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Patrick Cowley

Afternooners

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Aufnahmen von 1981-82)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Funk; sonstiges
Label: Dark Entries Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Patrick Cowley Electronics, Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Big Shot 4:28
2. Surfside Six 6:19
3. Hot Beach 5:42
4. The Runner 6:58
5. Furlough 4:42
6. One Hot Afternoon 5:10
7. Leather Bound 4:43
8. Bore & Stroke 8:29
9. Cycle Tuff 4:09
10. Jungle Orchids 5:18
11. Take A Little Trip 8:34
12. Love Come Set Me Free 4:53
Gesamtlaufzeit69:25


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Hm … kein Aufkleber diesmal? Keine anzüglichen Fotos im Beiheft, oder auf dem Einlegeblatt? Also, irgendwelche Hinweise à la "Important Notice!!! Do not open if you find sexually explicit material offensive", sind jedenfalls, im Gegensatz zu den beiden vorherigen Kompilationen mit Filmmusik von Patrick Cowley (siehe "School Daze" und "Muscle Up"), nirgends zu finden. Alles koscher, also?

Nun ja ... einige der Bilder auf den beiden Mittelseiten des Beihefts könnten viele Zeitgenossen doch recht anstößig finden, insbesondere diverse aufgerichtete Tatsachen, die da klar zu erkennen sind. Jugendfrei ist das sicher nicht, doch ist damit klar, dass auch die auf "Afternooners" zu findende Musik zur Beschallung homoerotischer Pornofilme verwendet wurde, oder genauer, für einen solchen, der ebenfalls den Titel "Afternooners" trägt. Im Gegensatz zu den auf "School Days" und "Muscle Up" zu findenden Nummern wurden diese Stücke von Cowley auch genau zu diesem Zweck aufgenommen, irgendwann 1981 oder 1982 (der Film wurde 1982 veröffentlicht).

So wie die Musik hier zu hören ist, erschien sie allerdings nicht im Film (was auch auf die anderen Cowley-Kompilationen zutrifft), wurden die Klänge doch um der "Handlung" zu folgen geschnitten und mitunter auch im Tempo verändert. Hier gibt es somit das von Cowley aufgenommen Ausgangsmaterial, bevor es dem Film angepasst wurde. Die letzten drei Nummern stammen übrigens nicht vom "Afternooners"-Soundtrack, sondern sind bisher unveröffentlichte Tracks, die wohl auch 1982 entstanden sind (zu welchem Zweck auch immer).

Elektronisches ist weiterhin die Basis Cowleys Musik. Allerlei Wabern, Blubbern, Fiepen, Klirren und flächiges Schweben ist die Grundlage der Stücke, ergänzt um Rhythmisches (echte und elektronische Perkussion - auch Schlagzeug), voluminöse Basslinien, und diverse jazzig-funkige Tasteneinlagen. Cowley hatte sich Anfangs der 80er als Discomusiker etabliert, mit Hits wie "Menergy" und "Megatron Man", und das hat auch Spuren in dieser Musik hinterlassen. Monoton-repetitive Rhythmen sind daher in den meisten der auf "Afternooners" zu findenden Nummern zu finden, eine leicht funkige Atmosphäre, dynamische Bassmuster und allerlei zugängliche, locker-flockige Melodien. Zudem sind die Stücke etwas kürzer ausgefallen.

Trotzdem ist "Afternooners" kein Disco-Album geworden. Elektronisches mit 70er-Jahre-Flair ist immer noch tonangebend (vor allem in den etwas längeren Stücken ("Bore & Stroke" und "Take A Little Trip"), verspielt und abwechslungsreich, mitunter an die deutschen Produktionen aus dem Weserbergland bzw. Düsseldorf erinnernd (man höre z.B. "Jungle Orchids" oder "Hot Beach"), versehen bisweilen mit einer gewissen amerikanisch-funkigen Komponente, und - wie schon angedeutet - meist dynamisch-rhythmisch ausgeformt. Anderes, "The Runner" und oder "One Hot Afternoon" seien als Beispiel genannt, bietet kreativen Elektroprog, bestimmt von allerlei Exkursen an Synthesizer und Keyboards, versehen mit bestimmt voran treibenden Schlagzeugmustern. Und diese ausgesprochen coole Basslinie (von der übrigens nicht verraten wird wer sie gespielt hat – Besetzungsangaben sind nirgends zu finden) in "Cycle Tuff" macht aus der Nummer exzellenten Elektrojazz. Anderes streift allerdings auch klar die Grenze zum Pop, eine Art Proto-Synthpop, oder Elektrofunk, was eigentlich auch schon wieder ganz interessant ist.

"Afternooners" ist somit klar die unprogressivste, und pop-lastigste Scheibe der drei Cowley-Archiv-Alben. Trotzdem versprüht das alles einen seltsamen, entspannt-kosmisch-schwülen Charme, bietet die Musik eine recht eigenständige und eigenartige Klangkombination, die das Album für aufgeschlossene Elektronikfreaks immer noch empfehlenswert macht. Kurzum: Nach "School Days" und "Muscle Up", die natürlich eindeutig progressiveres und experimentelleres Material beinhalten, ist "Afternooners" eine ganz unterhaltsamer Abschluss der "Porno-Trilogie". Alle drei bilden sozusagen das progressiv-elektronische Vermächtnis Cowleys, das sich Freunde der klassischen 70er Jahre Elektronik nicht entgehen lasen sollten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.11.2017
Letzte Änderung: 15.4.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Patrick Cowley

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Catholic 11.00 1
2013 School Daze 12.00 1
2015 Muscle Up 12.00 1

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