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23467 Rezensionen zu 16031 Alben von 6221 Bands.
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Spock's Beard

V

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 11.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Neal Morse Lead Vocals, Piano, All Synths, Accustic Guitars
Dave Meros Bass, Stand-Up Bass, Vocals, French Horns
Ryo Okumoto Hammond-Organ & Mellotron
Alan Morse Electric Guitars, Vocals, Cellos & Sampler
Nick D´Virgilio Drums, Percussion & Vocals

Gastmusiker

Katie Hagen French Horn
Chris Carmichael Violin, Viola & Cello
Kathy Anne Lord English Horn
Joey Pippin Trumpet

Tracklist

Disc 1
1. At The End Of The Day 16:30
2. Revelation 6:04
3. Thoughts (Part II) 4:41
4. All On Sunday 4:12
5. Goodbye To Yesterday 4:40
6. The Great Nothing

1. From Nowhere
2. One Note
3. Come Up Breathing
4. Submerged
5. Missed Your Calling
6. The Great Nothing

27:18
Gesamtlaufzeit63:25


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 4)


Hoppla! Ich bin überrascht. Nach dem schwächeren "day for night" habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet und das cover von "V" hat auch nicht gerade Appetit gemacht. Da gefällt mir sogar die "strange" Collage von TKOS besser. Doch "V" stellt "DFN" in den Schatten.

Das Wichtigste vorweg: dieses Album bläst einen um! Es ist das rockigste, lauteste, aggressivste und krachigste von allen "Bärte"-Alben bis dato; mit einem Wort: der Sound ist mitunter brutal. Für diese CD braucht man zwei grosse Standboxen und einen kraftvollen Verstärker. Vor allem die beiden Longtracks lassen den Putz von der Wand bröseln. Da hat das Cover mit seinem Blitz nicht zu viel versprochen.

Von der Produktion her ist "V" ein Hammer. Doch wie steht`s mit der Musik. Neue Ideen? Zum Teil. Tolle Melodien? Gelegentlich. Vertrackte Rhythmen? Hat`s auch dabei. Schwachstellen? Leider ja.

Ich würde das Album in zwei Hälften unterteilen. Tracks 1,3,6 zum Einen, Tracks 2,4,5 auf der anderen Seite. "all on a sunday" und "goodbye to yesterday" sind Zugeständnisse an den Kommerz (obwohl sie kein Hitpotential haben. Wäre ja auch noch schöner..!). Track 4 hat eine einfache Melodie und einen einfachen 4/4-groove. Das Stück ist überflüssig und würde gut in das letzte Album passen. Mir ist rätselhaft, wie Neal Morse immer wieder solche Gurkenlieder schreiben kann. Zuletzt hat er ein ganzes Soloalbum mit diesem Schrott gefüllt. Solche Stücke erinnern mich gelegentlich an Modern Talking- oder Stock/Aitken/Waterman-Hits: eine Komposition, viele ähnlich klingende Stücke. Dass es (auch heute noch) besser geht, sehen wir später noch. Doch zuerst sülzt uns Mr. Beard mit der dünnen Ballade "Goodbye to yesterday" zu. Ebenfalls überflüssig. Das dritte Stück, welches zu dieser Gruppe gehört, ist "Revelation". Ist zwar deutlich ansprechender und spannender als die eben genannten, teilweise recht schräg und sehr rockig. Leider erinnert es sehr an "Gypsy" (DFN). Also auch nix Neues. Macht aber trotzdem Spass.

Kommen wir zu der anderen Gruppe. "Thoughts p2" habe ich mit Spannung erwartet. Wirklich enttäuscht bin ich nicht, doch "Thoughts p1" ist viel besser. Nach einem acoustic guitar/vocal-Duett folgt ein fetter Bass und ein toller verschachtelter Groove, dann eine kurze mehrstimmige Vocalharmonie und wieder ein krachender, brachialer Instrumentalteil. Ein Computer-string-intro wirkt etwas deplaziert, was die einzelnen Instrumente aber an druckvoller Power erzeugen, ist wirklich ansprechend. Vor allem Dave Meros am Bass gefällt mir speziell gut. Im Vergleich zu "Thoughts p1" sind die Vokalharmonien aber weniger gelungen und den genialen Anfang und Schluss des Vorgängers kann man sowieso nicht nochmal erfinden. Unter dem Strich ist Track 3 aber in der oberen Hälfte aller SB-Stücke anzusiedeln.

Nun zu "At the end of the day". Ein Horn beginnt das Album (Gastmusiker: Katie Hagen - french horn, Kathy Ann Lord - english horn), dann folgt ein Einspiel, dessen Rhythmus mir irgendwie nicht recht gefallen will. Er ist zu nervös und hektisch, die Snare wird viel zu oft geschlagen, dazu ist die Melodie recht einfach. Ein netter spanisch angehauchter Instrumental-Teil leitet in die starke Phase des Titels über (ab 5:01). Dann ein brillianter Teil, ganz spärlich und zart instrumentiert. Nick unterlegt ein perlendes Piano-spiel mit ultracoolen Licks, dazu gibt Dave einen monotonen Bass-groove zum besten. Leider folgt dann ein Teil mit zu hohem Backgroundgesinge (Bee Gees lassen grüssen). Die letzten 5 Minuten sind dann aber wieder durchwegs gut gelungen. Herrlich verzerrte Gitarren (diese Distorsion habe ich so noch nicht gehört), ein frickeliges Hammond-Solo von Ryo, dann eines auf dem Synthi. Nick klopft seine Felle windelweich und Mr. Meros greift kraftvoll in die Saiten und slapt, dass es eine Freude ist. Einige Passagen bringen das Blut zum kochen. Zum sieden kommt es dann im Meisterwerk "The great nothing".

Bedrohliche Choir-akkorde (wie aus 2001-Odyssee im Weltraum) eröffnen dieses Werk. Behutsam nimmt die akustische Gitarre die Spannung auf, dann setzt die Rhythmusfraktion ein, eine Stimmung wie bei "time has come" entsteht. Und immer wieder ist dieser grandiose Bass das besondere, auffällige Element der Stücke. So auch hier. Dass das Spiel Chris Squire`s einen grossen Einfluss auf Dave Meros hatte, hört man zum Teil. Das besinnliche "One note" führt zum Kracher-stück "Come up breathing". Dieses beginnt leise mit akustischer Gitarre und Gesang, dann setzt das Schlagzeug und der Bass ein, steigert sich das Gewitter, nach einigen Samples beginnt ein bravouröser Instrumentalteil mit Hammond und Bass (brilliant !!!). "Submerged" verbreitet zuerst Atmosphäre mittels eines Klaviereinspiels, dann kracht es weiter. "The great nothing" nimmt schliesslich das Anfangsthema wieder auf und beendet das Stück grossartig. Dass die Band sehr viel Spass hatte bei den Aufnahme-sessions hört man. In den Credits ist zu lesen, dass die Bandmembers dieses Album als eines ihrer besten ansehen (war ja klar ;-), lediglich BOD stufen sie als besser ein. Ich möchte da mit meinen Lorbeeren vorsichtiger sein. Wie gesagt ist "V" besser als "DFN". Zwar sind auch hier wieder Nieten dabei, diese machen aber nur knapp 9 Minuten aus, so dass wir sie einfach ausblenden können. Bleiben abzüglich Revelation fast 50 Minuten interessanten Progrocks. An die beiden Erstlinge kommt es mit Sicherheit nicht heran, aber irgendwo im Bereich von TKOS und Snow wird es seinen würdigen Platz finden. Das verdankt "V" in erster Linie dem Mammutwerk "The great nothing", welches ein Kandidat für die hall of fame des Prog ist.

Spocks Beard haben den Fall aufgehalten, der sich mit "DFN" bedrohlich abzeichnete. Und allen Unkenrufen zum Trotz und gegen die Meinung einiger Progauguren, die eine Wachablösung zugunsten der Flower Kings kommen sahen, haben die Bärte hiermit zumindest für`s erste bewiesen, dass sie immer noch zuoberst auf dem Treppchen stehen.

Für das nächste Album würde ich mir wünschen, dass diese unsäglich schlechten Popnummern verschwinden und der Progfaktor (v.a. im Bereiche verschachtelte Krummtakte) noch steigt. An Bombast und Beaufort ist ohnehin reichlich was an Bord.

Anspieltipp(s): The great nothing
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 18.10.2002
Wertung: 10/15
The great nothing : 13

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Von: Oliver Mensing (Rezension 2 von 4)


Eigentlich ist ja schon alles gesagt. Auch ich bin der Meinung, dass V im Vergleich zum letzten Output um einiges besser ausgefallen ist. Insbesondere fällt die 1a-Produktion auf und die nicht zu übersehende Nähe zu Transatlantic (übergebliebene Ideen?).

Insgesamt ein sehr schönes Album. Die Longtracks sind wie erwartet progtechnisch vom Feinsten und auch die kürzeren Stücke wissen zu begeistern. Kaufzwang!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2002
Letzte Änderung: 13.6.2003
Wertung: 13/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 4)


Das vielgepriesene Album nach dem – zu Unrecht – als schwach geschimpften DAY FOR NIGHT. Was ist dran? „At the End of the Day“ ist ein phantastischer Prog-Kracher! Empfehlung bis dorthinaus! 16:28 Minuten vom allerfeinsten Spock’s Beard-Prog. Besser geht’s kaum. „Revelation“ ist dagegen nur ein netter Mainstreamer. Mehr nicht. „Thoughts (Part II)“ ist ein toller Gentle Giant-Song, aber nach „Thoughts“ und „Gibberish“ nun nicht mehr gar so originell. „All on a Sunday“ ist ein wirklich netter Prog-Pop-Song (egal, was bislang darüber ausgelassen worden ist!). Sicher kein Höhepunkt, aber doch ganz angenehm als kurzes Intermezzo. „Goodbye to Yesterday“: puh, die notwendige Ballade oder was auch immer... Bis hierher überzeugt eigentlich rundum nur der erfreulich lange und phantastische Eingangssong. Reicht das für ein Klasse-Album? Natürlich nicht!! Daher gibt es einen zweiten genialen Song, der den Kauf des Albums rechtfertigt: Das ultimativ lange und ebenso gute „The Great Nothing“.

Angenommen, das Album hätte in LP-Länge eingespielt werden müssen. Dann wären auf der ersten Seite „At the End of a Day“ und „All on a Sunday“ zu hören gewesen und auf der zweiten Seite „The Great Nothing“. DAS wäre ein rundum phantastisches Spock’s Beard-Album geworden! So aber bleibt das Manko der Füllsongs... Trotzdem ein richtig gutes Bärte-Album.

Anspieltipp(s): At the End of a Day, All on a Sunday, The Great Nothing
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2002
Letzte Änderung: 15.9.2007
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 4 von 4)


Progressive Rockmusik? War da nicht mal was in den 70ern? Gibt es denn heutzutage noch Bands, die sich dieser Stilrichtung verschrieben haben? Dreimal ein klares „Ja“. Spock’s Beard, eine Band um den Kopf Neal Morse, hält das Banner „Progressive Rockmusik“ auch zu Beginn dieses Jahrtausends noch hoch. Und mit „V“, irgendwie logischerweise dem fünften Output der amerikanischen Formation, haben sie zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein richtig gutes Album vorgelegt.

„At The End Of The Day“ beginnt mit dem Sound von Hörnern, wie ein Stück klassische Musik. Und es ist nicht nur wegen seiner Länge von knapp sechzehneinhalb Minuten ein tolles Lied, welches das Herz des Progfans höherschlagen lässt. Rhythmuswechsel, schöne Melodien, schräge Töne, laute und ruhigere Passagen, der Einsatz diverser Instrumente – all diese Stilmittel finden sich auf „At The End Of The Day“. Ein langes Stück Musik, welches nie langweilig wird und immer wieder mit überraschenden Wechseln aufwartet.

Aber auch in ihren kürzeren Titeln geizen die „Bärte“ nicht mit Abwechslung. „Revelation” besteht aus zwei Teilen, einem ruhigen, sphärischen sowie einem fast schon Hardrock-mäßigen und deutlich schnelleren Part. „Thought’s (Part II)“ beginnt anschließend herrlich schwebend mit Gesang und Akustik-Gitarre, bevor es ebenfalls an Fahrt aufnimmt. Und dann kommt er, ein Gesangsteil, der so sehr an beste Gentle Giant Zeiten erinnert. Es folgen noch Streicher und – und – und. In diesem viereinhalbminütigen Stück steckt so viel Abwechslung, wie es einem Musikhörer in der heutigen Zeit nur noch ganz selten geboten wird.

„All On A Sunday“, die nächste Nummer auf dem Album, nähert sich anschließend fast schon der Musikrichtung „Pop“ und erinnert schwer an die Beatles. Wohingegen „Goodbye To Yesterday“ zunächst sehr getragen daherkommt, dann zwar auch an Tempo gewinnt, allerdings nicht wirklich ein „lauteres“ Lied wird. Für mich ist der Song fast schon an der Grenze zum „Schmalzigen“ und auch das schlechteste Lied auf der CD.

Aber dann kommt er noch, der Höhepunkt oder das Werk, des gesamten Albums: „The Great Nothing“. Abwechslungsreicher kann man Musik nicht darbieten. Hier hauen die fünf Amerikaner alles raus, was es „rauszuhauen“ gibt an Melodien, Rhythmen, Instrumentierung, und Atmosphäre. Ein genialer Song, den man nicht mit „kurz mal reinhören“ begreifen kann, dazu ist die Stelle, die man gerade erwischt hat mit Sicherheit zu unterschiedlich zu der Stelle zwei Minuten davor oder danach.

Fazit: Wer die „alten“ Yes mag, gemixt mit etwas „alten“ Genesis und einem Hauch Gentle Giant, den wird das Album begeistern. Und nochmal, dieses Stück Musik entstand nicht in den 70ern, sondern zur Jahrtausendwende.

Anspieltipp(s): Alle Stücke, wobei man sich mit dem "Anspielen" nicht wirklich einen Gefallen erweist, dazu ist die Musik einfach zu abwechslungsreich und selbst in einem Lied zu unterschiedlich.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.10.2011
Letzte Änderung: 30.11.2012
Wertung: 11/15
Tolle Musik, die an alte Zeiten erinnert.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spock's Beard

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Light 11.80 4
1996 The official live bootleg 11.00 1
1996 Beware Of Darkness 11.25 4
1998 From the vault 4.00 1
1998 The Kindness Of Strangers 11.33 3
1998 Live: The Beard Is Out There 11.00 1
1999 Live at the Whisky and Nearfest 8.50 2
1999 Day For Night 9.00 2
1999 Skin (Single) 3.00 2
2000 Don't Try This @ Home Either (The "from the vaults" series vol.3) 6.00 2
2000 Don't try this at home 8.50 2
2000 Nick 'n Neal - Live In Europe - Two Seperate Gorillas (The "from the vaults" series vol.2) 3.50 2
2001 All On A Sunday (Single) 1.00 2
2001 There & here (The "from the vaults" series vol.4) 7.00 1
2002 Don't Try This At Home (DVD) 10.00 1
2002 Snow 11.00 2
2003 Feel Euphoria Ltd. Edition 7.20 5
2004 The Making of Snow - 1
2005 Octane 8.57 7
2005 Gluttons For Punishment - Live in '05 9.00 2
2006 Spock's Beard 8.75 4
2008 Live (DVD) 11.00 2
2010 X 11.00 5
2012 The X-Tour Live 11.00 1
2013 Brief Nocturnes and Dreamless Sleep 10.33 3
2015 The Oblivion Particle 10.50 2
2015 The First Twenty Years 10.00 2

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