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Panzerballett

X-Mas Death Jazz

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Jazz; Jazzrock / Fusion; Progmetal
Label: Gentle Art Of Music
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jan Zehrfeld Gitarre
Joe Doblhofer Gitarre
Alexander von Hagke Saxophon
Heiko Jung Bass
Sebastian Lanser Schlagzeug

Gastmusiker

Mattias 'IA' Eklundh Gesang, Gitarre (1, 6)
Mike Keneally Gesang (8)
Jen Majura Gesang (1, 4)
Steffen Kummerer Gesang (8)
Martin Strasser Gesang (4)

Tracklist

Disc 1
1. White Christmas   (Featuring Jen Majura, Mattias 'IA' Eklundh) 5:32
2. Kling Glöckchen 6:46
3. Little Drummer Boy 5:57
4. Es Kommt Bald   (Featuring Martin Strasser) 5:45
5. Last Christmas 6:59
6. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer   (Featuring Mattias 'IA' Eklundh) 5:16
7. For Whom The Jingle Bells Toll 5:48
8. Let Is Snow   (Featuring Mike Keneally, Steffen Kummerer) 5:21
9. White Christmas   (Bonus Instrumental Version) 5:32
10. Rudolph, The Red-Nosed Reindeer   (Bonus Instrumental Version) 5:15
11. Es Kommt Bald   (Bonus Instrumental Version) 5:45
12. Let Is Snow   (Bonus Instrumental Version) 5:18
Gesamtlaufzeit69:14


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Hört nur, wie lieblich es schallt!

Das X in "X-Mas" ist übrigens kein Iks, sondern der griechische Buchstabe Chi. Der Buchstabe also, mit dem der Name Christi beginnt. Nur so nebenbei, weil das offenbar alle Jahre wieder quer durch den Tannenbaumblätterwald gejagt werden muss.

Alle Jahre wieder tauchten in der Weihnachtszeit kleine Weihnachtsgrüße von Panzerballett auf, kurze Tracks, verkrasste Weihnachtslieder. Wer eins und eins zusammenzählen konnte, hat sich also schon ein ganzes Weilchen recht von Herzen auf dieses Album gefreut. Jetzt ist es da, endlich, und natürlich heißt es Christmesse Todesjatz. Es enthält erwartungsgemäß auf techigen Jazzmetal getrimmte (in Panzerballettsprech heißt das: verkrasste), nun ja, Weihnachtslieder. Und wie es sich für die Band gehört, werden die Weisen auseinandergenommen, in ihre Bestandteile zerlegt, und neu zusammengesetzt. Wie bei einer Violine, die man durch den Wolf gedreht hat, damit sie auf ein kubistisches Gemälde passt, bleibt auch hier nichts mehr an dem Ort, an den es eigentlich gehört. Kleine und kleinste Tonfolgen werden aus der Struktur der Lieder gelöst und fremdverwendet: Melodiefragmente werden zu Riffs weiterentwickelt - gut zu hören etwa bei "Kling Glöckchen" -, oder zur Grundlage von Improvisationen gemacht: Bei "Little Drummer Boy" sind es die drei aufsteigenden Töne gleich zu Beginn der bekannten Melodie, die im Verlauf der Neuinterpretation zur Basis von Improvisationen - und allem Möglichen - werden. Manchmal sind es aber nur rythmische Muster, die in den Songs immer wieder auftauchen und dann in ständig abgewandelter Form erklingen. Die bekannten und beliebten Harmonien werden ohnehin komplett verworfen, wozu auch.

Das ist - natürlich - wieder ganz großartig, und wir können recht froh und munter sein. Panzerballett schlagen ebenso gekonnt wie lässig Brücken zwischen Extreme Metal, Tech, Funk, Prog, teils stilreinem Jazz - und nun eben auch dem klassischen Weihnachtsliedgut. "Hast denn die Rute auch bei dir?" Ich sprach: "Die Rute, die ist hier!" Dabei gelingen ihnen grandiose Momente: Das Gitarrenduo auf "Little Drummer Boy" etwa (oder ist da noch ein Sax im Spiel?), Mattias 'IA' Eklundhs Solo auf "Rudolph, The Red-Nosed Reindeer", währenddessen er den dieses Jahr verstorbenen Allan Holdsworth channelt, oder ein phantastisches Solo von Alexander von Hagke - bei dem ich zwar vergessen habe, wo es war, was aber egal ist, weil der Mann über das ganze Album hinweg Großartiges leistet. Ach ja, "For Whom The Jingle Bells Toll" war's. Der Höhepunkt aber ist - natürlich -, Jan Zehrfeld zuzuhören, wenn er aus "ba rum bum bum bum" "Pa Rrrrrrrupupupupupupupummmm" macht - da geht dann so richtig der Weihnachtssterrrrrn auf.

Heiko Jung und Sebastian Lanser stehen den anderen in nichts nach: Die beiden spielen gleichzeitig präzise und wuchtig - das Gewitter auf "For Whom The Jingle Bells Toll" ist klasse. Kling, Öhrchen, klingelingeling.

Wusstet Ihr, dass es bei Theodor Storm (Ausgabe letzter Hand, 1885) heißt: "Äpfel, Nuß und Mandelkern fressen fromme Kinder gern."? Yep, "fressen".

Gäste gibt es auch wieder, diesmal singen sie alle, wie die Engel. Darunter ist Martin Strasser, Mattias IA Eklundh, der ja immer wieder mal bei Panzerballett vorbeischaut, daneben jubilieren Jen Majura von Evanescence und Steffen Kummerer von Obscura (uaaaaaah!) und, man lese, vor allem höre und staune, Mike Keneally, der auf "Let It Snow" eine derart überzeugende Gesangsleistung hinlegt, dass man sich glatt wünscht, der Mann möge - oh je! - ein ganz konservatives Weihnachtsalbum einsingen... Nee? Na gut.

Tja, was soll man sagen! Mutti, stell' den Glühwein kalt, 's Christkind kommt bald!

Freut Euch, es kommt bald! Es kommt bald! Es kommt ja bald! Es kommt wirklich BALD!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: The Prog World Orchestra, December People
Veröffentlicht am: 27.11.2017
Letzte Änderung: 28.11.2017
Wertung: 13/15
Weihnachten mit Panzerballett: Morgen, Kinder, wird's was geben!!!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Panzerballett

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Panzerballett 10.50 4
2007 Live at Backstage Munich 2006 (DVD) 11.00 2
2008 Starke Stücke 12.00 2
2009 Hart Genossen von Abba bis Zappa 11.33 3
2012 Tank Goodness 12.00 1
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