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Pendelirium

Atlas

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; Neoprog; RetroProg
Label: Pendelirium
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Kristian Amlie vocals, guitar, bass, keyboards
Katrine Amlie vocals, guitar, keyboards

Gastmusiker

Petter Amlie drums on 3,4,6
"Steve" of StudioPros drums on 1,7

Tracklist

Disc 1
1. Dawn 4:56
2. Fear the Quiet Ones 4:50
3. Smell of the Flowers 4:45
4. Cold 5:35
5. Holding Up The Sky 3:10
6. The Race 4:32
7. The Audition 32:53
8. Catch a Snowflake 2:20
Gesamtlaufzeit63:01


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Norwegen. Schon wieder Norwegen. Zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen kommt aus diesem Textverarbeitungsprogramm eine Rezension über eine norwegische Band. Das ist mit denen ja wie mit der Hydra - verschwindet eine, kommen zwei neue. Dabei war das arrivierte Fachpersonal von Magic Pie noch nicht einmal dabei. Erst ProgMetal, dann Jazz/Avantgarde und jetzt…..was kann man dazu sagen? Nennen wir es einfach Neo-Prog, diese Bezeichnung passt eigentlich auf alles, was sich sonst schlecht unterbringen lässt. Irgendwo. Also, die können es einfach, die Norweger.

Bereits 2008 wagten sich die Zwillinge Kristian und Katrine Amlie musikalisch aus dem Fjord, trauten sich aber nur, zwei Singles zu veröffentlichen. Schließlich nahmen die beiden ehemaligen Hobbymusiker allen Mut zusammen und beschlossen, einen Longplayer zu produzieren. Nach sechs Jahren harter Arbeit, unverdrossenen Songwritings, Aufnehmens und Mixens konnte nun das Debütalbum „Atlas“ fertiggestellt werden. Die Geschwister sind sehr glücklich, wie sie sagen, dass sie der Öffentlichkeit diese acht Songs präsentieren können, die sich in Stil und Atmosphäre sehr unterscheiden, aber alle ein gemeinsames Thema haben: Den unglücklichen Titanen, der dazu verdammt war, den Himmel zu stemmen. Sie sagen es so, als hätten sie selbst nicht daran geglaubt, den Brocken bewältigen zu können.

Das ungelenke schwarz/weiße Cover-Artwork besitzt die Anmutungsqualität einer Kinderbuchillustration: Riese Wackelzahn schleppt einen Felsblock durch einen vernebelten Märchenwald. Die Wiedergabe sieht aus wie mittels einer obsoleten Technik gedruckt, wie aus einer Zeit, als Farbdrucke noch nicht so ohne Weiteres realisierbar waren.
Das fällt unter norwegische Eigenwilligkeit.

Glücklicherweise gibt es an der Musik des Zwillingsprojekts nicht so viel auszusetzen.
Sie beginnt mit einem temperamentvollen Instrumental, bevor Katrine Amlie mit ihrer hellen und klar artikulierten Stimme beweist, dass aus ihr auch eine gute Folksängerin geworden wäre. Überhaupt, Folk und sogar Countryelemente (Slide-Guitar!) sind in dieser zugänglichen Musik präsent (Fear the Quiet Ones, Smell of the Flowers, Cold). Hinweise auf musikalische Vorbilder gibt es viele - Progressive Rock, Pop und auch ein beträchtlicher Anteil Klassik.

Holding Up the Sky ist ebenfalls ein Instrumental, sehr atmosphärisch, vorwiegend mit Akustikgitarre eingespielt.

Auch das spektakuläre, 33 Minuten lange „Epizentrum“ dieses Albums, The Audition, beginnt instrumental und hält auch im späteren Verlauf die Spannung mit längeren Instrumentalpassagen.
Ich höre das Teil jetzt zum sechsten Mal, und es zeigt nicht die geringsten Abnutzungserscheinungen. Im Gegenteil.
Die gut gelaunten Melodien werden mal von Synthesizer-Layern oder Hammond-Mehrklängen, mal von einer Rhythmusgitarre sekundiert. Songwriter Amlie trickst mit unvorhersehbaren harmonischen Wendungen. Die Amlies singen auch einige Strophen im Duett; es fällt auf, dass Kristian Probleme in den tiefen Lagen hat.
Das Ende des ersten Teils wird nach sechseinhalb Minuten durch eine langgezogene Hammondfläche angezeigt, auf die ein Pianosolo als Zwischenspiel folgt, bevor der lyrische zweite Teil von einer Akustikgitarre eingeleitet wird.
Ein rhythmischer Vokalpart mit Kristian Amlie am Mikro und string-unterfütterter Rhythmusgitarre führt diese klangvolle Episode fort. Ab Minute 16 wird der Track von einer Bassfigur dominiert, auf deren Fundament Piano- und Gitarrenimprovisationen aufgebaut werden. So folgt Teil auf Teil, wobei die Abschnitte und die Bridges sehr unterschiedlich instrumentiert sind, mal sind die Gitarren im Vordergrund, mal die Keyboards. Zwischendurch wird es dann auch mal richtig rockig. Im Prinzip besteht Audition aus mehreren einzelnen Stücken, die durch Übergänge verbunden sind, aber musikalisch keine Zusammenhänge erkennen lassen. Diese werden höchstwahrscheinlich im Text liegen.
Hervorzuheben sind die vielen „gedeckten“ Harmonien, etwa aus aufeinandergeschichteten Terzen (Gitarre und Synthesizer) und das wohlklingende Lead-Synth Solo (Minute 22). Die Synthesizersounds sind generell gut gewählt. An vielen Stellen zeigt Amlie sein Talent für geschickte Harmoniefolgen.

Was für eine ergiebige nordische Klangmischung! Die Evidenz der alten Weisheit: „Ein gut Ding will Weil´ haben.“

Anspieltipp(s): The Audition, Dawn
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.9.2017
Letzte Änderung: 7.9.2017
Wertung: 11/15
ein, zwei Folk-Hänger, aber der Longtrack reißt´s raus

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