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Glen Heald

Progressive Rock

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Blues; HardRock; Independent / Alternative; Mathrock; Psychedelic; RIO / Avant
Label: Glen Heald
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Glen Heald guitar, chapman stick
Steven Smith drums

Tracklist

Disc 1
1. Seven 2:12
2. Psychosis 3:06
3. The Way 2:07
4. Kali 4:11
5. Kings of Babylon 4:49
6. Kwan Yin 3:05
7. Could of Killed You 4:07
8. Progressive Overload 5:23
9. Dregs of a Dying Race 4:59
10. Robert Fripp's Pyjamas 2:40
11. Shiva 3:03
Gesamtlaufzeit39:42


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @


Prog oder nicht Prog, proggig oder progressiv – auf diese Frage der Fragen mal eine eindeutige Antwort zu bekommen, wäre das nicht schön? Stattdessen beschäftigen wir uns hier andauernd mit Musikalbemühungen, die unter Titeln wie "The Jester´s misplaced tears of tomorrow", "Sahnesegeln mit Sauerkraut" oder "G´ropf88" daherkommen. Gut, diese Platten müssen allesamt noch veröffentlicht werden, aber keine Sorge, das wird schon. Jedenfalls umreißen sie bereits in ihrer bloßen Möglichkeitsform den wirren musikalischen Kosmos, in dem wir auf diesen Seiten mit dem Wunsch nach ordnender Kommentierung umherstolpern.

Aber nun mal Schluss mit dem Durcheinander. Machen wir die Sache ein einziges Mal glasklar und halten uns an Glen Heald, einen Australier, der schon vor einigen Jahren ein Album mit dem Titel "Progressive Rock" vorgelegt hat. Eindeutiger kann man sich die Klamotten nicht aufknöpfen, und mit Tracks wie "Progressive Overload" und "Robert Fripp´s Pyjamas" reißt sich Heald sogar noch die Nachtwäsche vom Leibe: Nackiger Progressivrock ohne poppige Bänder und postrockige Schleifen baut sich vor uns auf. Wer jetzt den Blick verschämt wendet, darf sich später nicht beschweren, er habe nicht alles gesehen.

Glen Heald ist ein Gitarrist und Chapman-Stick-Spieler mit Jazzausbildung und vielen Verbindungen zur Kultur der Aborigines. Letzteres erschließt sich dem Hörer auf diesem Album allerdings nur in geringen Spuren ("Dregs of a Dying Race"), denn die Rocktradition ist hier absolut bestimmend. Die Nummern sind aus Gitarren- und Stick-Spuren zusammengebastelt, und wurden von dem Drummer Steven Smith betrommelt. Dabei mischt sich eine von Jimi Hendrix und Robin Trower inspirierte Gitarrentechnik mit Prog-Verschachtelungen, Crimsonanleihen (postromantische Phase), Heavy-Sounds, leichten Mathrock-Anklängen und viel wohllautendem Krach.

So kommt allerlei zusammen, Progressivität von gestern und heute gewissermaßen, nackt auch in dem Sinne, dass es sich um (fast) reine Instrumentals ohne freundlich-verbindliche Gesangsmelodien handelt. Aber ein Experiment ist die Platte auch nicht, sondern ein waschechtes Rockalbum, vor dem man sich nicht fürchten muss, sondern dass sogar die vielbeschworenen "atmosphärischen" Werte besitzt, schon weil sich eine gute Portion bluesiger Hardrock in das Ganze mischt. Zu bemängeln wäre das oft unmotivierte Ausblenden der Stücke. Prima hingegen, dass die Sache nach gut 39 Minuten zu Ende ist. Auch Progger dürfen mal durch Kürzen würzen.

"Progressive Rock" geht in seinen Anfängen auf das Jahr 2000 zurück, es war das erste Albumprojekt des damals schon 33-jährigen Heald. Allerdings wurde es aus allerlei nebensächlichen Gründen erst 2010 veröffentlicht. Derzeit scheint es nur als Download erhältlich zu sein.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2017
Letzte Änderung: 7.11.2017
Wertung: 10/15

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