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Vespero

Shum-Shir

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (als LP und Download; CD-Ausgabe 2018 bei VMS)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Psychedelic; Spacerock
Label: Tonzonen Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Arkady Fedotov Bass, Synth, Flöte
Ivan Fedotov Schlagzeug
Alexander Kozovlev Gitarre
Alexey Klabokov Keyboards, Synthesizer
Vitaly Borodin Violine

Gastmusiker

Alexander Timakov Percussion (1)
Rasul Shugaipov Stimme (1)

Tracklist

Disc 1
1. Shum-Shir 10:09
2. Isidore's Dance 8:37
3. Gaya's Dance 7:07
4. Gullys Dance 7:44
5. Hapi 7:34
6. Droga   (ab hier Bonustitel der CD-Ausgabe; live 2015) 8:47
7. Gaya's Dance 5:50
8. Hapi 5:56
9. Negusä 6:06
Gesamtlaufzeit67:50


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Im November 2017 erschien mit Shum-Shir ein neues Album der russischen Spacerocker Vespero, zunächst nur als Download oder LP. Einige Wochen später folgte dann doch noch eine CD-Ausgabe, die auf 300 Exemplare limitiert ist. Gegenüber der LP-Ausgabe kommt diese noch mit vier Bonustiteln.

Shum-Shir ist der zweite Teil der von der Band so genanten „Abyssinian Tales Dilogy“, deren erster Lique Mekwas ist. Somit ist Shum-Shir also das in der dortigen Rezension erwähnte Schwesteralbum.

Der Titel Shum-Shir stammt von einer alten äthiopischen Zeremonie, bei der alle zehn Jahre die Stammesältesten und Schamanen einen neuen Negusä (König) des Stammes wählen. Dabei wurden ordentlich Drogen konsumiert (inhaliert, um genau zu sein), so dass diese Zeremonie wie geschaffen ist, um mittels spacig-psychedelischer Musik dargestellt zu werden. Die in den Stücken des Albums erwähnten Isidore, Gaya und Gulli sind mythische Figuren, die bei dieser Zeremonie vom Himmel herabsteigen, um den neuen König zu bestimmen. Das letzte Stücks Hapi ist nach einer rituellen Trommel benannt, die bei der Zeremonie erklingt.

Musikalisch hat sich seit den letzten Alben der Band nicht übermäßig viel verändert. Vespero spielen auch auf Shum-Shir einen psychedelischen Spacerock, der einerseits locker und beschwingt, anderseits dynamisch und druckvoll aus den Boxen sprudelt. Bestimmend im Klangbild sind wieder Violine und E-Gitarre, die beide einige schöne Soloeskapaden hinlegen, garniert von allerlei elektronischem Geblubber und einer dichten perkussiven Grundlage. Wobei der zusätzliche Perkussionist Alexander Timakov hier nur noch auf einem Stück dabei ist.

Ganz verschwunden ist das Saxophon und mit ihm weitgehend auch die jazzige Note der vorherigen Alben; Vespero bringen auf Shum-Shir nunmehr klassischen Spacerock, vergleichbar etwa den Ozric Tentacles. Nur eben mit mehr „Wumms“. Den Wegfall der Jazz-Einflüsse bedaure ich etwas, aber die wilden Einsätze der Violine (die dann doch auch mal ein bisschen dschäßt) und die schneidenden Gitarren entschädigen dafür. Zum Schluss gibt es mit Hapi auch noch ein weitgehend elektronisches Stück, bei dem einige Sequenzereinlagen an die Berliner Schule gemahnen.

Die CD-Ausgabe enthält als Bonus noch Liveaufnahmen aus dem Jahr 2017, darunter zwei Stücke dieses damals noch gar nicht erschienenen Albums (auch vom Titelstück gab es vorab eine Liverversion auf Azmari: Abyssinian Liventure).

Insgesamt haben Vespero auf Shum-Shir recht normalen Spacerock zu bieten, dem lediglich noch der Einsatz der Violine ein gewisses eigenes Gepräge verleiht. Die offensichtliche Spielfreude der Musiker, insbesondere das bisweilen recht wilde Gefiedel, lassen mich die Musik aber immer noch goutieren. Spacerock-Liebhaber machen hier nichts verkehrt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.2.2018
Letzte Änderung: 10.8.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Vespero

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Rito 11.00 1
2009 Surpassing All Kings 12.00 1
2010 By the Waters of Tomorrow 12.00 1
2012 Subkraut: U-Boats Willkommen Hier 13.00 1
2013 Droga 12.00 2
2015 Fitful Slumber until 5 A.M. 12.00 1
2016 Lique Mekwas 11.00 1
2016 Azmari: Abyssinian Liventure 12.00 1

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