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Fabio Frizzi

Zombi 2

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (Filmsoundtrack, mit Giorgio Cascio)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Latin; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: diverse
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Seq. 1 4:03
2. Seq. 2 3:13
3. Seq. 3 2:35
4. Seq. 4 2:35
5. Seq. 5 1:25
6. Seq. 6 3:04
7. Seq. 7 3:09
8. Seq. 8 3:06
Gesamtlaufzeit23:10


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Auch hier herrscht leichter Kuddelmuddel bei der Veröffentlichung. Die harten Fakten sind jedenfalls: Lucio Fulcis "Zombi 2", in Deutschland unter dem Titel "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" und im englischen Sprachraum als "Zombie Flesh Eaters" bekannt, erschien 1979 und soll dem Vernehmen nach ein eher trashiger Splatterfilm gewesen sein, der die titelgebenden Untoten in einem Karibik-Szenario verortete. Die "2" im Titel erklärt sich daraus, dass das Drehbuch ursprünglich für eine Fortsetzung von George A. Romeros einflussreichem "Dawn Of The Dead" alias "Zombi" aus dem Vorjahr angedacht gewesen war. Um den Soundtrack kümmerten sich diesmal Fabio Frizzi und ein gewisser Giorgio Cascio, auch wenn die Musik hier mittlerweile hauptsächlich mit ersterem assoziiert wird (alternativ wäre auch denkbar, dass auf der hier vorliegenden einfach lediglich die Frizzi-Beiträge zum Soundtrack versammelt wurden).

Eindrucksvoll genug muss der Score gewesen sein, denn es kursieren gleich mehrere verschiedene Tonträger mit der Musik zu "Zombi 2" und Frizzis Namen drauf. Eine gängige, auch heute noch gut erhältliche Fassung (1998, auf Beat Records) vereint diesen Soundtrack mit jenem zu einem weiteren Streifen namens "Un Gatto Nel Cervello" ("A Cat In The Brain") aus dem Jahr 1990 auf einer CD, eine dediziertere Fassung erschien in mehreren Auflagen seit 2012 bei einem britischen Label namens Death Waltz Recording Company auf LP, die mittlerweile relativ teuer geworden ist. Gemein ist beiden Ausgaben, dass der Soundtrack hier aus den gleichen acht lediglich mit "Seq." betitelten Stücke besteht. Es kursieren zwar noch weitere Ausgaben mit teils deutlich anderer Tracklist, diese tragen aber offenbar eher semioffiziellen Charakter. Vielleicht behindert hier auch die rechtlich fragwürdige Situation des Originalfilms eine weitere Distribution in Deutschland.

Die Musik selber ist jedenfalls doch eher eigenwillig, zumal die Stücke selber häufige Wiederholungen von Melodien und Passagen aufweisen. Hiermit soll offenbar eher Stimmung gemacht werden, was angesichts der klanglichen Substanz allerdings ganz gut gelingt. Von dem, womit man Frizzi und den gesamten Zombiprog sonst so assoziiert, weichen dabei einige der Stücke ab. So ist "Seq. 1" eine fröhliche Calypso-Nummer mit Steeldrums, Waschbrett und lockeren Melodien auf der Hammondorgel, die wohl das exotische Szenario der Handlung unterstreichen soll. "Seq. 3", "Seq. 4" und "Seq. 7" (eine reine Wiederaufnahme von "Seq. 3") bestehen dagegen lediglich aus wilder, polyrhythmischer Percussion auf melodischen Toms, was wiederum durch die Voodoo-Elemente der Handlung motiviert sein dürfte und zeitweilig immerhin in Steigerungen mündet, bisweilen auf Dauer aber auch nerven kann. Gerade der Samba in "Seq. 4" ist hiervon stärkstens betroffen.

Die übrigen Stücke sind dann allerdings doch schon ziemlich nah an dem, was man in der Rückschau von einem Synth-lastigen Italo-Splatterfilm- oder zumindest Giallo-Soundtrack erwarten würde. Denn natürlich wird es düster und auch elektronisch. Also mal der Reihe nach: In "Seq. 2" spielt ein mehrstimmiges Xylofon zu einem vibrierenden Sequencer, später folgen flirrend perlende Motive und dezente Synth-Melodien. "Seq. 5" bietet selbst in seiner Kürze mit düsteren, langsam verhallenden Akkorden auf dem Synthesizer noch Spannung. Richtig zur Sache geht es aber in "Seq. 6" und "Seq. 8": In ersterem marschieren Klavierakkorde vorwärts, dazu gibt es rasante, unvermittelte Ausbrüche auf der Snare und wagemutige, aufsteigende Akkorde auf dem Keyboard. Später drängt dieses Stück geradzu hysterisch mit rasselnder Percussion und jaulenden Synth-Dissonanzen einem Höhepunkt entgegen. "Seq. 8" besteht dagegen lediglich aus zwei gegeneinander gestellten Motiven über einem pochenden Base-Rhythmus, einer geisterhaften Melodie auf dem Synthesizer zu echoenden Chorstimmen einerseits und einem drängenden Arpeggio mit zwischenden Beckenschlägen dazu. Beide Stücke sind wirklich gelungen und entsprechen quasi dem musikalischen Ausdruck filmischer Suspense.

Diese genannten Stücke wären es also schon wert, sich diesen Soundtrack zu Gemüte zu führen, denn eine leicht schauerliche, intensive Stimmung, wie sie - auch ohne den Film zu kennen - zu einem Zombiefilm passen würde, erzeugen sie allemal. Im Wechsel hierzu sind auf dem (ohnehin nicht langen) Soundtrack dann auch die zuvor genannten Karibik-Nummern recht gut erträglich. Das macht "Zombi 2" somit insgesamt zu einem frühen Aushängeschild von Fabio Frizzi, zumal das Schema von "Seq. 8" auf den Folgewerken "Paura Nella Città Dei Morti Viventi" und "L'Aldilà" noch ein paar Mal durchexerziert wurde.

Anspieltipp(s): Seq. 6, Seq. 8
Vergleichbar mit: den Goblin-Soundtracks, aber mit Elektronik statt Rock
Veröffentlicht am: 8.7.2017
Letzte Änderung: 24.8.2017
Wertung: 10/15
7-8 für die Karibik-Stücke, 11-13 für die Synth-Nummern

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fabio Frizzi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Paura Nella Città Dei Morti Viventi 11.00 1

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