <185> 14.00 1
1985 Open City 13.00 1
1993 Chronometers 11.00 1
2002 Bandwidth 8.50 2
2004 Double Negative 10.50 2
2010 Palindrome 12.00 1

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