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Comets on Fire

Blue Cathedral

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: HardRock; Psychedelic
Label: Sub Pop
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ethan Miller Vocals, Gitarre
Noel von Harmonson Echoplex, Schlagzeug
Ben Flashman Bass
Utrillo Kushner Schlagzeug, Keyboards
Ben Chasny Gitarre

Tracklist

Disc 1
1. The Bee and the Cracking Egg 7:45
2. Pussy Foot the Duke 5:07
3. Whiskey River 7:54
4. Organs 1:45
5. The Antlers of the Midnight Sun 4:06
6. Brotherhood of the Harvest 4:39
7. Wild Whiskey 3:00
8. Blue Tomb 10:06
Gesamtlaufzeit44:22


Rezensionen


Von: Fabian Lutz @


"Blue Cathedral" ist ein äußerst konsequentes Album. Denn irgendwann war da Hard-Rock, dann waren da Hawkwind, die den Hard-Rock mit sphärischen Jams verbanden und nun gleiten aus ähnlichen Sphären die Comets on Fire herab. Mit deutlich mehr Drall, Erdigkeit, aber auch der Freude am tonalen Experiment.

Der Eröffnungstrack "The Bee and the Cracking Egg" klingt nicht bloß progig, sondern nimmt es sich selbst zum Vorsatz, sicher geglaubte Strukturen immer weiter fortzuführen oder schlichtweg mit dem Brecheisen zu zerprügeln. Sonderlich sanft gehen die brennenden Kometen schließlich nicht vor. Das simple Rockriff zu Beginn dient schnell als Basis für die krass verhallte, bellende Stimme von Ethan Miller, wild-blubbernde Elektronik, ein hartes, aber rhythmisch aufgebrochenes Schlagzeugspiel. Immer wieder ballt sich der Song zu echten Lärmpunkten. Notiz dazu am Rande: Comets on Fire sind mit zwei Schlagzeugern unterwegs, zwei bisweilen noisig verzerrte Gitarren sind natürlich Ehrensache.

"Pussy Foot the Duke" ist entgegen seines skurrilen Namens dann doch eher eine Verbeugung vor den Urvätern des Hard-Rock. Ein feierliches Orgelspiel, leidenschaftliche Gitarrensoli, ein elegantes Barpiano. Das macht schon Stimmung, ist kunstvoll wie bei den Meistern des Genres zusammengestellt und auf den Punkt genau inszeniert. Der "Whiskey River" sprudelt hingegen schon deutlicher und wird gerade zum Ende hin zur rhythmisch ausgefransten Kakophonie, zu der sich schließlich sogar ein trockenes Saxophonspiel gesellt. Comets on Fire liebäugeln in solchen Momenten nicht zuletzt auch mit dem Noise. Die ruhigeren Passagen des Songs erhalten schließlich auch schneidende Elektronikexperimente. Die klassischen Rockposen werden hier nicht bloß kontrastiert, sondern regelrecht und mit Freude attackiert.

Comets on Fire sind sowohl Traditionalisten als auch Punks. Sie lieben die großen Gesten auf leidenschaftlichen, oft orgelbetonten Songs wie "Organs" oder "Brotherhood of the Harvest" mitsamt ihren psychedelischen Gitarrensoli. Ebenso erfreut sie aber auch der beinahe surreale Kontrast zu derben Soundexzessen, etwa im härtesten Song des Albums "The Antlers of the Midnight Sun" auf dem Sänger Ethan Miller schon weniger bellt als schreit. Auch Ausflüge zur weltmusikalischen Hippieverklärung sind enthalten, etwa im exotischen Gitarrenspiel in "The Bee and the Cracking Egg" oder im dronigen Klangkosmos von "Wild Whiskey". "Blue Tomb" ist als Schlusssong schließlich der größte gemeinsame Nenner aus Tradition und Erneuerung. Zu einem genüsslich-knackigen Riff leiert die verhallte Stimme Millers, die Gitarre frickelt stoned in Soliwelten umher. Später knallt das Schlagzeug noch etwas, aber alles kehrt zur ruhigen Form zurück. Am Ende nur die Stimme Millers im leeren Raum, eine letzte Space-Rock-Geste auf einem sonst so erdig-massiven Album

Anspieltipp(s): The Bee and the Cracking Egg, The Antlers of the Midnight Sun
Vergleichbar mit: Led Zeppelin, Hawkwind
Veröffentlicht am: 8.7.2017
Letzte Änderung: 8.7.2017
Wertung: 12/15

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