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Daydream XI

The Circus of the Tattered and Torn

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tiago Massetti Vocals and Guitars
Marcelo Pereira Guitars
Bruno Giordano Drums

Gastmusiker

Benhur Lima Bass guitar
Joey Izzo Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Ticket 000011 1.41
2. Open the Curtain 3.20
3. Trust-Forged Knife 5.02
4. Painted Smile 6.48
5. Windblown 2.37
6. A Cup of Agony 5.57
7. Overhauling Wounds 10.40
8. Collector of Souls 6.24
9. Forgettable 9.28
10. The Love that never was 4.13
11. The Circus of the Tattered and Torn 15.28
Gesamtlaufzeit71:38


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Der Zirkus der Ramponierten und der Zerrissenen. So könnte man den Titel „The Circus of the Tattered and Torn“ übersetzen, den das brasilianische Progmetal-Trio Daydream XI ihrem zweiten Vollzeit-Werk gegeben hat. Ein Trio übrigens, das durch die Hinzunahme von zwei Gastmusikern das vorliegende Album als Quintett aufgenommen hat.

Was der Titel signalisiert, findet seine Entsprechung nicht nur in martialischem Artwork und den Songtexten voller Leid und Schmerz, sondern natürlich auch in der dramatischen Musik, die die Elemente von Power Metal und Progmetal zumindest andeutungsweise im Rahmen einer Rockoper, oder eines Konzeptwerkes zu präsentieren scheint.

So fängt das Album mit den Musical-artigen, nur von dezenten Gitarren begleiteten Dialogen, die vermutlich die Story des beginnenden Konzeptalbums ankündigen. Darin geht es um die Feststellung, dass viele Menschen sich nach Leid und Liebe sehnen, ob als Wirklichkeit, oder als Illusion auf der Bühne oder auf der Leinwand. Auch in dem abschließenden Titeltrack kommt das Musical-artige stellenweise zum Vorschein.

Bereits im zweiten Track zeigt sich eine von zwei wichtigsten musikalischen Facetten des alleinigen Stückeschreibers, Sängers und Gitarristen Tiago Masseti. Das wäre die ein wenig mit Power Metal Flirtende, die mittels Chorgesängen und einer virtuos und energetisch agierenden Progmetal-Besetzung eine imposante und stellenweise bombastische Kulisse aufbaut. Bei den aberwitzig schnell gespielten komplexen Einfällen könnte man glatt den Eindruck gewinnen, dass in den ersten zwei Minuten von „Open the Curtains“ die gesamten Ideen für ein ganzes Album so manch anderer Band stecken könnten.

Dem Komponisten Masseti gelingt es auf sehr überzeugende Weise, die Heavy Rock-, Hard Rock- oder Power Metal-Einflüsse auf ein angenehmes Maß zu reduzieren, so dass man unter dem Strich eine doch geschmackvoll wirkende Variante des Progmetal geboten bekommt. Solche sorgsam verwendeten Zutaten machen die Musik von Daydream XI wohl zu etwas Besonderem. Und zwar zu einer Verschmelzung von virtuoser Raserei mit den Gesangsthemen, die in der der Rock-Tradition gehalten werden und dennoch unverbraucht rüberkommen. In diesem Punkt siehe ich gewisse Gemeinsamkeiten zwischen Pain of Salvation und Daydream XI. (Diese Verbindung zu der Rock-Tradition wäre für mich die zweite wichtige Inspiration des Tiago Masseti).

„Painted Smile“ beginnt sogar mit einer virtuos gespielten Bassgitarre, die man stellenweise auch noch im weiteren Verlauf des Stückes zu hören bekommt. Ein Phänomen also, das man im Bereich des Progmetal nicht so oft antrifft. Noch eine Besonderheit ist die Cover-Angabe, dass die Bassgitarre von Tomas Gonzaga und Benhur Lima arrangiert und von dem letzteren gespielt wurde. Zumindest durfte der Gast-Keyboarder Joey Izzo seine Parts vollständig selber arrangieren.

Neben treibend-kraftvollen Teilen dürfen natürlich auch symphonisch-balladeske Momente nicht fehlen. Wie diese von „Windblown“, wo der Sänger nur vom Klavier und den Streichern begleitet wird. Nach den ganzen Power Metal-Anleihen hätte mit „The Love that never was“ sogar eine intim wirkende Ballade mit dominanten akustischen Gitarren gelingen können, wenn der Sänger bloß nicht so aufgekratzt agieren würde. Aber die Erinnerung an die Liebe, die keine war, scheint bei ihm alte Wunden aufgerissen zu haben.

Der erste und der abschließende Teil von „Collector of Souls“ klingen überraschenderweise nach einer Mischung aus Gospel und Blues, und zwar nur für den mehrstimmigen Gesang und Piano arrangiert. Bei dem bluesrockigen Mittelteil hätten auch die früheren Whitesnake Pate stehen können.

Was sich da in den sehr kurzweilig ausgefallenen 71 Minuten von „The Circus of the Tattered and Torn“ abspielt, ist prächtig und farbenfroh arrangierter, kompetent gespielter und gesungener Progmetal mit einer vergleichsweise unaufdringlichen Power Metal-Schlagseite sowie den diversen oben genannten Anleihen.

Insgesamt kann das Album wahrscheinlich sowohl die Fans von Dream Theater, als auch die Symphony X-Sympathisanten zufriedenstellen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.10.2017
Letzte Änderung: 2.10.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Daydream XI

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 The Grand Disguise 10.00 1

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