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When Mary

Tainted

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Moderne Electronica; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; Progmetal; sonstiges
Label: Sonicbond/Nova
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Trude Eidtang vocals,synth,percussion,glockenspiel
Christian Paulsen guitars,programming,synth,bass
Vidar Uthaug keyboards

Gastmusiker

Lasse Wahl drums on Frequency and Postlude
Line Nordvik soprano on Postlude
Sigstein Folgero piano on Postlude

Tracklist

Disc 1
1. Prelude (Meine Ruh ist hin) 1.54
2. Soothing Stitches 5.07
3. Interlude (Ist mir das Grab?) 2.07
4. Wings of Wax 5.07
5. Out of Spaces 5.41
6. Eternity 3.53
7. Wonderful Warning 6.58
8. Frequency 4.12
9. Postlude (Wo ich ihn nicht hab) 8.01
Gesamtlaufzeit43:00


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Die norwegische Sängerin Trude Eidtang hatte an je zwei Alben von White Willow und Rhys Marsh mitgearbeitet.

Ihr eigenes Projekt When Mary entfernt sich ziemlich von der Musik der genannten Formationen. Das aus Trude Eidtang (Gesang, Synthies, Percussion), Christian Paulsen (Gitarren, Programming, Synthies, Bass) und Vidar Uthaug (Keyboards) bestehendes Trio widmet sich einer ungewöhnlichen Melange aus elektronisch eingefärbtem Artrock, Artpop, Gothic-Anleihen und Klassik-Einflüssen. Dies alles wird mit Ausnahme von zwei Stücken von elektronischen Rhythmen unterlegt und gelegentlich mit harten, manchmal sogar Progmetal streifenden Gitarren aufgemischt. Die meisten Rhythmen wurden zwar programmiert, sind aber weit davon entfernt, stumpfsinnig und stampfend zu sein. Die Kirchenorgel in „Interlude“ sowie die Kirchenglocken am Anfang und am Ende des Albums weisen eindeutig darauf hin, dass die Lage ernst ist.

Für ihre Lieder auf „Tainted“ hat sich Trude Eidtang von einem Lied von Franz Schubert „Gretchen am Spinnrade“ inspirieren lassen. Eidtang verfolgte das Ziel, das Album nach der Art eines Liederzyklus aufzubauen. So wird das Album von den auf Deutsch gesungenen F. Schubert-Zitaten eröffnet und beschlossen, wohingegen die meisten Texte auf Englisch dargeboten werden. Außerdem werden Kate Bush, Björk, Peter Gabriel und Laurie Anderson als wichtige Inspirationen genannt.

Kaum zu glauben, dass die schwere Post-Metal-Nummer „Frequency“ auf dem gleichen Album zu finden ist, wie die zahlreichen Artpop-Stücke. In „Postlude“ wird es schon sehr bombastisch und opernhaft. In den mehrstimmigen Gesängen offenbart die Gastsängerin Line Nordvik ihr Talent für den klassischen Sopran-Gesang.

Textlich verfolgen die Lieder die Geschichte von Faust, einem Charakter, der auf der Suche nach Erleuchtung seine Verdammnis nicht vermeiden kann. Die Künstlerin stellt sich die dabei die Frage, inwiefern das auf unsere Zeiten übertragbar sei. Ersetzt man Verdammnis durch Vernichtung, sind wir als Zivilisation vielleicht gar nicht so weit von der Faust-Geschichte entfernt.

Wer eine ungewöhnliche Scheibe mit dem Schwerpunkt auf cineastisch-schwermütigem Artpop kennenlernen möchte, der sollte „Tainted“ vielleicht mal eine Chance geben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2017
Letzte Änderung: 5.12.2017
Wertung: 9/15

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