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Vanden Plas

Chronicles of the Immortals - Netherworld (Part 2)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Progmetal
Label: Frontier Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andy Kuntz vocals
Stephan Lill guitar
Günter Werno piano, keyboards
Torsten Reichert bass
Andreas Lill drums

Tracklist

Disc 1
1. Vision 11even: In My Universe 6:25
2. Vision 12eleve: Godmaker's Temptation 5:05
3. Vision 13teen: Stone Roses Edge 6:38
4. Vision 14teen: Blood Of Eden 13:17
5. Vision 15teen: Monster 7:40
6. Vision 16teen: Diabolica Comedia 6:37
7. Vision 17teen: Where Have The Children Gone 4:42
8. Vision 18teen: The Last Fight 7:33
9. Vision 19teen: Circle Of The Devil 7:59
Gesamtlaufzeit65:56


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Es mag schon verwundern, dass Deutschland (und das schon seit dreißig Jahren) eine (so) gute Progmetalband hat, man ist in diesem Bereich doch erst mal auf England, Amerika und - selbstverständlich! - Schweden fixiert. Vanden Plas - auf die Idee muss man erst mal kommen, sich nach gediegen ausgestatteten und weich gepolsterten englischen Mittelklasselimousinen zu benennen. Die ersten Alben fand ich ganz nett zum mal Probesitzen, vom Stuhl gerissen haben mich aber eher die Vertreter aus oben genannten Ländern. Die Pfälzer Prog-Metaller, die hauptamtlich Theaterleute sind und nur „nebenbei“ Musik machen, sind wohl in Frankreich bekannter als hierzulande. Sie haben bislang an den großen Arenen vorbeigespielt - natürlich traten sie beim 6. Night Of The Prog Festival auf der Loreley auf und galten als Volltreffer, blieben dort aber trotzdem im Schatten von Bands wie Threshold, Haken und Dream Theater.

Der zweite Teil der Rockoper „Blutnacht“ ist ein episches Werk und liegt stilistisch nah am ersten Teil (2014); eigentlich hätte man erwarten können, das Projekt zu den Hohlbeinschen Fantasy-Romanen als Doppel-CD serviert zu bekommen. So sind es zwei Abschnitte, und wer den ersten kennt und schätzt, wird auch den zweiten mögen. Vermutlich geht die Band selbst auch von nur einem Teil aus - oder sie scheint der Veröffentlichung nicht sehr viel Bedeutung beizumessen, sonst wäre "Path2", wie es auch genannt wird, längst in der Diskografie auf der Band-Homepage aufgeführt. Hallo, Vanden Plas, das ist eine unverzeihliche Unterlassung!

Zum textlichen Inhalt der Vorlage: Der Protagonist, der unsterbliche Vampyr (sic!) Andrej Delany, steigt hinab ins Pantheon der dunklen Götter, um sich dort mit dem ewigen Leben auseinanderzusetzen. Dementsprechend atmosphärisch düster und unheimlich sind Musik und Arrangement angelegt.

Die Stücke beginnen zum Teil mit ruhigen und wohlklingenden Klavierintros (Blood of Eden, Diabolica Comedia, Where Have the Children Gone), bevor es theatralisch, bombastisch und metallisch wird. Solide arrangierte, musicalhafte Intermezzi bieten Abwechselung, die Leadvocals werden von einem vielstimmigen Chor im Hintergrund unterstützt; das hat etwas Majestätisches (In My Universe, The Last Flight). Gitarren- und Keyboardsoli sind versiert eingebunden (Stone Roses Edge, Monster, Diabolica Comedia, The Last Flight).
Gesonderte Begutachtung verdient der Longtrack Blood of Eden: Die vergleichsweise besinnlichen Strophen werden durch Streicher unterstützt. Blood of Eden hat seine Stärken im dramaturgisch wirkungsvollen Aufbau, einem Spannungsbogen mit konsequenter Steigerung, dem mit einer weiblichen Stimme zum Duett gedoppelten Gesang, theatralischem, klassikrockigem Refrain mit schweren Gitarrenriffs und einigen orchestralen Breaks. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind die in Deutsch und Italienisch gesungenen Textzeilen. Zwischendurch werden die Vocalparts durch Instrumentalteile und Orchesterpassagen aufgelockert, wodurch sich eine abwechselungsreiche und unterhaltsame mélange ergibt.

Vereinzelt war zu vernehmen, dem Werk fehlten „starke Melodien“. Nun, was sind starke Melodien? Der eine Hörer mag einfache, griffige Tonfolgen der andere hat es gern kompliziert, am besten mit unvorhersehbaren Tonartwechseln.
Man muss mit Rockopern klarkommen, mit dem Bombast, den gewaltigen Chören, aber auch mit den ruhigen Momenten, in denen wenig passiert. Rockopern werden auch für die unvergesslichen visuellen Momente geschrieben, und die fehlen auf einem Tonträger natürlicherweise, so dass sich schon mal Leerlauf einschleichen kann, weil das Bild fehlt. Folglich sind Stücke wie das abschließende Circle Of The Devil oder Godmaker´s Temptation opulente Langweiler. Eventuell wäre es spannender gewesen, die Aufführungen am Pfalztheater in Kaiserslautern zu filmen und Chronicles of the Immortals als DVD zu veröffentlichen.

Anspieltipp(s): Vision 14teen: Blood Of Eden
Vergleichbar mit: Chronicles of the Immortals-Netherworld (Part 1)
Veröffentlicht am: 31.8.2017
Letzte Änderung: 31.8.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Vanden Plas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Colour Temple 10.00 1
1996 AcCult 9.00 1
1997 The God Thing 11.50 2
1999 Far off grace 10.50 2
2000 Spirit of live 11.00 1
2002 Beyond Daylight 12.50 2
2006 Christ 0 10.00 3
2010 The Seraphic Clockwork 11.00 1
2014 Chronicles Of The Immortals - Netherworld (Part One) 12.00 2

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