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Diratz

Diratz

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: improvisiert; Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: New House Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Carla Diratz vocals
Dave Newhouse keyboards, reeds, snare, woodwinds, bass clarinet
Bret Harold Hart Ebow, electronics, guitar

Gastmusiker

George Newhouse drums
Mark Stanley solo electric guitar
Jim Gass drums
Greg Segal percussion
Jerry King acoustic bass guitar & dark sounds
Sean Rickman drums

Tracklist

Disc 1
1. Bataclan 5:38
2. A Bout De Souffle 5:23
3. That Huge Eraser 5:35
4. Rich Holiday 3:18
5. Relics 3:10
6. Random Night 3:31
7. Under Our Skin 2:35
8. The Old Suzanne 5:00
9. Song For Jaki 2:45
Gesamtlaufzeit36:55


Rezensionen


Von: Volkmar Mantei @


Die in Paris lebende Carla Diratz arbeitet seit Langem im alternativen, eher avantgardistischen Bereich zwischen Jazz, Rock und Minimal Music.

Mit Hilfe ihrer amerikanischen Freunde Dave Newhouse (The Muffins, Moon Men) und Bret Harold Hart (Moon Men), die je etwa die Hälfte der Kompositionen beisteuerten und mit einigen weiteren Musikern die Aufnahmen einspielten, ist dieses entspannt-lässige, düstere und stilistisch canterburyianische Album gelungen, obschon die einen ihre Parts in ihren Studios in den USA, Carla ihre Parts in Paris einsang.

Erstes Merkmal der Aufnahmen: DIESE Stimme! Carla Diratz verfügt über eine kraftvoll dunkle Stimme mit einem ganz persönlichen, rauen Charme. Sie singt melodisch, aber mit einem starken Ansatz zum Sprechgesang. Fast scheint es, als müsse sie um jeden Ton ringen, so viel Energie braucht die Stimme, in Schwung gebracht zu werden. Das ist längst nicht nur Interpretation von Texten, nicht nur äußerst interessante Gesangslinie, nicht nur starke Intonation, es ist intensiver musikalischer Ausdruck. Hier ist die Stimme gleiches Instrument neben anderen.

Darum basteln der Saxophonist und Keyboarder Dave Newhouse und der Gitarrist und Elektroniker Bret Harold Hart jazztrunkene, melancholisch dunkle, nachdenklich lyrische und eigenwillig angeschrägte Instrumentallandschaft, die eher episch fließenden Charakters ist und kaum über besonders ausgeprägte Komplexe verfügt, indes weit mehr als liedhafte Struktur ist. Beide Komponisten sind für ihren extravaganten, progressiven Stil, ihre kantige Handschrift bekannt. So sind nicht nur vokalorientierte Parts zu hören, sondern vitale Instrumentalparts mit Gitarrensoli oder schrullig originellem instrumentalen Fluss, deren Ästhetik am ehesten dem Jazzrock der Canterbury-Spielart entspricht (obwohl kein Mitarbeiter aus dieser Weltengegend stammt).

Carla Diratz schrieb die Texte (in einem Faltblatt der CD beigelegt) selbst. Die Songs sind politisch und engagiert, auf ihre poetische, tief lyrische und nachdenklich abstrakte Weise. So ist „Bataclan“ nicht nur Anklage und Wut, sondern unsicher, hinterfragend, aufgewühlt. Und so sind alle Texte. Carla blickt auf ihre Lebensjahre zurück, singt von Freunden, vom Alter, von Erlebtem. Ihre Reflexion geschieht persönlich und direkt, zumeist indes poetisch abstrahiert und mit mildem Blick auf ihren eigenen Lebensweg.

Macht nur unbedingt Laune, diesen ausgefallenen Songs zu lauschen, überall Ecken und Kanten, überraschende Ideen und vor allem: das ausgeprägte Handwerk, die Qualität der Einspielung in jeder Nuance! Genau mein Ding - - -

Jeder Profit, der aus den New House Music Projekten fließt, wird in neue Projekte gesteckt. Das nächst kommende wird die CD-Veröffentlichung des zweiten The Muffins Secret Signals Projektes sein.

Anspieltipp(s): Bataclan, That Huge Eraser, Song For Jaki
Vergleichbar mit: The Muffins, Moon Men
Veröffentlicht am: 13.11.2017
Letzte Änderung: 13.11.2017
Wertung: 12/15

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