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Tusmørke

Bydyra

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Folk; Funk; Psychedelic; RetroProg; sonstiges
Label: Karisma Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Benediktator Gesang, Bass, Gitarre, Maultrommel, Glockenspiel, Percussion
Krizla Flöte, Gesang, Elektronik
Dauinghorn Gitarre
Marxo Solinas Keyboards
HlewagastiR Schlagzeug, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Tre som bor i et tre 1:35
2. Trefar 3:19
3. Mellomspill 1:52
4. Rottekongen 5:29
5. På Biblioteket 2:41
6. Vi er eid 4:26
7. Dyrene i byen 2:31
8. Elvene i Oslo 3:47
9. Signekjerringa 3:26
10. Tenkeren 3:49
11. Trollmannen 3:30
12. Lær de fattige å trylle 2:27
13. Dyrene bor ute 3:09
14. Underboerne 2:59
15. Katabasis 2:27
Gesamtlaufzeit47:27


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Auf den Babyblauen Seiten gibt es Myriaden an Stilen, die auf den hier rezensierten Alben vollständig oder zumindest als Einfluss zu hören waren: Klassik, Jazz, Elektronik, Klezmer, Punk, Disco, Rap, Folk, Weltmusik, Death Metal, Chansons, Charleston, Country - und so weiter. Aber was ist mit Kinderliedern? Gut, es findet sich bestimmt der eine oder andere Sarkast, der nun anmerken mag, wir hätten doch "Heaven & Earth" von Yes lang und breit diskutiert, und ernsthaftere Zeitgenossen verweisen an dieser Stelle auf "Yellow Submarine", "The Story Of The Hare Who Lost His Spectacles" oder das durchaus an eine jüngere Zielgruppe adressierte "Peter und der Wolf"-Projekt. Aber so wie die zuletzt überaus produktiven Tusmørke auf "Bydyra" dürfte wohl keiner dieser Einzelfälle vorgegangen sein: Berichten zufolge haben die Norweger ihr neues Album zu einem nicht unwesentlichen im Rahmen zweier Grundschul-Musikprojekte realisiert. Es gehört also zum Konzept, dass die Kleinen hier mitsingen dürfen, in den (kurzen) Songs phantasievolle Geschichten erzählt werden und sich die Band gemäß des Covers als Dachs, Eichhörnchen und Krähe kostümiert.

Hingegen ist die Musik auf "Bydyra" nicht ganz so einfach ausgefallen, wie dieser Hintergrund nahelegt. Denn tatsächlichen schöpfen Tusmørke auf "Bydyra" durchaus aus den Erfahrungen, die sie als Komponisten und Arrangeure über die letzten Jahre gewonnen haben, und schaffen es somit, auch einfache Melodien in einen anspruchsvollen Rahmen zu stellen und zugleich mit vergleichsweise wenigen klanglichen Mitteln Abwechslung und Dynamit aufzubauen. Was diese "Mittel" angeht, setzt die Band zwar mit Bass, Flöte und Keyboards auf bekannte Zutaten, die jedoch meistens eher zurückhaltend bleiben und auch nicht in Hülle und Fülle eingesetzt werden, dabei allerdings oft genug auch gemeinsam um den Aufbau und die Pflege von Motiven bemüht sind. Zu diesem Eindruck trägt auch die Tatsache bei, dass das Schlagzeug sehr oft durch einfachere Percussion aus Bongos und Congas vertreten wird. Insgesamt klingt die Musik damit lockerer und folkiger als auf den "regulären" Werken der Band und erinnert diesmal an hippieske Angelegenheiten wie Fairport Convenction, Tømrerclaus oder Kebnekajse.

Diese Eigenschaft muss aber wohl auch so sein, denn natürlich liegt der Schwerpunkt der Kompositionen diesmal auf dem Gesang, der einerseits wie üblich von Bassist Benediktator stammt, ansonsten aber vor allem auf die leicht schrillen, davon abgesehen aber gar nicht mal so unpassenden Chöre setzt - das hat ja bei "Another Brick In The Wall" auch schon funktioniert. Arrangements und Melodien sind hier ziemlich griffig, gerade solche Stücke wie "På Biblioteket" (sowas wie die Light-Version von "Spurvehauken"), "Signekjerringa" und "Lær de fattige å trylle" entwickeln Ohrwurm-Qualitäten. Stimmlich aus dem Rahmen fällt allerdings das funkig groovende "Rottekongen", in dem alle Spuren offenbar im Pegel deutlich angehoben wurden. Das provozierte andernorts Vergleiche mit Alvin und den Chipmunks, die singenden Ewoks oder diverse Helge-Schneider-Produktionen liegen aber ebenfalls nicht fern. Das wirkt befremdlich, ist aber andererseits kurios genug, um Interesse zu wecken, und lässt umgekehrt die übrigen Gesangseinsätze vergleichsweise "normal" wirken.

Ansonsten lebt "Bydyra" neben dieser lockeren, fröhlichen Atmosphäre und den Ohrwurm-Melodien auch davon, dass die Songs allesamt ziemlich konzentriert sind und daher gar nicht länger sein müssten. Themen werden vorgestellt, auf verschiedenen Stimmen verarbeitet, und sinnstiftend mit den Gesangsmelodien verknüpft, und zwischendrin gibt es neckische Soli. Dynamik ist ebenfalls vorhanden, wenn sich beispielsweise "Tenkeren" von einem balladesken Anfang aus aufbaut oder "Dyrene i byen" erst im Laufe der Zeit langsames Schlagzeug und spacige Keyboards einschiebt und dann noch einen marschierenden, gut gesteigerten Schlusspart bietet. Für weitere Dynamik sorgen einige sozusagen härter zupackende Stücke, wie beispielsweise das schon erwähnte "Rottekongen", "Signekjerringa" mit seinem Disco-Beat oder "Trollmannen", das mit schön swingender Querflöte ein bisschen an "Locomotive Breath" erinnert. Auf der Gegenseite stehen dann ruhige Nummern wie etwa "Mellomspill", das mit Klavierdominanz und Pentatonik in den Gesangsmelodien glatt an ruhigere Magma-Sachen wie "Coltrane Sündia" erinnert. Nur die krautig-spacige Schlussnummer "Katabasis", die ganz ohne Gesang auskommt, irritiert etwas.

Unterm Strich stellt sich "Bydyra" damit interessanterweise gegenüber "Hinsides" als das zugkräftigere 2017er-Album von Tusmørke heraus. Die kurzen Stücke kommen allesamt auf den Punkt, stellen ihre gelungenen Melodien und kurios-unterhaltsamen Spielereien mit Gesang und Instrumenten heraus, und profitieren natürlich von ihrer Kürze und Geschlossenheit. Der ganz eigene Sound, der sich durch die Kooperation mit den Grundschülern ergeben hat, sorgt zudem dafür, dass "Bydyra" schon beim flüchtigsten Hören in Erinnerung bleibt. Und nicht zuletzt haben Tusmørke hiermit immerhin die Chance, viele neue Fans zu gewinnen - junge und alte.

Anspieltipp(s): Lær de fattige å trylle, På Biblioteket, Signekjerringa
Vergleichbar mit: Beatles, Kebnekajse, Jethro Tull, Magma
Veröffentlicht am: 24.11.2017
Letzte Änderung: 25.11.2017
Wertung: 12/15
Kurzweil und Unbeschwertheit - eigentlich ist es schon ein Kinderalbum

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tusmørke

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Underjordisk Tusmørke 10.00 2
2014 Riset Bak Speilet 12.00 1
2016 Ført Bak Lyset 12.00 2
2017 Hinsides 10.00 1

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