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Lost In Thought

Opus Arise

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Inner Wound Recordings
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nate Loosemore lead vocals
David Grey guitar, backing vocals
Greg Baker keyboards, vocals
Simon Pike bass
Chris Billingham drums

Tracklist

Disc 1
1. Beyond the Flames 7:00
2. Entity 6:35
3. Blood Red Diamond 5:31
4. Seek to Find 5:15
5. New Times Awaken 4:06
6. Delusional Abyss 7:19
7. Lost In Thoughts 7:30
8. Assimulate, Destroy 6:34
Gesamtlaufzeit49:50


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Gemessen an der hemdsärmeligen Kommunikationspolitik der Band ist dieses Album ein richtig guter Wurf. Ach ja, die armen Teufel haben im Moment kein Label, das sie vernünftig vermarkten kann; o.k., dann muss man das eine oder andere schon selbst in die Hand nehmen. Die vollmundig angekündigte Frühjahrstournee wurde offensichtlich abgeblasen (!??) Egal, wir gehen ein paar Jahre rückwärts. Boah, diese Rezi macht viel Arbeit, weil man sich alles mühsam zusammensuchen muss - ich bediene einen länger zurückliegenden Rezensionswunsch - dann macht sie auch wieder Spaß, weil die Musik Spaß macht.

Das Cover mit der langbeinigen Spinne, die auf einer fleckigen Renaissancegrafik herumkrabbelt, ärgert den fünfprozentigen arachnophobischen Anteil an der Gesamtbevölkerung, die nicht-phobische Kontrollgruppe kann sich an den geschmackvollen Braun- und Grautönen erfreuen. Das Auge hört mit!

Es beginnt direkt mit geradem, ehrlichem und schnellem Mainstream Prog, mit einigen instrumentalen Einsprengseln ohne Firlefanz (Beyond the Flames). Schwere Riffs, druckvolle Bässe und symphonische Keyboards steigern sich bei wechselnden Tempi zu Bombast mit eingängigem Refrain, der Sound ist transparent. Ich muss hier schon wieder den inflationär bemühten Ausdruck „eingängig“ verwenden, man kann vielleicht auch „geglättet“ sagen, von wilden Drumbreaks an den Taktgrenzen mal abgesehen. Die Refrains sind von den Strophen deutlich abgehoben, sowohl im Tempo, als auch durch die hymnischen Gesangspassagen.

Es ist immer Platz für das eine oder andere gut gespielte Solo (David Grey scheint ein richtiges Tier zu sein) - die Gitarren und die Keyboards sind vollkommen arbeitsteilig eingesetzt, wo bei Vergleichskapellen eher die Gitarren dominieren. Mal spielen sich die Saiten, mal die Tasten in den Vordergrund, wenn sich beide dialogartig ergänzen oder unisono spielen, gefällt das einem Keyboard-Jerk wie mir immer ganz besonders.

Mit „New Times Awaken“ findet sich eine Metalballade an der dramaturgisch richtigen Stelle hinter vier schnellen Rockern. Das mit vier Minuten kürzeste Stück beginnt mit Akustikgitarre und Klavier in einfachem moll, steigert sich mit orchestralen Keyboards kontinuierlich zu einer wall of sound und glänzt zum Ende mit einem spektakulären Gitarrensolo.

Das gut 50-minütige Programm wird durch klangliche Variationen belebt, einerseits genretypisch, andererseits auch untypisch: Kehliger Sprechgesang (Entity), Vocodereinsatz (Beyond…), Klavierintro oder Klavierpassagen (Blood Red Diamond, Lost in Thoughts), fernöstliche Klänge und Synthesizer-Elektronik (Assimulate).

Fällt das Album bei "Delusional Abyss" etwas ab, zieht es bei den beiden letzten Titeln wieder an und kommt zu einem würdigen Abschluss.

Insgesamt sind nur Detailmängel auszumachen:
- Eine gelegentlich mangelnde Ausdrucksfähigkeit des mittlerweile ausgetauschten Sängers
- der eine oder andere Titel, der kompositorisch nur Mittelmaß ist (Delusional Abyss, Entity)
- die, wie schon bei Darkwater (Where the Stories End) kritisierte, mangelnde Eigenständigkeit des Gesamtkonzepts.

Anspieltipp(s): New Times Awaken, Lost in Thoughts, Beyond the Flames
Vergleichbar mit: Threshold, Darkwater, Voyager
Veröffentlicht am: 1.8.2017
Letzte Änderung: 1.8.2017
Wertung: 11/15
10 Punkte ohne "New Times Awaken"

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