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Lifesigns

Cardington

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Neoprog; RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

John Young Keyboards and Vocals
Frosty Beedle Drums,Percussion,Backing Vocals
Jon Poole Basses,Bass Pedals and Backing Vocals

Gastmusiker

Robin Boult Guitars
Menno Gootjes Guitars
Steve Rispin Sound Engineering,Airship Sound Sculptor
Dave Bainbridge Guitars
Niko Tsonev Guitars

Tracklist

Disc 1
1. N 10.57
2. Voice in my Head 5.35
3. Chasing Rainbows 3.40
4. Different 9.19
5. Impossible 5.25
6. Touch 4.00
7. Cardington 10.40
Gesamtlaufzeit49:36


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Lifesigns, bzw. deren musikalischer Leiter John Young scheint sich mit dem umtriebigen Label Esoteric Records nicht so gut verstanden zu haben, also hat man die auf den Erstling folgenden Veröffentlichungen, wie die Konzert-CD/DVD und das vorliegende zweite Studio-Album durch pledgemusic, bzw. durch die Fans finanzieren lassen.

„Cardington“, das zweite Studiowerk von Lifesigns, mag ja nicht ein durchgehendes Konzeptalbum sein, aber zumindest der Titelsong und das Artwork widmen sich der tragischen Geschichte von R101, eines britischen Verkehrsluftschiffs, das Ende der 30er Jahre des 20ten Jahrhunderts vielen als ein Zeichen des technischen Fortschritts galt. Wer sich jetzt an die Songtexte von Big Big Train erinnert fühlt, der wird vermutlich auch die Musik von Lifesigns mögen.

Im Gegensatz zum Erstling fehlen auf „Cardington“ zwar die ganz bekannten Prog-Namen, oder Gäste wie Nick Beggs, Thijs Van Leer und Steve Hackett, aber da es sich bei Lifesigns um ein Projekt des fast alleinigen Stückeschreibers, Keyboarders und Sängers John Young handelt, wird das beachtliche musikalische Niveau auch mit den etwas weniger bekannten Namen gewährleistet. Alleine schon acht Namen als Executive Producers zeigen, dass hier nicht nur kompositorisch, sondern auch klangtechnisch nichts dem Zufall überlassen wird.

Die vier gastierenden Gitarristen sorgen für die zahlreichen melodischen und songdienlichen Solos in den Stücken, die vorwiegend von der geschmackvollen und vergleichsweise zurückhaltenden Keyboardarbeit von John Young und natürlich von seinem Gesang getragen werden.

Es sind auf „Cardington“ zwar keine musikalischen Überraschungen zu erwarten, aber man wird die mit netten und gefälligen Gesangsmelodien aufwartenden Lifesigns-Stücke trotzdem in keinem Hit-Radio-Sender zu hören bekommen. Dafür die Instrumentalparts doch ein wenig zu ausgebaut und so manche Gesangsmelodie doch mit den für den Hit-Radio-Macher zu anspruchsvollen Harmonien ausgestattet.

Das durchgehend wohltuende Retroprog-Gefühl wird offenbar weder angestrebt noch erreicht, selbst wenn stellenweise damit geflirtet wird. Wie zum Beispiel in dem Titeltrack. Dafür fügen sich die Elemente von Artpop, AOR, Neo- und Retroprog auf „Cardington“ zum atmosphärischen Melodic Prog zusammen, der die Fans solcher Musik zufriedenstellen wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: stellenweise mit Big Big Train
Veröffentlicht am: 4.10.2017
Letzte Änderung: 4.10.2017
Wertung: 10/15

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 2 von 2)


Lifesigns zeigen Lebenszeichen. Und wie! Durch Mundpropaganda wurde das Trio weit über Britains Grenzen hinaus bekannt und avancierte von einer Pub-Band zu einem Live-Act, der schon mal vor einer Fünfzigtausenderkulisse aufspielte. Der selbstbetitelte Erstling war trotz solider Ausführung und arrivierter Gastmusiker für viele noch zu weichgespült (Stichwort „Susi-Prog“, Fridge Full Of Stars mit einer Tendenz zur Rührseligkeit ist als mahnendes Beispiel zu nennen), aber für das zweite Projekt haben sich die gesetzten Herren mit einer Riege ambitionierter Gitarristen verstärkt. Das Ergebnis kann also nur kraftvoller ausfallen: N und Cardington, mit jeweils über 10 Minuten Lauflänge, sind hier die Schmuckstücke, und bereits sie allein vermitteln eine Reihe von Aha-Erlebnissen.

N fängt schon gleich mal mit einem lebendigen 7/8-Takt an, der sich im weiteren Verlauf zu einem 8/8 (bzw. 4/4) bequemt. Und es wird schnell klar: Frosty Beedle ist mit dem fehlenden Achtel alles andere als überfordert. Facettenreich, ungezwungen und verwoben mit Mellotronpassagen geht es weiter.

John Young hält sich mit auffälligen Keyboardsoli zurück und beschränkt sich weitgehend auf Verzierungen und Flächen aus variabel übereinandergelegten Soundlayern - bis auf das herrliche Moog-Solo auf dem abschließenden Cardington - aber er hat ja seine Saitenmänner. Wenn die Kompositionen nämlich Gefahr laufen, an Stringenz zu verlieren oder sich Eintönigkeit einzuschleichen droht (Voice in My Head, Chasing Rainbows), wird der Mix durch das eine oder andere Gitarrensolo aufgewertet.

Die Songs sind hauptsächlich im Midtempobereich angesiedelt, der Fokus liegt auf ausdrucksstarken Melodien.

Different (dritter Longtrack) ist da nicht anders, wieder geprägt von sphärischen Synth-Pads, die Gitarren machen zwischendrin ein wenig Druck. Das Ganze bleibt jedoch bedächtig aber durchaus griffig im Balladenbereich, mit einer Oboe im instrumentalen Mittelteil, die vermutlich keine ist, sondern ein respektloser Sample-Klon.

Touch berührt mit Marimba-Feeling, einer dramatischen Steigerung im Songverlauf und einem weiteren qualifizierten Gitarrensolo. Bassist Jon Poole (Ex-Cardiacs), der den blonden Rastaman Nick Beggs ersetzte, groovt wirklich gut ab.

Cardington ist der charismatische Titeltrack. Der Name bezeichnet einen geschichtsträchtigen (siehe Siggys Rezi) Zeppelinhangar in Bedfordshire. Die so genannten „Cardington Sheds“ beherbergen heutzutage nicht nur den „Mighty Airlander“, sondern werden von diversen Bands als Rehearsal-Rooms genutzt. Was für eine Doppelfunktion!
Komponist Young liefert wieder einen vertrackten Rythmus ab, zählt mal alle mit. Wie lässt sich 30 ganzzahlig durch vier teilen? Na klar, gar nicht. Diesmal wechseln also zwei 7/8 mit zwei 8/8 ab, und zu allem Überfluss streuen der Mann an den Keyboards und sein Partner in Crime, Post-Punker Poole, noch ein paar Synkopen ein. Da freut sich später mal die Cover-Band. Und, jetzt schon, der Rezensent. Die Songteile greifen unter Tempowechseln sauber ineinander, Instrumentalparts wechseln mit Gesangsparts. Die Atmosphäre ist optimistisch und verheißungsvoll. Das gelungen eingepasste Gitarrensolo erinnert, wenn auch nicht durchgängig, etwas an Brian May. Und zum Schluss hören wir das Luftschiff, flap, flap, flap, davonfliegen.

Das gesamte Album bietet eine entspannte Musik mit überraschenden Soundideen und geschmackvollen Klangkombinationen. Die Songs sind gleichermaßen progressiv und zugänglich, geeignet, um nach einem langen, harten Tag zum Relaxen reinzuhören, ohne dass sie zu simpel wirken und einem durch überflüssige Banalitäten auf den Geist gehen. Der Gesang passt zu den Arrangements, er drängt sich nie penetrant in den Vordergrund. Die Gitarrenvielfalt ist wohl der wesentliche Unterschied zum Vorgänger, die vier Gitarristen beleben das Klangbild und dynamisieren die Abläufe.

Anspieltipp(s): N, Cardington
Vergleichbar mit: Southern Empires
Veröffentlicht am: 7.10.2017
Letzte Änderung: 7.10.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lifesigns

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Lifesigns 7.00 2

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