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Driveby

Zero Son

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Mathrock; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Philipp Gitarre, Glockenspiel, Gesang
Johannes Klavier, Gitarre, Gesang
Christian Kontrabass, Gesang
Andreas Schlagzeug, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Fury In A-Minor 7:47
2. Hope In D-Minor 9:53
3. Rupture In C-Minor 9:03
4. Struggle In F#-Minor 8:43
5. Insight In F-Minor 10:01
Gesamtlaufzeit45:27


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Erteilen wir zur Motivation von "Zero Son", dem Drittalbum von Driveby aus Kramsach in Tirol, einmal der Band selber das Wort: "As children of the digital age we are often reduced to numbers and statistics, zeros and ones. As a result our life can sometimes seem lika a zero-sum game, a constant struggle that barely keeps us afloat, that rarely lets us feel valued and needed." "Zero Son", so nun die weitere Ausführung, soll diese Stimmung einfangen und diese eigenartige dichotome Überlagerung von Selbstzweifeln und Hoffnung vertonen. So erklären sich wohl die Songtitel, die übrigens auf der Rückseite des CD-Digipacks ganz stilvoll in aufsteigenden Farbtönen von Tiefrot ("Fury" - die in den Titeln stehenden Tonartbezeichnungen spare ich hier mal aus) bis Hellblau ("Insight") angeordnet sind.

Die beiden Vorgängerwerke der Band kenne ich nicht, weshalb ich hier keinen Vergleich heranziehen kann. Legt man die Beobachtungen des Kollegen Zielinski zugrunde, dann muss hingegen wohl festgestellt werden, dass Driveby ihr stilistisches Spektrum etwas schmaler gestaltet haben. Anklänge an Progmetal, Canterbury oder - wie auf "Progressing Decay" beschrieben - Ska oder 60er-Rock kann ich keine (mehr?) feststellen. Stattdessen pflegt das Quartett nunmehr einen relativ griffigen Stil, der sich im Wesentlichen auf Postrock und Alternative stützt und nur gelegentlich mal mit vertrackterem Riffing (wie am Anfang von "Insight") oder krummen Takten (wie in "Fury" oder besonders in "Rupture") Ausflüge in den Math-Bereich wagt. Ziemlich eigen ist dagegen die Instrumentierung. Gitarren und Schlagzeug bewegen sich zwar in gängigen Bahnen, Klavier, Glockenspiel und insbesondere der sowohl gestrichene als auch gezupfte Kontrabass sorgen für ein zumal in diesem Genre sehr originelles Klangbild. Zum Gesamteindruck gehört wohl noch der Gesang, dieser spielt allerdings wohl nur eine untergeordnete Rolle und klingt, obwohl meistens harmonisch arrangiert, oft genug eher verhalten.

Nun, in (zumindest graduell) außergewöhnlicher Sound ist für ein gelungenes Album zwar hilfreich, aber nicht entscheidend. Diese Eigenschaft hängt vielmehr von den Kompositionen ab, und in dieser Hinsicht pokern Driveby schon dadurch relativ hoch, dass alle Stücke auf "Zero Son" an die zehn Minuten heranreichen. Das allerdings zahlt sich aus, denn die Österreicher verstehen es, diese Zeit einigermaßen ansprechend und schlüssig zu füllen. Obendrein scheint die Band die Konsistenz innerhalb des Songs höher zu bewerten als freie instrumentale Entfaltung, sodass sich einige interessante Bezüge innerhalb der Stücke ergeben. So fängt der Opener "Fury" geradezu Kanon-artig an: Im Minutentakt wechseln sich Passagen ab, aber das jeweilige Riff oder Klaviermotiv der vorherigen Passage lebt nun als Bassmotiv weiter. "Hope" wiederum eröffnet mit Strophe und Refrain, verlässt dieses Territorium aber danach aber erst mal... nur um später beides noch einmal in variierter instrumentaler Form darzubieten. Zwischendrin wird zudem ein netter Polyphonie-Part gesponnen, in dem die verschiedenen Instrumente ihre Motive gegeneinander stellen, und auch dieser Abschnitt findet später eine Wiederaufnahme.

Auch "Rupture" ist elegant: Bei interessanter Rhythmik (5/8 im Wechsel mit 6/8) bewegt sich das Stück erst einmal in einem eher beschränkten Rahmen, den Motive, Melodien und Arrangements nicht verlassen, und wird dennoch nicht langweilig, da die Elemente trotzdem in diesem Rahme weitestmöglich variiert werden, was u.a. einen vorübergehenden Höhepunkt gegen 4:00 durch aufsteigende Harmoniefolgen zum Gesang erlaubt. In "Struggle" wiederum beginnen Driveby rockig und eingängig, was erst relaxt und kühl klingt, sich zum Refrain hin aber mit kräftig stampfenden Riffs steigert. Einen folgenden neckischen Instrumentalpart baut man dagegen zu einer B-Passage aus, die in einen hypnotischen Postrock-Part mündet, der trotz seiner Üblichkeit den Charme bewahrt. Diesen Abschnitt beendet man dann bündig mit Klavierharmonien und einem nervösen Motiv und führt so zurück zum Refrain. Das abschließende "Insight" beginnt wie erwähnt math-ig und nervös, wird nach diesem ersten Ansturm dann aber ruhig-balladesk und bietet schönste Stimmungen. Danach offenbart ein Glockenspiel-Part die Verwandtschaft des wiederum aufgegriffenen Math-Riffings zu den bisher gespielten Melodien, und beides konvergiert am Ende auf wirklich schöne Weise.

Somit können Driveby auf "Zero Son" am Ende dann trotz der anfangs etwas sperrig wirkenden Stücke und kleinerer Mängel in der Ausführung wie etwa dem nicht immer glänzenden Gesang, dem zeitweise etwas hackigen Riffing oder dem etwas zu langen Ende von "Rupture" überzeugen. Die Finessen und Details, die in die Kompositionen eingebaut wurden, offenbaren sich erst bei genauerer Betrachtung, sorgen dafür dann aber für umso mehr Anerkennung. Sowohl hiermit als auch mit der unkonventionellen Instrumentierung können sich Driveby damit von der sonstigen Beliebigkeit dieses Genres absetzen. Mit "Zero Son" liegt also eine hübsche Alternative zu den jüngeren Werken von Osta Love, Cryptex & Konsorten vor.

Anspieltipp(s): Struggle, Insight
Vergleichbar mit: Postrock, aber doch ziemlich durchtriebenem
Veröffentlicht am: 24.11.2017
Letzte Änderung: 24.11.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Driveby

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Progressing Decay 10.00 1
2013 Asymmetry 11.00 1

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