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Perihelion Ship

A Rare Thunderstorm in Spring

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Metal; RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andreas Hammer Guitar, Vocals
Jani Konttinen Hammond Organ, Mellotron
Jouko Lehtonen Bass Guitar
Jari-Markus Kohijoki Drums

Gastmusiker

Joonas Pyhtilä Drums (5)
Alma von Creutlein The Many Voices of the Godmachine

Tracklist

Disc 1
1. Misplaced Rainfall 8:58
2. The Emperor Idea 7:38
3. Fool of White Antlers 8:57
4. The Poet from the Mad Moon 4:48
5. A Rare Thunderstorm in Spring 21:07
Gesamtlaufzeit51:28


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @


Gerade vor zwei Tagen hat die finnische Band ihr Zweitwerk veröffentlicht. Da wird es Zeit, dass die Besprechung ihres Debuts "A Rare Thunderstorm in Spring" nachgeholt wird.

Die Band wurde 2013 in Helsinki gegründet. Das erste Lebenszeichen gab es 2014 mit einer Demo-EP; 2016 erschien dann das Langspiel-Debut. Die Band bezeichnet ihren Stil selbst als "Extreme Progressive Metal", wobei ich das nur in Teilen als richtig erachte. Denn, wie sie auch selbst weiter ausführen, versuchen sie, durch die Einbeziehung von Hammond Orgel und Mellotron diesen Stil mit dem klassischen (Retro-)Prog solcher Acts wie Änglagård und Anekdoten zu kombinieren.

Es ist unüberhörbar, dass eines ihrer größten Vorbilder die Band Opeth sein dürfte. Mittlerweile muss man ja sagen, dass die Schweden mit ihrer Death-Metal-Vergangenheit (zumindest auf den Studio-Alben) abgeschlossen und sich dem Retro-Prog und -Rock zugewandt haben. Und genau diese Verwandlung machen Perihelion Ship mit. Dabei kombinieren sie die beiden Genres Death Metal und Retro Prog auf eine Weise, wie es Opeth eben nicht getan haben.

Exemplarisch sei dies am Opener Misplaced Rainfall nachvollzogen. Es beginnt mit einem lyrischen Mellotron-Solo, zu dem sich alsbald eine akustische Gitarre gesellt. Dann steigt die Band ein, wobei das Geriffe härter wird und mit cleanem Gesang eine Strophe intoniert wird. Nach kurzem, ruhigem A-Gitarren-Intermezzo gibt es einen Überfall mit Double-Bass und versiertem Grunz-Gesang (spätestens hier steigen Big Big Train-Adepten aus). Im Anschluss wechseln sich das Gegrunze mit cleanem Gesang ab, wobei der Gesang und die Heavy-Gitarren mit Mellotron und Hammond unterlegt sind. Dieser Parforce-Ritt endet dann wieder in einem lyrischen Orgel-Ausklang.

Dies ist in etwa die Blaupause, die sich auf alle fünf Songs anwenden lässt. Manches ist etwas schwelgerischer mit Mellotron untermalt, mal gibt es etwas mehr Akustik-Gezupfe. Und im abschließenden Longtrack kommt noch eine Gast"sängerin" dazu, die aber eher Erzähleinlagen von sich gibt.

Perihelion Ship ist mit "A Rare Thunderstorm in Spring" ein durchaus beachtliches Debut geglückt, das man getrost zu den besten in 2016 zählen darf. Die Platte sei auf jeden Fall allen Opeth-Fans empfohlen, die zwar den Wechsel ihrer Lieblinge ins Retro-Fach mitgemacht haben, jedoch die alten Death-Metal-Trademarks vermissen. Andererseits könnte sich der gemeine Retro-Progger an eben jenem Grunzgesang stören. Sofern aber etwas Toleranz dafür vorhanden ist, sei diese Platte auch dieser Zielgruppe empfohlen!

Besonders hervorheben möchte ich übrigens noch noch das wunderbar stimmungsvolle Cover-Aquarell, das sich sicherlich in LP-Größe sehr gut machen würde.

Anspieltipp(s): Misplaced Rainfall
Vergleichbar mit: Opeth spielen Retro-Prog und verleugnen dabei nicht ihre Vergangenheit
Veröffentlicht am: 3.10.2017
Letzte Änderung: 3.10.2017
Wertung: 11/15

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