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The Tronosonic Experience

The Tronosonic Experience

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Jazz; Jazzrock / Fusion
Label: Challenge Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Øyvind Nypan guitar
Ole Jørgen Bardal saxophone
Per Harald Ottesen bass
Ivar Loe Bjørnstad drums

Tracklist

Disc 1
1. Die Streif 3:49
2. Maelstrom 4:50
3. No Country For Young Men 3:53
4. Light as a Feather, Heavy as a Lead Balloon 4:12
5. The Crossing 5:21
6. A Quiet Flame 6:47
7. Catching The Nile Perch 5:59
Gesamtlaufzeit34:51


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Im Sommer gibt es im nördlichen Norwegen zwei Monate, in denen die Sonne nie untergeht. Im Winter sind es dann zwei bis drei Monate, in denen sie nicht mehr aufgeht. In dieser Zeit der ungemütlichen und dunklen Tage, die Sonnenwende und deren unbeschwerte Festivitäten sind lange vorüber, ist das Erstlingswerk der Tronosonic Experience angesiedelt. Die klare Mittsommernachtssonne ist nicht mehr als eine blasse, wehmütige Erinnerung. Empfindliche Personen können sogar von depressiven Verstimmungen in Mitleidenschaft gezogen werden, denn es ist, wenn überhaupt, nur dämmerig-hell; die volle Tageshelligkeit gibt es zwischen November und Februar gar nicht mehr. Das verringert andererseits die Schlafprobleme, unter denen dort viele Menschen im Sommer leiden. So auch bei dieser musikalischen Reise: Es ist sicherlich für einige Hörer nicht ganz einfach, bei den an drei stürmischen Dezembertagen in einem kleinen Studio direkt am Atlantik aufgenommenen Instrumentalstücken über die volle Distanz die Augen offen zu halten, zu gleichförmig bleiben Metrum und Variationen.

Die Musik mit Livecharakter und der genreuntypischen Besetzung E-Gitarre, E-Bass, Saxophon und Schlagzeug wirkt kühl und avantgardistisch. Die Band selbst bezeichnet ihr Schaffen als „hard-hitting avant-jazz-punk-rock“. Stilistisch sind die - wie A Quiet Flame - meistens langsamen, schon fast bedächtigen Stücke eher im Jazz als im Rock angesiedelt; die vorhandenen Rockelemente werden vor allem vom verzerrten Gitarrenspiel beigesteuert (Die Streif, The Crossing), der Takt bleibt im unspektakulären 3/4 oder 4/4, hier wird nicht experimentiert. Die Musiker ließen sich von sehr unterschiedlichen Vorbildern inspirieren: Sie geben Ornette Coleman und Black Sabbath, John Coltrane und King Crimson, Cecil Taylor und Terje Rypdal an.

Bassist und Schlagzeuger legen ein rhythmisches Fundament, über dem Gitarre und Saxophon gemeinsam Melodielinien spielen, von denen sie sich zunehmend lösen und frei improvisieren, um am Ende wieder zum Ausgangspunkt zurückzufinden. Dabei variieren die grundlegenden Patterns nur wenig (so bleibt der Bass auf Catchin the Nile Perch bei seiner wiederkehrenden pentatonischen Figur), so dass den Improvisationen mit tonartfremden Notenfolgen zwar genügend Raum gegeben wird, aber vor allem rhythmische Überraschungen ausbleiben und sich mit der Zeit eine schon suggestive Monotonie einstellt.

Man muss sich auf Stimmung und Atmosphäre dieser durchaus gekonnt in Szene gesetzten Musik einlassen (können). Kenner und Liebhaber, die mit oben genannten Inspirationsquellen vertraut sind, sollten diesem norwegischen Quartett mal ein Ohr leihen.

Anspieltipp(s): The Crossing
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.9.2017
Letzte Änderung: 5.9.2017
Wertung: 9/15

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