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Supertramp

Slow Motion

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Blues; Jazzrock / Fusion; Melodic Rock / AOR
Label: EMI Records
Durchschnittswertung: 6/15 (1 Rezension)

Besetzung

Rick Davies vocals, E-piano, harmonica
John Anthony Helliwell saxophone, woodwinds
Bob Siebenberg drums
Mark Hart keyboards, background vocals
Cliff Hugo bass
Carl Verheyen guitar
Jesse Siebenberg percussion
Lee Thornburg background vocals, trumpet, trombone

Tracklist

Disc 1
1. Slow Motion 3:50
2. Little By Little 4:30
3. Broken Hearted 4:29
4. Over You 5:06
5. Tenth Avenue Breakdown 8:58
6. A Sting in the Tail 5:17
7. Bee in Your Bonnet 6:28
8. Goldrush 3:06
9. Dead Man's Blues 8:26
Gesamtlaufzeit50:10


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


In der Rezi-Reihe fehlt Slow Motion als letztes Studioalbum einer der erfolgreichsten Bands der 70er. Seit 2002 hat sich da niemand rangetraut, oder besser gesagt: Niemand hielt die Platte für der Rede wert. Aber ich denke, vollständigkeitshalber sollte sie hier auftauchen.

Das Vorgängeralbum Some Things Never Change konnte mit dem verkrampften Versuch, den Erfolg der alten Zeiten wiederaufleben zu lassen, weder Kritiker noch Käufer überzeugen, wobei die Band Live immer noch große Wirkung entfaltete, auch wenn sie den Glanz des Hodgson-Setups vermissen ließ. Das war das große Problem des Pianisten und Songwriters Rick Davies, dass er mit dem charismatischen Sänger und Gitarristen auch den Autor als seine bessere Hälfte verloren hatte. Und dieser Verlust, so zeigte sich schon beim ersten Album nach dem Split, Brother Where You Bound, ließ sich nicht kompensieren. Eine von unzähligen Fans herbeigesehnte Wiedervereinigung der beiden genialen Haupt-Songschreiber wurde immer wieder angestrebt. Das scheint nach wie vor ausgeschlossen, zumal die Welttournee 2015 „aus gesundheitlichen Gründen“ abgesagt werden musste.

Wer Some Things… gehört hat, für den ist es nicht allzu überraschend, dass der Macher, der alle Titel im Alleingang schrieb und auch als leitender Produzent fungierte, den zweiten Keyboarder am Set, Mark Hart, nicht mehr den Leadgesang übernehmen ließ. Hart war ursprünglich als Hodgson-Ersatz vorgesehen.

Nur ein oder zwei Stücke auf Slow Motion erreichen noch das frühere Davies-Format, es fehlen kompositorische Vielseitigkeit und starke Songstrukturen. Die Band versucht auch hier wieder, ihre Markenzeichen in Stellung zu bringen, die Saxophon-Chorusse und das stakkatoartige E-Piano, aufgepeppt mit etwas moderner klingenden Sounds, wie man sie vom Yamaha DX 7 kennt (die natürlich im heutigen Sinn alles andere als modern klingen und uns mit ihrem gläsernen Timbre direkt zurück nach 1985 schicken wie einst Marty McFly).

Vieles klingt auf eine unaufdringliche Weise nett, gemütlich, zuvorkommend - und in Routine erstarrt. Die Darbietungen wirken nicht lässig, sondern müde, die Helden von einst von den Anstrengungen, endlich wieder etwas Weltbewegendes auf die Beine zu stellen, erschöpft. Ein gutes Beispiel dafür ist der Slow Shuffle Over You mit seinem saftlosen Bläserintro. Der Vergleich ist zynisch oder zumindest ungerecht, aber der Eindruck drängt sich förmlich auf: Hier agiert eine Rentnerband. Minutenlanger kreativer Leerlauf bei Dead Man´s Blues, so kann man jedes Stück auf 9 Minuten aufblasen. Davies´ Stimme hat sich in Klang und Ausdruck indes kaum verändert, er stand vormals für die eher bluesigen oder angejazzten Sachen von Supertramp, die er auch vorwiegend sang. Tenth Avenue Breakdown ist der Song, der am ehesten an seine Glanztaten heranreicht; er ähnelt in vielem Cannonball, ohne freilich das Vorbild zu übertreffen. Einem klassischen Songaufbau Strophe/Refrain geht ein markantes Klavierintro voraus; interessant sind die Bläser-Zwischenparts, die, unterlegt mit Sounds wie aus einem amerikanischen Krimi, einige doch unerwartete Wendungen herbeiführen. Dazu kommen, wie auch bei Cannonball, längere treibende Instrumentalpassagen von Klavier, Saxophon und E-Gitarre. Davies singt: „It´s gettin´ rough“.

Auch der harmonieselige Refrain von Bee In Your Bonnet (Vorlage: Oh Darling von Breakfast...) zeigt, dass es der einzig verbliebene Songwriter eigentlich immer noch kann, die „alten“ Supertramp blitzen kurz auf. Insgesamt sind die Kreativitätslücken aber nicht zu überhören; der Titel Goldrush stammt noch aus den Goldgräbertagen, der Zeit des Debutalbums.

So war Slow Motion zwar ein willkommener Anlass für die Weltournee One For the Road 2002 mit „der besten Besetzung, die Supertramp je hatte“ (Davies), aber man muss feststellen, dass dieses Album - anders als die aus den Tagen der Karrierehöhepunkte - 15 Jahre später so gut wie in Vergessenheit geraten ist.

Anspieltipp(s): Tenth Avenue Breakdown
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.8.2017
Letzte Änderung: 6.8.2017
Wertung: 6/15

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1970 Supertramp 12.50 2
1971 Indelibly Stamped 7.00 1
1974 Crime of the Century 12.33 3
1975 Crisis? What Crisis? 9.00 1
1977 Even In The Quietest Moments 10.00 1
1979 Breakfast In America 9.00 1
1980 Paris 11.00 1
1982 ...Famous Last Words 5.00 1
1985 Brother Where You Bound 12.00 1
1987 Free As A Bird 2.00 1
1988 Live '88 2.00 2
1997 Some Things Never Change 8.33 3
2001 Is Everybody Listening? 11.00 1
2015 Live In Paris '79 - 1

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