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John Petrucci

Suspended Animation

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: instrumental; Progmetal
Label: Sound Mind
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

John Petrucci guitar
Dave LaRue bass
Dave diCenso drums

Gastmusiker

Tim Lefebre bass on Tunnel Vision
Tony Verderosa drums on Tunnel Vision

Tracklist

Disc 1
1. Jaws of Life 7:29
2. Glasgow Kiss 7:48
3. Tunnel Vision 6:35
4. Wishful Thinking 7:28
5. Damage Control 9:15
6. Curve 6:22
7. Lost Without You 4:56
8. Animate-Inanimate 11:38
Gesamtlaufzeit61:31


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Petruccis selbstproduziertes Instrumentalalbum liegt zeitlich zwischen der Veröffentlichung von DT´s Studioalben Train of Tought und Octavarium. Er hat mit dem Bassisten Dave LaRue ( früher Weggefährte von Steve Morse und heute wichtiger Bestandteil von Flying Colors) einen kongenialen Saitenmann an Bord geholt. Drummer Dave diCenso ist ein respektabler Sessionmusiker. Gemixt und gemastert wurde das Album von keinen Geringeren als „The Caveman“ Kevin Shirley und Howie Weinberg (Nirvana - Nevermind; Herbie Hancock - Future Shock; Dire Straits - Love Over Gold; Dream Theater - When Dream and Day Unite und Train of Thought). Die Mannschaft ist also über jeden Zweifel erhaben und spielt Champion´s League.

Und die Musik? Petrucci serviert „nackte Tatsachen“, er verzichtet auf so überflüssige Dinge wie Gesang und Keyboards, Percussion, Chor und Orchester . Eine Rhythmusgruppe, die perfekt wie ein Uhrwerk funktioniert, reicht ihm. Jaws of Live und Glasgow Kiss verlassen die Startbahn zügig und heben ab zu einem kraftvollen Muskelspiel aus schweren Riffs und flüssig-melodischen guitar leads, gespickt mit vielen Drum-Breaks und pfeilschnellen Soli, bei denen der Magier alles auspackt, was er im großen Zauberkoffer mit sich führt. Ja, er ist der Beste. Vai, Van Halen, Satriani und auch Morse mussten es spätestens jetzt endgültig zur Kenntnis nehmen. Aber eine EP hätte dafür auch gereicht.

Wishful Thinking unterscheidet sich als schwelgerische Ballade vom Gros, bei Tunnel Vision werden für den Technobeat tatsächlich elektronische Drums und Geräuschsamples eingesetzt. Mit Damage Control kann man die Kanaltrennung seines Equipments austesten. Curve basiert auf einem simplen Riff, kriegt aber mit kniffligen Läufen noch die Kurve.

Am besten gefällt mir das im Bluesrock verwurzelte Lost Without You, das zunächst wie eine Aufnahme von Gary Moore klingt, dann mit ein paar vollmundigen Jazzharmonien und einem adäquaten Bass-Solo punktet. Schade, dass es schon nach 5 Minuten vorbei ist. Das abschließende Animate-Inanimate ist nicht der vermeintliche Höhepunkt, denn es können keine neuen Aspekte mehr vermitteln werden, so dass der Hörer schnell die Konzentration verliert.

Petrucci glänzt als erlesener Techniker, die Mitmusiker sind oberstes Regal, der Klang ist über jeden Zweifel erhaben, aber die Musik bleibt unterm Strich unbeseelt, kühl. Wer die Sachen kennt, die Petrucci auf DT-Alben offeriert, wird von Suspended Animation nicht allzusehr überrascht sein. Wozu braucht es also dieses Soloalbum? Um mal mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten? Um einem internationalen Auditorium die eigenen Ideen unverwässert präsentieren zu können? Oder damit, s.o., Mr. Vai etwas blass um die Nase wird? Ich stelle mir vor, wie viele dieser Passagen die mittelmäßigen Octavarium und Systematic Chaos hätten bereichern können, als Gitarrensolo, oder auch für das Keyboard umarrangiert.

Für Petrucci-Fans ist Suspended Animation natürlich unverzichtbar. Auch Freunde von hartem, instrumentalem Metal kommen auf ihre Kosten. Für alle anderen geht bei dieser subtraktiven Farbmischung eventuell zu viel Lichtenergie verloren.

Anspieltipp(s): Lost Without You, Glasgow Kiss
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.8.2017
Letzte Änderung: 5.8.2017
Wertung: 8/15
Höher, schneller, weiter ist nicht immer überzeugender.

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