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Terutsugu Hirayama

Castle Of Noi

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983 (CD-Reissue 2003, Nexus)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: King Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Terutsugu Hirayama Guitars, Voice, Synthesizers
Ryuji Sasai Bass
Ryuichi Nishida Drums
Motoi Senba Piano, E-Piano, Organ, Synthesizers
Kaori Shimomachi Voice

Tracklist

Disc 1
1. Opening and Maintitle 1:55
2. Mystic world 4:44
3. Nelfelti 1:38
4. A boy and a cat soldier 2:54
5. The Scene 7:06
6. Teles Pharas Maris 7:16
7. Castle Of Noi 10:53
Gesamtlaufzeit36:26


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Terutsugu Hirayama kennt man auf diesen Seiten vielleicht als den hauptamtlichen Gitarristen und gelegentliche Keyboarder der vor allem in der ersten Hälfte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts tätigen Japanischen Hardprog-Legende Novela. In der Mitte des Jahrzehnts startete Hirayama dann mit Teru's Symphonia ein eigenes Bandprojekt. Schon vorher hatte er jedoch ein Soloalbum eingespielt, welches 1983 unter dem Titel "Castle Of Noi" veröffentlicht wurde. Bis dato ist es das einzige Solowerk des Japaners geblieben.

Im Beiheft des mir vorliegenden CD-Reissues von Nexus (aus dem Jahre 2003 – im sehr schmucken Digipack) sind die Besetzungsangaben allerdings mit Terutsugu Hirayama & Teru's Symphonia überschrieben, so dass man "Castle Of Noi" auch als erstes Album von Teru's Symphonia ansehen könnte. In stilistischer Hinsicht wäre das sicher vertretbar, doch steht oben auf dem Cover deutlich und nur Terutsugu Hirayama, so dass wir das Album einmal als richtiges Soloalbum ansehen wollen.

Ein klangvoller, sehr tastenlastiger, recht typisch Japanischer, bisweilen etwas kitschiger, alles in allem aber sehr unterhaltsamer, stellenweise gar mitreisender und erstaunlich komplexer Symphoprog ist hier zu hören, der zudem gelegentlich in hymnisch-neoprogressive Gefilde gerät. Tasten bestimmen das Klanggeschehen, sattes Georgel, Synthesizerflächen und Stringensemble, aber auch kernigere Pianoeinlagen und jazzige E-Pianolinien. Dazu lässt Hirayama bisweilen die Gitarre härter krachen (man höre z.B. gleich den Anfang von "Mystic World"), begleitet vom kraftvollen und verspielt zwirbelnden Bass und einem meist recht wuchtigen Schlagzeug. Der Sound ist für eine 80er-Jahre-Produktion erfreulich voll und dynamisch, und sogar das Schlagzeug klingt durchweg wie ein solches (und nicht wie eine Ansammlung von Pappschachteln).

Gesungen wird auch bisweilen, von einer Dame meist, was die Musik leicht in Richtung Pop trägt, doch sorgt die Band mit komplexem Geprogge schnell dafür, dass dieser Eindruck wieder verschwindet. Dann gibt es da noch kurze humorig-bizarre Einlagen (im kurzen "Nelfelti" z.B.), in denen eher schlichtes Tastengeschunkel von Gesangseinlagen a la Schlümpfe auf Japanisch begleitet werden. Dem Album liegt wohl ein Konzept zugrunde, was diese seltsamen Momente vielleicht erklärt, doch sind die im Beiheft zu findenden, recht umfangreichen Texte ausschließlich in Japanisch verfasst. Anderes klingt dann, was Tasten- und Gitarrenarbeit anbelangt, sehr nach Neoprog ("A boy and a cat soldier").

Ab "The Scene" wird das Album dann aber richtig gut, bietet einen klassischen, farbig, komplex und aufwendig instrumentierten, klangvollen, schwebend-intensiven bis kernig-bombastischen Tastenprog (der gelegentlichen Richtung Wakeman schielt), ab und zu versehen mit schmachtendem, aber durchaus erträglichem (oder eigentlich ganz gut dazu passendem) Japangesang, und jaulend-hardrockigen Gitarreneinlagen. Im abschließenden Titelstück geht es schließlich nochmal gut zur Sache, getragen vom knackigen Bass und den jaulenden Synthesizern. Die Nummer ist sicher der Höhepunkt des Albums (knapp gefolgt von "The Scene"), auch wenn hier nochmals kurz die Schlümpfe einen Auftritt haben.

"Castle Of Noi" ist ein sehr nettes Scheibchen mit gutklassigem Symphobombast-Japanprog aus den 80ern, das weder mit Quietschgesang, noch mit flacher Plastikproduktion und Dosenschlagzeug nervt. Wer diesen typischen Japanprog der 80er liebt, der sollte hier jedenfalls zugreifen. "Castle Of Noi" ist eines der besten Alben dieses Subgenres, welches mir bisher unter die Ohren gekommen ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.9.2017
Letzte Änderung: 5.9.2017
Wertung: 10/15

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