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King Gizzard & The Lizard Wizard

Polygondwanaland

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Download gratis)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; Spacerock; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Mystic Liquid Records/Bandcamp
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stuart Mackenzie vocals, guitar, flute, keyboards
Ambrose-Kenny Smith vocals, harmonica, keyboards
Cook Craig guitar, vocals
Joey Walker guitar, vocals
Lucas Skinner bass
Michael Cavanagh drums, percussion, management
Eric Moore drums, percussion, management

Tracklist

Disc 1
1. Crumbling Castle 10:44
2. Polygondwanaland 3:32
3. The Castle In The Air 2:47
4. Deserted Dunes Welcome Weary Feet 3:33
5. Inner Cell 3:55
6. Loyalty 3:38
7. Horology 2:52
8. Tetrachromacy 3:30
9. Searching… 3:03
10. The Fourth Colour 6:12
Gesamtlaufzeit43:46


Rezensionen


Von: Roland Heil @


Schon der Name der Band in Kombination mit diesem knallbunt, motivig schrägen, dennoch aufgeräumten Cover macht neugierig.

King Gizzard & The Lizard Wizard kommen aus Australien.

Soweit,so gut.

Das könnte als erste Orientierungshilfe reichen um das zu Erwartende zunächst ganz grob einzusortieren. Nach dem ersten Hör kann man schon sagen: Jou, 's ist australisch - typisch - irgendwie.

Die Band selbst lässt sich bei bandcamp unter den tags alternative - garage - soul - surf(!) verorten.

Die Band, die sich 2010 in Melbourne gründete, begann 2012 mit der Veröffentlichung von full-length Alben. Davon gibt's bis heute 12 - in Worten: zwölf. Das hier besprochene 12. Album bietet als Bonus den Charme, dass es frei verfügbar ist. 's kostet also nix,lau,nada (per download).

Die Musik darauf weist einen Trend zum Archaisch-exotischen auf, die Melodien sind einfach-eingängig, werden begleitet bzw. getragen von einem reichen Instrumentarium, teilweise akustischer Natur, aber auch elektronisches wie Synthies sind zu hören. Der Opener "Crumbling Castle" groovt schon mal los mit einem fließendem Gitarrenriff und dem schon erwähnten einfachen Gesang, meist mehrstimmig, der einen Hang zum Obertongesang aufweist, wie man ihn aus Fernostgefilden kennt. Kombiniert mit ruhigen Flötenpassagen ergibt sich ein Hörsog (geht das?Jepp, das geht!), dem man sich kaum entziehen kann. Das Ganze endet in einer Kakophonie, die von der Mundharmonika eingeleitet wird und unter gütiger Mithilfe von Metalgitarren den griffigen Refrain zu Ende reitet.

Etwas Aufatmen ist angesagt nach diesem energischen Einstieg. Dieses Aufatmen bietet der Titelsong des Albums "Polygondwanaland". Wer denkt da nicht gleich an's Outback, das (B)innenland des australischen Kontinents? Akustische Instrumente wie Gitarre stehen im Vordergrund zusammen mit E-Bass, der die Grundlage bietet. Im Mittelteil wird auch geflötet, wobei nicht klar hörbar ist, ob's dabei Unterstützung durch mellotronics gibt. Markant ist auch der zurückgenommene,aber mehrstimmige Gesang, der dennoch soviel Präsens entwickelt, dass er sich uhrwurmartig in die Gehörgänge bohrt. Ohne Pause schließt "The Castle in The Air" an, die Stimmung bleibt gleich, etwas Geheimnisvolles schwebt zwischen den Tönen, auch hier bleibt die Akustische im Vordergrund, Elektronics füllen auf, die Stimmen sind wieder mehrere, der Groove treibt, es geht vorwärts. "Deserted Dunes..." wird eingeleitet durch ein Bassriff, in das die E-Gitarre einsteigen bis die gesungene Mehrstimmigkeit deutlich die Führung auf prägnante Weise übernimmt. Elektronische Spiele - ich schreibe bewusst nicht Spielerei - übernehmen. Sie verweisen deutlich soundtechnisch auf Floyd'sche Einflüsse aus der "Dark side"-Phase. Die Titel 2-4 hängen stimmungs- und arrangementmäßig so zusammen, dass man sie auch als ein (Long-)song hören kann. Mit "Inner cell" ändert sich die Stimmung nicht, auch die Instrumentierung bleibt wie gehabt. Wird's deshalb langweilig? Nein, der Soundmix fesselt noch immer. Das ändert sich auch bei den nächsten Titeln nicht. Wie sie das schaffen? Durch Spiel- und sachte Experimentierfreude, die den/die HörerIn wach bleiben lässt. Das Finale bildet "The Forth Colour" mit Tempo, Gruppengesang, Mundharmonika, achja und durch 2 Schlagzeuge(r), die diesen durchweg über das ganze Album federnden Drumsound besorgen. Die letzte Minute wird dann nochmals abgerockt, was das Equipement hergibt. So muss das sein!

Sie sind sympathisch-seltsam, diese Aussies. Sie lassen sich nicht einfach in eine Schublade packen, was gut so ist. Mich erinnern sie in ihrem Anderssein an die Esperantofinnen Dolcxamar. Die Aussies scheinen musikalisch des gleichen Geistes Kinder zu sein. Sie entwickeln ihren eigenen Soundkosmos und nisten sich nachhaltig in die Gehörwindungen ein. Von daher haben sie einen Fuß mindestens in der Progtür und sind für einen Lauschtest empfohlen.

Anspieltipp(s): Crumbling Castle,The Fourth Colour
Vergleichbar mit: Chamäleonen - wenn man in ihre anderen Alben gehört hat.
Veröffentlicht am: 29.11.2017
Letzte Änderung: 30.11.2017
Wertung: 11/15

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