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Il Tempio delle Clessidre

Il-Lūdĕre

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Black Widow Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Francesco Ciapica Main Vocals
Giulio Canepa Electric Guitar, Classical Guitar, Backing Vocals
Elisa Montaldo Keyboards, backing Vocals
Fabio Gremo Bass Guitar, Classical Guitar, Backing Vocals
Mattias Olsson Drums, Percussion, Keyboards, Processed Sounds

Gastmusiker

Anna Holmgren Flute on "Manitou"
Andrea Montaldo Percussion on "Gnaffé"

Tracklist

Disc 1
1. Le regole del gioco 1:50
2. La parola magica 4:54
3. Come nelle favole 5:10
4. Dentro la mia mente 7:21
5. Spettro del palco 4:52
6. Prospettive 6:37
7. Manitou 5:22
8. Nuova alchimia 4:35
9. La spirale del vento 8:43
10. Gnaffé 6:19
Gesamtlaufzeit55:43


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @


Als es darum ging, eine Rezi zu Il Tempio Delle Clessidres neuen Album zu schreiben, habe ich laut hier gerufen. Der symphonische Retro-Prog italienischer Prägung hat bei mir irgendwie einen Stein im Brett. Gerne tummeln sich mal die Frühwerke der italienischen Progszene von Banco oder PFM in der Playlist. Also rein damit und erstmal schlucken... „Was bitte ist das?“

Retro-Prog? Symphonisch? Äh... nein!

Vielmehr verzichtet man auf Keyboard-Kleister und fokussiert den italienischen Gesang, der klar und rauchig dominiert. Bis auf ein, zwei Ausnahmen bewegen sich sämtliche Songs im vier- bis sechsminütigen Bereich. Erstaunlich, denn der Vorgänger hatte eigentlich genau das Gegenteil zu bieten. Wichtigste Neuerung auf Il-Lūdĕre ist sicherlich der personelle Wechsel am Schlagzeug, der den in der Progszene durchaus prominenten Namen Mattias Olsson (Änglagård) trägt. Das ist aber insofern unwichtig, da sich Olsson unauffällig und unaufgeregt in das Gesamtbild der Musik einreiht.

Wenn ich vorher davon sprach, dass es hier wenig symphonisch und Retro zugeht, dann muss ich das relativieren. Die Band verzichtet nicht unbedingt auf ihre Markenzeichen, sondern setzt bewusst andere Präferenzen im Klangbild. Statt eines angestaubten Sounds hat man einen druckvollen, klaren und hellen Klang gewählt, der das Ganze frischer klingen lässt. Hört man genau hinein, finden sich sehr wohl Mellotron und schwere Rhythmik wieder. Die Stücke sind dennoch ausgesprochen geradlinig und ermöglichen sofortigen Zugang. Die Komplexität einzelner Bereiche ist gut versteckt untergebracht, fast schon unscheinbar. Dadurch verbreitete sich in den ersten Wochen ein Gefühl von sich anbiedernder Zugänglichkeit bei mir, um nicht von einem poppigen Charakter zu sprechen. Ein wesentliches Merkmal dieses Zugänglichen ist der bereits erwähnte vordergründige Gesang, der die instrumentalen Momente zuvorderst sehr verdeckt. Ich habe jetzt einige Wochen der Auseinandersetzung mit dem Album hinter mir und stelle fest, dass sehr viele tiefgehende Ideen darin verborgen sind.

Dem Titel folgend, der ein Wortspiel ist und übersetzt so etwas wie „sich selbst erschaffenen Illusionen hingeben“ bedeutet, hat man ein Konzept voller Illusionen erschaffen. Erwarte niemals, was du glaubst zu sehen. Das Coverartwork beginnt damit, indem du ausmalen sollst, um es zu erkennen, das sichtbare Bild folgt dem Konzept weiter (getreu dem Motto, „sei dir niemals zu sicher, etwas zu erreichen, wenn du es noch nicht in den Händen hältst“). Auch textlich folgt das Konzept dieser Idee – in Ermangelung der italienischen Sprache kann ich dazu leider nichts weiter sagen. Eines ist jedoch klar: Auch musikalisch hat man mich meiner Illusion beraubt, nämlich, dass symphonischer Retro-Prog immer etwas angestaubt klingt. Hier nämlich nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2017
Letzte Änderung: 4.9.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Il Tempio delle Clessidre

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Il Tempio Delle Clessidre 11.33 3
2013 Alienatura 12.00 1

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