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Sunn O))) & Boris

Altar

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006 (In diversen limitierten Fassungen (u.a. mit Zusatztrack "Her Lips Were Wet With Venom"))
Besonderheiten/Stil: Metal; Postrock; RIO / Avant; Spacerock
Label: Southern Lord, Inoxia Records, Daymare Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Greg Anderson Gitarre, Bass, Moog Rogue
Atsuo Schlagzeug, Zimbal, Gong, Elektronische Filter
Stephen O'Malley Gitarre, Klavier, Korg MS-20
Takeshi Gitarre, Bass
Wata Gitarre, Roland RE-201, Gesang

Gastmusiker

Bill Herzog Bass, Gesang ("The Sinking Belle"), Snare
Jesse Sykes Gesang ("The Sinking Belle")
Phil Wandscher Gesang ("The Sinking Belle")
Adrienne Davies Percussion
Joe Preston Vocoder
Steve Moore Posaune
TOS Nieuwenhuizen Synthesizer, Moog Taurus, Moog Rogue
Troy Swanson Synthesizer
Randall Dunn Korg MS-20, Sherman Filter Bank, Echoplex, Sounds
Mell Dettmer Roland SH-101
Kim Thayil Gitarre
Rex Ritter Moog Taurus

Tracklist

Disc 1
1. Etna 9:51
2. N.L.T. 3:49
3. The Sinking Belle (Blue Sheep) 7:37
4. Akuma no Kuma 7:52
5. Fried Eagle Mind 9:47
6. Blood Swamp 14:46
Gesamtlaufzeit53:42


Rezensionen


Von: Fabian Lutz @


Sunn O))) ist die vielleicht bekannteste Drone-Metal-Gruppe der Welt. Vielleicht, denn da gibt es ja noch die japanische Gruppe Boris, die mehr als nur ein Szenen-Geheimtipp ist und eine starke Fanschar um sich sammeln konnte. Auch Boris kommen aus der Drone-Ecke, versuchten sich jedoch auch in diversen anderen Genres. Deren Diskografie wirkt überhaupt weniger monoton-grabesschwer wie die von Sunn O))). Ein bisschen Pepp für die Drone-Gruftis mit einer netten Kollaboriation also?

Zu Beginn sicher nicht. Zähflüssig dehnen sich auf drei Minuten wenige, tiefbrummende Gitarrentöne übereinander. Dann aber ein wildes Schlagzeugspiel von Boris-Drummer Atsuo, sodass früh eine wild-ziellose Dynamik über dem Droneteppich liegt. Dazu langsame Gitarrenriffs und schon bricht eine kreischende Gitarre ein, ein echtes, wenn auch kakophonisches, fast zerdehntes Solo! Das ganze klingt letztlich schon sehr gewaltig, schräg, großartig. "Etna" heißt der Song und zeigt uns auf neun Minuten eine echte Klangeruption. Mit einem tiefen Wummern und dunklen Ambientklängen geht es auf "N.L.T." düster weiter. Ein Interlude, das jedoch zu keinem weiteren Brecher, sondern zum sphärisch-melodischen "The Sinking Belle (Blue Sheep)" führt. Auf wenigen sanft nachhallenden Gitarren- und Klaviertönen nuschelt und haucht Gastsängerin Jesse Sykes einige Verse. Viel komplexer oder lauter wird der Song nicht, ein melancholisches Gute-Nacht-Lied und vielleicht das Ungewöhnlichste, das man im Katalog von Sunn O))) finden wird.

Äußerst ausgefallen kommt "Akuma no Kuma" daher. Auch zähflüssig, aber mit einem dominanten, facettenreichen Schlagzeugspiel von Atsuo. Dazu einige brutal verzerrte Computerstimmen und knarzende Synthesizer, die unfassbar klobig, albern wirken und diesen Track zum einzigen halbgaren Erlebnis des Albums machen.

Das von einer verhallten Gitarre getriebene, flirrende "Fried Eagle Mind" lässt Boris-Gitarristin Wata einige Worte hauchen, treibt ansonsten wie schwerelos umher und hypnotisiert mit seiner auf- und absteigenden Tonfolge schon nach kurzer Zeit, auch entlässt es den Hörer nicht allzu bald, schreckt ihn nach 6 Minuten mit bedrohlichem Gitarrenlärm lieber unschön aus dem Schlummer. "Blood Swamp" wiegt hingegen erst gar nicht in falscher Sicherheit. Wie im Opener dominieren hier Sunn O)))-sche Droneteppiche, dazu einige verlorene Gitarrentöne, einige leise Noisewallungen. Die kreischenden Gitarrentöne gegen Ende geben dem sogar eine gruselig-verzweifelte Wirkung. Und das wars dann auch und man weiß, dass Sunn O))) Gruftis geblieben sind, wenn auch erstaunlich verträumt, sofern eben nur Boris dabei sind.

Anspieltipp(s): Etna, Fried Eagle Mind
Vergleichbar mit: Sunn O))), Boris, Noveller
Veröffentlicht am: 9.7.2017
Letzte Änderung: 19.5.2018
Wertung: 11/15
Härte und Träumereien bei Sunn O)))

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