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Öz Ürügülü

Fashion and Welfare

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Worldmusic / Ethno
Label: Unit Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Angi Gwerder Gitarre, Sitar, Saz, Gesang
Philippe Hubler Gitarre, Saz, Gesang
Ben Süess Schlagzeug
Damian Gwerder Bass
Pete Amberg Keyboards
David Weber Saxophon, Bassklarinette

Tracklist

Disc 1
1. Tarkatan Rush 6:02
2. Android Mustache 5:25
3. Odd Waltz 6:39
4. Rabbit 3:51
5. I Am the Fungus 10:07
6. RDA 7:00
7. Garlic Venus 9:31
8. Missing Pets 8:17
Gesamtlaufzeit56:52


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Viel ist nicht herauszubekommen an biographischer Information über die Schweizer Jazzrocker Öz Ürügülü. Eigentlich nur die Namen der sechs Musiker sowie die Tatsache, dass ihr Debüt Forgotten Archives 2012 erschien. Vier Jahre später folgte dann Fashion and Welfare.

Das Sextett führt den Hörer gerne ein wenig hinters Licht, indem es die Stücke oft locker-flockig beginnen lässt, um dann nach einiger Zeit der Musik eine ganz andere, meist kantig-komplexe Wendung zu geben. Beim einleitenden Tarkatan Rush allerdings muss man doch erstmal heftig schlucken, denn dieses Stück wandelt in der zweiten Hälfte auf Country-lastigen Pfaden inklusive Mundharmonika und rhythmischem Krähen eines Hahns! Das ist freilich kein Grund, die CD gleich wieder mit spitzen Fingern aus dem Player zu entfernen! Sonst würde man nämlich eine wunderbare Melange aus Jazzrock, metallischen Einlagen und einigen Ethno-Einflüssen verpassen.

Wie schon erwähnt, zeigen sich die weitgehend instrumental gehaltenen Stücke (nur gelegentlich gibt es textlose Stimmeinsätze) häufig zunächst von einer eher leichtgängigen Seite, um erst nach einiger Zeit krumme Windungen zu vollführen. Da können plötzlich metallische Riffs dazwischenbratzen wie in Android Mustache oder Rabbit, wobei in letzterem sogar ein Gastgrowler ein bisschen herumgrunzt, oder man ergeht sich in ausladenden Ethno-Exkursen vorderasiatischer Art, in denen der pseudotürkische Bandname plötzlich Sinn ergibt. Hierbei werden auch entsprechende Instrumente wie Saz (eine Art Laute) eingesetzt.

Gelegentlich treten auch an Filmmusik gemahnende Passagen dazu, und wenn all diese Stilelemente kombiniert werden, wie in I am the Fungus oder noch mehr in Garlic Venus, erinnert die Musik deutlich an die der Secret Chiefs 3; gerade Garlic Venus hielt ich zunächst sogar für eine Coverversion, so nahe ist die Band hier den Mannen um Trey Spruance.

Solche Hommagen sind jedoch die Ausnahme, insgesamt bietet das Sextett eine eigenständige Version eines Ethno-Jazzrock, der gelegentlich mit einigen Metal-Einlagen durchsetzt ist, flott und locker aus den Boxen sprudelt und dennoch voller krummer Wendungen steckt. Schönes Teil!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.8.2017
Letzte Änderung: 6.8.2017
Wertung: 11/15

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