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The Enid

The Music Of William Arkle and Other Recordings

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Aufnahmen von 1986, Kompositionen z. T. von 1968)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassischer Prog; Moderne Klassik
Label: Inner Sanctum
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert John Godfrey Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Seascape   (written by William Arkle; arranged and performed by Robert John Godfrey) 13:46
2. Somerset Sketches   (written by William Arkle; arranged and performed by Robert John Godfrey) 7:27
3. Snowdonia   (written by William Arkle; arranged and performed by Robert John Godfrey) 10:02
4. The Voice Within (Arboreum)   (written and performed by Robert John Godfrey) 19:3
5. Reverberations   (written and performed by Robert John Godfrey) 18:33
6. Evensong   ((Arrangement for Saxophone) written by Robert John Godfrey and performed by The Enid) 4:28
Gesamtlaufzeit73:19


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


William Arkle wurde 1924 geboren und starb 2000. Er war, wie man liest, ein spiritueller Philosoph, Maler, Dichter, Lehrer, Mystiker und Visionär. Und er komponierte Musik. Aber dazu später.

Nach einer Zeit als Ingenieur beim Militär nahm Arkle in den fünfziger und sechziger Jahren an geistlichen und christlichen Diskussionsgruppen teil und begann, Gemälde zu mystischen Themen zu produzieren. Seinen Lebensunterhalt verdiente er neben dem Verkauf seiner Bilder damit, Häuser zu kaufen, zu renovieren, und sie danach wieder zu verkaufen.

Während der 1970er und 1980er Jahre war sein Haushalt dann stark angewachsen, er umfasste neben seiner Familie Menschen, die mit Arkle in geistlichen Angelegenheiten arbeiteten 1974 veröffentlichte er eine „Geography Of Consciousness“. „The Great Gift“, ein Buch seiner Bilder mit Kommentaren und einigen Essays, erschien dann 1977.

Arkle betrachtete das Universum als von himmlischen Eltern erschaffen (d. h. "Gott") und von ihren Kindern (Männern, Frauen und Engeln) bewohnt. Die göttlichen Kinder seien freie Individuen, von denen jeder die Gabe erhalten habe, sich auf seine eigene Weise zur vollen Göttlichkeit zu entwickeln. So seien unsere sterblichen Leben auf der Erde eine Mischung aus Freude und Schrecken, Ermutigung und Gefahr, Liebe und Angst und so weiter - das Leben jedes Menschen mit seinem eigenen Muster. Das Leben sei darauf ausgerichtet, jedem von uns jene Erfahrungen zu vermitteln, die wir am meisten brauchen, um das umfassendste Wissen zu erlangen – damit wir schließlich auf den vollkommen göttlichen Status hinarbeiten können, auf Augenhöhe mit Gott befreundet zu sein und im Geiste der Familienliebe am Schöpfungswerk teilzuhaben.

Puh!

Arkle muss das Alltagsleben als durchdrungen von göttlichen Einflüssen empfunden haben, mit dem Zweck, auf dem Weg zum Göttlichen unablässig zu lernen. Eine dynamische Welt der Entwicklung von Individuen, die von göttlicher Liebe zusammengehalten werden.

Oder so ähnlich.

William Arkle war nie wirklich bekannt, aber er war in den siebziger Jahren wohl eine gewisse lokale Größe. Und er war befreundet mit The Enid – Kenner der Band dürften wissen, dass er zu den Covers der Alben „In The Region Of The Summer Stars“ und „The Spell“ beigetragen hat. Und sie wissen vielleicht auch, dass es 1986 eine Fan-Club-Veröffentlichung namens „The Music of William Arkle“ gab, eine Kassette, wenn ich richtig informiert bin.

Die darauf enthaltenen Stücke werden hier, auf dem „neuen“ Enid-Album, erneut veröffentlicht. Wobei ich zwar gleich dazusage, dass es sich dabei um eine Inner-Sanctum-Scheibe handelt. Das ist die Firma von Gerald Palmer, mit der sich Robert John Godfrey und The Enid seit Jahr(zehnt)en eine öffentliche Schlammschlacht liefern, weil die noch irgendwelche Rechte besitzen, von denen Godfrey/The Enid nicht wollen, dass sie sie besitzen. Aufgrund dieser Rechte ist nun auch „The Music Of William Arkle and Other Recordings“ wieder aufgelegt worden, und ich wette, sämtliche Beteiligten schreiben schon seit Wochen fleißig an Darstellungen und Gegendarstellungen. Die, das gebe ich unumwunden zu, mich überfordern, langweilen und schlicht und einfach nicht mehr interessieren. Wir Fans sollen natürlich auf der Seite der Kreativen stehen, der der Band – aber offen gestanden, je mehr man sich mit diesem Rechtsstreit auseinandersetzt, umso undurchsichtiger wird er. Sowas kann man klären, dafür braucht’s keine Jahrzehnte.

Nun aber endlich zur Musik. William Arkle komponierte die ersten drei Stücke auf dem Album: "Seascape", "Somerset Sketches" und "Snowdonia". Sie stammen aus dem Jahr 1968. Zwanzig Jahre lang hatte niemand (nicht einmal der Komponist) die Musik gehört, bis sie dann 1986 von Robert John Godfrey arrangiert und eingespielt wurde. Das war etwa zwei Jahre nachdem Arkles Gemälde „The Father an the Mother“ als Cover für „In The Region Of The Summer Stars“ verwendet worden war.

Die drei Stücke sind, das dürfte bei Godfrey nicht überraschen, sehr romantisch und sehr englisch. Delius, der Ambient-Music komponiert, so in der Richtung. Rhythmus spielt für Arkle kaum eine Rolle, auch Melodie hat ihn augenscheinlich kaum interessiert. Vielmehr geht es ihm ums Ausloten harmonischer Effekte. Lang gehaltene Töne werden mit Hilfe anderer Töne in immer neue harmonische Kontexte gestellt, und das Ganze geschieht langsam genug, dass der Hörer den sich dabei ergebenden harmonischen Effekten ausgiebig lauschen kann.

Ergänzt werden die Arkle-Stücke nun durch Versionen klassischer Enid- und Godfrey-Tracks. Da ist zunächst „The Voice Within (Arboreum)“ von Godfreys Soloalbum „Reverberations“, dann (Achtung, kompliziert), der Track „Reverberations“ von Enids „The Seed and the Sower“, und schließlich „Evensong“ von „Something Wicked This Way Comes“, in einem Arrangement für Saxophon.

Was soll man sagen. William Arkle war, wenn man diesseitig orientiert ist, wohl am ehesten als Ingenieur und Restaurator zu bezeichnen. Als Komponist – nicht ganz so gut. Seine Stücke sind Ambient-Musik, die sicherlich gut geeignet ist, ambientige Tätigkeiten zu untermalen – bislang unentdeckte Meisterwerke sind sie aber nicht. Mit dem Wechsel des Komponisten macht das Album einen kräftigen Qualitätssprung. Die Stücke aus der Feder Godfreys sind nicht weniger romantisch, bieten aber mehr, in jeder Hinsicht: Mehr Melodie, mehr Harmonie, mehr Rhythmik. The Enid eben.

Das Album leidet ein wenig unter seinem allzu einförmigen Klang, weil 74 Minuten lang im Grunde nur Keyboards zu hören sind. Lediglich „Evensong“ sticht durch das Saxophonspiel etwas heraus. Alles in Allem ist „The Music Of William Arkle and Other Recordings“ eine schöne, aber nicht essenzielle Ergänzung des Enid-Katalogs. Wer auf die Besetzung mit dem hübschen Sänger steht, der dürfte dieses Album wohl eher selten hören. Wer dagegen die langen Instrumentals der Band mag…

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.3.2018
Letzte Änderung: 13.3.2018
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Enid

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 In The Region Of The Summer Stars 10.00 2
1978 Aerie Faerie Nonsense 9.00 3
1979 Touch Me 12.00 1
1980 Six Pieces 10.00 1
1983 Something Wicked This Way Comes 9.00 1
1983 Live at Hammersmith 12.00 2
1984 The Spell 9.50 2
1985 Salome 12.00 1
1986 The Liverpool Album - 2
1988 The Seed and the Sower 6.00 1
1994 Tripping The Light Fantastic 7.00 1
1995 Sundialer 7.00 1
1998 White Goddess 9.00 1
2010 Live At Town Hall, Birmingham 11.00 1
2010 Journey's End Orchestrations 11.00 1
2010 Journey's End 11.00 2
2012 Invicta 11.00 1
2012 Live At Loreley 11.00 1
2014 First Light 12.00 1
2015 The Bridge 13.00 2
2015 The Bridge Show - Live At Union Chapel 12.00 1
2016 Dust 11.00 1

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