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Premiata Forneria Marconi

Emotional Tattoos

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; Melodic Rock / AOR
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 5/15 (1 Rezension)

Besetzung

Franz Di Cioccio lead vocals, drums
Patrick Djivas bass
Alessandro Scaglione keyboards, Hammond, Moog
Lucio Fabbri violin
Marco Sfogli guitars
Roberto Gualdi drums
Alberto Bravin keyboards, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. We're Not An Island   (English version) 7:12
2. Morning Freedom 6:06
3. The Lesson 5:08
4. So Long 5:56
5. A Day We Share 6:03
6. There's A Fire In Me 4:55
7. Central District 5:27
8. Freedom Square 4:47
9. I'm Just A Sound 5:57
10. Hannah 5:16
11. It's My Road 5:07
Gesamtlaufzeit61:54
Disc 2
1. Il Regno   (Italian version) 7:12
2. Oniro 6:06
3. La lezione 5:08
4. Mayday 5:56
5. La danza degli specchi 6:03
6. Il cielo che c'è 4:55
7. Quartiere generale 5:27
8. Freedom Square 4:47
9. Dalla Terra alla Luna 5:57
10. Le cose belle 5:16
11. Big Bang 5:07
Gesamtlaufzeit61:54


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Au weh!

Das ist aber richtig schiefgegangen.

Sie hatten ein "problem when it came to picking the singles" sagte Patrick Djivas neulich dem englischen Prog. Das kann ich gut verstehen…. Aber Djivas nannte als Grund "There are no weak songs on the album" – das kann ich nun wiederum nicht verstehen. Das Gegenteil ist richtig: Es sind ausschließlich schwache Songs auf dem Album. Und das sogar zwei Mal: In italienischer wie in englischer Fassung.

Herrje! Man fühlt sich ein wenig an die PFM der 80er Jahre erinnert. "Emotional Tattoos" enthält fast ausschließlich seichten Poprock, für den es eine Band dieses Kalibers nicht braucht. Solche Musik können so viele andere auch machen, da brauchen PFM ihre Zeit und ihr Talent nicht zu verschwenden. Generischer Rock von einer gewissen, allerdings immer zurückhaltenden Härte, mal mehr, mal weniger ins Folkige neigend. Von den Großtaten, für die PFM zu Recht berühmt sind, ist das hier denkbar weit entfernt. Vielleicht sollten sie sich mal in Rocklexika nachschlagen, da steht etwas über die wichtigste Band des italienischen Progressive Rocks – die Poprockalben dagegen werden nur nebenbei erwähnt.

Ein bisschen – ein wirklich sehr kleines bisschen – proggiger wird es mit "La danza degli specchi", da gibt es schön arrangierten Gesang und, ach naja, so bisschen angeproggte Passagen halt, aber das hält sich alles in den Grenzen, die dem Poprock nun einmal gesteckt sind. "Freedom Square", das ist eindeutig ein Prog-Instrumental, das hat Komplexität und gleichzeitig Drive, sowas ist zwar auch nicht auf Augenhöhe mit den Klassikern, macht aber immerhin richtig Spaß. So hätte das ganze Album sein dürfen. Ähnlich ist auch der Mittelteil von "Dalla Terra alla Luna" – damit hat sich's dann allerdings leider.

"Everyone who's heard it so far has been very surprised by it" sagt Djivas noch - das glaub' ich sofort. Elf Jahre Wartezeit (seit dem letzten Studioalbum "Stati di immaginazione", 2006) – und dann das? Dafür hat die Band elf Jahre gebraucht? Und: Wieso jetzt ein Poprockalbum? Die Band spielt live doch nur ihre Progklassiker. Wir haben's erleben dürfen, bei einem denkwürdigen (und peinlicherweise nicht ausverkauften) Konzert in Aschaffenburg. Wenn sie sich also als Progband verstehen, als Progband von historischer Bedeutung sind, und als Progband geliebt werden, dann sollten sie auch ein Progalbum machen. Oder glauben PFM, dass ihre Fans sie wegen solcher Musik mögen? Und nicht vielleicht eher wegen "Storia di un minuto", "Per un amico" oder "L'isola di niente"?

Bevor Ihr jetzt an Yes' "Heaven & Earth" denkt: Ganz so katastrophal ist es nicht. Im Gegensatz zu der Peinlichkeit, die uns die Engländer vor einigen Jahren ins Gesicht schlugen, ist dieses Album hier klasse produziert, die Band klingt kraftvoll und dynamisch. Wer PFM mal mit richtig Power hören wollte, der ist hier gut bedient. Aber dann muss man halt auch gleich wieder sagen, dass es eigentlich nicht die Power war, für die PFM (und mit ihnen der gesamte Italoprog) einst berühmt waren, sondern jener leichtfüßige, sonnendurchflutete, diaphane Klang, den kein anderer so hinkriegte wie sie. Das hier klingt, zumal wenn Lucio Fabbri seine Violine zückt, weniger nach PFM, vielmehr nach Kansas.

A propos Kansas: Mit dem neuen Kansas Album "The Prelude Implicit" haben InsideOut genau das Richtige gemacht: Die Band mit starken Songs und einer kraftvollen Produktion in die Gegenwart geholt. Und nebenbei: Das kommende Live-Album "Leftoverture live & beyond" ist genial. Die Wiederbelebung von PFM dagegen wird nicht gelingen. Nicht mit so einem Album.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: den schwächsten Alben der Band.
Veröffentlicht am: 6.10.2017
Letzte Änderung: 6.10.2017
Wertung: 5/15
Warum machen die so ein Album, wenn die sich bei Konzerten doch als genuine Progband präsentieren?!?

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Premiata Forneria Marconi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Storia Di Un Minuto 13.00 1
1972 Per Un Amico 14.00 1
1973 Photos of Ghosts 11.00 1
1974 L'Isola di Niente 14.00 1
1974 The world became the world 12.00 1
1974 Cook 12.00 2
1974 Live in U.S.A. 12.00 2
1975 Chocolate Kings 8.00 3
1977 Jet lag 9.33 3
1978 Passpartù 5.00 1
1980 Suonare suonare 6.00 1
1981 Come ti va in riva alla citta' 4.00 1
1982 Performance 7.50 2
1987 Miss Baker 3.00 1
1996 10 Anni Live - 1971-1981 11.00 3
1997 Ulisse 4.00 1
1998 www.pfmpfm.it 11.00 1
1998 A Celebration 8.00 1
2000 Serendipity 7.00 1
2001 Gli anni settanta - 1
2002 Live in Japan 2002 11.67 3
2005 Piazza del Campo 12.00 2
2005 Dracula Opera Rock 11.00 2
2006 Stati di immaginazione 11.00 2
2010 River of life / The Manticore years anthology 1973-1977 12.00 1
2010 A.D.2010-La Buona Novella 10.00 1
2012 Celebration 1972-2012 12.00 1
2012 Live in Roma 11.00 1
2013 In Classic - Da Mozart a Celebration 10.00 1
2014 Un'Isola 12.00 1
2014 Paper Charms 11.00 1
2014 Un Amico 13.00 1
2014 Un Minuto 13.00 1
2015 A Ghost 11.00 1
2015 The World 11.00 1

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