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Brian Ellis

The Silver Creature

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Funk; Jazzrock / Fusion; Psychedelic
Label: Benbecula Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Brian Ellis alles

Tracklist

Disc 1
1. The Morning After 6:51
2. Basement Boogie 5:00
3. Para Ti 4:24
4. Night Trails 6:26
5. Flute Salad 6:36
6. Home Cookin' 5:51
7. Say 4:25
8. Traveling 8:16
9. Cookies And Cream 7:05
Gesamtlaufzeit54:54


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Wieder mal umgibt eine Platte von Brian Ellis ein Mysterium, denn es ist nicht ganz klar, ob es sich bei "The Silver Creature" tatsächlich um das Langspiel-Solodebüt des umtriebigen Kaliforniers handelt. Als mögliche Konkurrenten im Raum stehen eine im selben Jahr - 2007 - beim selben Label - Benbecula Records - veröffentlichte Scheibe namens "Free Way", die einerseits eine in zweifelhaftem Maße höhere Katalognummer (BEN532 gegenüber BEN042) trägt, anders als "The Silver Creature" mittlerweile aber längst vergriffen ist, sowie eine Digitalveröffentlichung namens "Trustworthy", die zwar nur fünf offenbar eher kurze, folkige Stücke umfasst, dafür aber bereits Ende 2005 gesichtet wurde. Ah ja, und genauere Details über das ziemlich günstig zu erwerbende "The Silver Creature" gibt die CD selber auch nicht her - da steht lediglich neben einer Dankesliste der Vermerk "All music written and produced by Brian Ellis".

Genug der Vorrede - musikalisch dürften zwischen diesen beiden Konkurrenten wie auch dem Single-Vorgänger "Cosmic Perspective" und dem intendierten, dem Vernehmen nach lediglich durch den Niedergang des Benbecula-Labels verzögerten Nachfolger "Quipu" keine Welten liegen. Brian Ellis spielt also auch auf "The Silver Creature" eine ziemlich verschrobene Mischung aus Fusion und Psychedelic mit latenten Elektronik-Einflüssen. Als Hauptkomponenten dieses Stils lassen sich die Percussion-lastige Rhythmik, die auch vor krummen Takten nicht zurückschreckt, der mächtig treibende Bass sowie das E-Piano mit filigranen Läufen einerseits und griffigen Riffs anderererseits ausmachen. Interessanterweise spielt die Gitarre gar keine so große Rolle, gelegentlich liefert sie zwar psychedelische Momente, wird dabei andererseits oft genug so stark verzerrt und verfremdet, dass der Übergang zu gelegentlichen Keyboard- und Synthesizer-Spuren fließend ist. Letztere wiederum dürften dabei auch für einige exotischere Klangfarben (Clavinet, Bläser) verantwortlich sein, die wiederum in klanglicher Konkurrenz zu realen (oder, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gesampleten) Instrumenten wie Flöten oder Sitar stehen.

Sampling ist es auch, das hier für die elektronische Komponente spricht. Gerade Schlagzeug und Percussion ertönen immer wieder mal in abgehackter Form, was dann wiederum für eine hübsche Wackler bei den Takten sorgt. Umgekehrt erzeugt diese Eigenheit im Zusammenspiel mit dem stets präsenten Bass in einigen Momenten, beispielsweise in den Mitten von "Night Trails" oder "Say" eine latente Drum-N-Bass-Stimmung. Das schluckt der Hörer aber relativ locker, denn das graduelle Changieren zwischen solchen auf merkwürdige Weise verwandten Stilen scheint bei Brian Ellis zum Konzept zu gehören. So gibt es in "Para Ti" und "Home Cookin'" jeweils noch einen an Funk und Soul gemahnenden Bass, während zugleich das E-Piano stets sehr jazzig spielt. In so einen Hintergrund bringt die Gitarre dann z.B. in "The Morning After" und "Para Ti" originäre Krautrock-Schwelgereien ein oder in "Home Cookin'" ein klassisches Rückwärts-Solo, und im erwähnten "Night Trails" folgt ausgerechnet auf eine dieser DNB-Passagen Sitar-Sounds in Begleitung von Keyboard-Bläsern. Diese eigentlichen Gegensätze werden jeweils recht flüssig ineinander überführt, sodass am Ende doch alles zusammenpasst.

Das gilt auch für einen weiteren Charakterzug der Musik auf "The Silver Creature". Und zwar ist es eigenartig, dass die Musik mit ihren vielen Stimmen gelegentlich polyphon, polyrhythmisch und damit nachgerade inkohärent klingt. Das ist beispielsweise der Fall mit dem Einstieg in "The Morning After", dem Gegensatz aus relaxten Hauptmotiven auf Gitarre und Klavier zum vertrackten Rhythmus in "Basement Boogie" oder merkwürdigen Wendungen nach gut einer Minute von "Para Ti" oder im letzten Drittel von "Say", wenn auf einmal alle Stimmen regelrech verschwimmen oder diffus werden. Trotzdem führt Ellis letztlich jeweils alles wieder zusammen. Somit lässt sich diese Abfolge aus Divergenz und Konvergenz wohl auch als Prinzip begreifen, nach dem die Stücke auf "The Silver Creature" aufgebaut sind und aus dem sie ihren Reiz beziehen.

Der subjektive Höreindruck bevorzugt hierbei natürlich auf einprägsamen Riffs und Motiven basierende Nummern wie "Home Cookin'", "Flute Salad" oder "Traveling", aber auch die meisten anderen Songs haben ihre Momente. So holt beispielsweise "Para Ti" aus seiner eher simplen Substanz noch einiges raus, indem die Spuren abwechselnd verschwimmen und wieder klarer werden, und "Night Trails" ist eigentlich relativ übersichtlich komponiert, andererseits wird genau diese Geradlinigkeit hier dann zur Stärke. Umgekehrt fällt allerdings "Cookies And Cream" eher durchwachsen aus. Zwar gibt es hier den komplexesten Rhythmus, den dieses Album zu bieten hat, in der Mitte wird allerdings zwischen einigen Passagen einfach übergeblendet, was angesichts der übrigen Songs eine etwas billige Lösung ist, und die erwähnte Rhythmik stellt sich auf Dauer als zu nervös heraus. Der Abschluss ist "The Silver Creature" somit weniger gut geglückt, bis dahin ist das Album allerdings ziemlich bunt und unterhaltsam.

Anspieltipp(s): Home Cookin', Flute Salad
Vergleichbar mit: irgendwo zwischen Fusion, Funk und Drum 'N' Bass
Veröffentlicht am: 8.7.2017
Letzte Änderung: 7.7.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Brian Ellis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Cosmic Perspective 9.00 1
2009 Yellow Light District 12.00 1
2011 Quipu 12.00 1

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