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Mothertongue

Where The Moonlight Snows

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (23. März)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Funk; Independent / Alternative; Jazzrock / Fusion
Label: Bad Elephant Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Phil Dixon
Will Holden
Andy Malbon
Filip Pardej
Louis Smith
Mark Wall

Gastmusiker

Daniel Zambas Klavier ("Ofelia", "Sunset Rose")
Ramsey Janini Flöte ("It's Getting Weird", "Earthbound")

Tracklist

Disc 1
1. Blue Wicked Heart 5:47
2. The Creature Tree 5:24
3. Mal De Mer 3:22
4. Panic Rock 3:56
5. Ofelia 6:18
6. Sunset Rose 3:57
7. Shipwreck Song 4:44
8. It's Getting Weird 4:36
9. The Bullet 4:16
10. The Isle Of Not Quite Right 5:39
11. Earthbound 3:56
12. Whatever Waves 5:37
Gesamtlaufzeit57:32


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Das vor zwei Jahren erschienene "Unsongs" wurde gemeinhin als das Debütalbum von Mothertongue betitelt. Demnach ist das dieser Tage erscheinende "Where The Moonlight Snows" also das Zweitwerk der Truppe aus Manchester, deren Mitglieder neuerdings gar keinen Wert mehr darauf legen, stichpunktartig mit den gespielten Instrumenten aufgezählt zu werden. Der Fließtext zum Album spricht immerhin u.a. davon, dass Louis Smith - auf "Unsongs" noch als mit Gesang, Gitarre, Synthesizer und Ukulele betraut angegeben - offenbar der Hauptsongwriter ist. Das dürfte dann auch die Vermutung nahelegen, dass ein auf der Bandcamp-Seite von Mothertongue ohne genauere biografische Erläuterungen vorhandenes Album namens "Spy Mountain" aus dem Jahr 2012, das von Smith, Holden und Wall eingespielt wurde, eher sowas wie den "Vorläufer" zur eigentlichen Karriere als Mothertongue darstellt. Womit dann auch die Zählweise korrekt wäre.

Lange Vorrede: "Where The Moonlight Snows" zeigt so Einiges an Musik. Gemeinsam ist allen Songs eine gewisse Lockerheit, denn harte und kantige Momente sind marginalisiert. Stattdessen wird die Rhythmik, solange sich Mothertongue nicht gerade auf balladeske Momente verlassen, dominiert von minimalistischen, leicht funkig klingenden Gitarren und lockeren bis vertrackten Grooves auf dem Schlagzeug (der "Every Breath You Take"-Bass in "The Bullet" passt hier natürlich bestens ins Bild). Prägende Elemente darüber sind der sanfte, einfühlsame, gelegentlich falsettierte oder harmonisierte Gesang sowie markante motivische Einsätze von Bläsern (Trompete und Saxofon). Klavier und A-Gitarre kommen dabei aber auch nicht zu kurz, und Polyphonie ist hier kein Fremdwort. Später gibt's noch bluesige Sachen ("Ofelia", "Sunset Rose", "Shipwreck Song") und in "The Isle Of Not Quite Right" sogar mal einen Sequencer-Rhythmus, und die schon angedeuteten balladesken Szenen fallen am Anfang von "It's Getting Weird", in der Bridge von "The Creature Tree" und der Strophe von "Panic Rock" natürlich folkig aus.

"Harte", i.e. klanglich intensive Momente gibt es übrigens dennoch, denn immer wieder mal steigern sich Mothertongue vorübergehend deutlich, so beispielsweise am Ende von "Blue Wicked Heart", im geschickt aufgebauten Refrain von "The Creature Tree" (man nimmt sich erst mal völlig zurück und kommt dann umso stärker wieder - als würde man hier vor dem großen Wurf weit ausholen), einer kurzen geradlinig rockenden Passage von "Mal De Mer" oder noch an vielen weiteren Stellen. Denn überhaupt spielen Mothertongue ziemlich beachtlich mit Dynamiken und Entwicklungen. Insbesondere die Arrangements sind ziemlich ausgefeilt und fallen mitunter - obwohl beispielsweise die Gesangsmelodien von sich wiederholenden Parts nur wenig variiert werden - dergestalt aus, dass Strophen und Refrains teils einen anderen Teint erhalten. Das ist sehr erfrischend und wirkt mitunter geradezu raffiniert, zumal oft, beispielsweise in "Blue Wicked Heart", "Mal De Mer" oder "Panic Rock" auch noch durch Doppeldeutigkeiten und Disharmonien eine eigenartige bittersüße Stimmung erzeugt wird.

Mothertongue spielen also ziemlich schlüssige, sehr verspielte, abwechslungsreich gestaltete und dennoch eingängige Nummern mit Pop-Appeal und wissen damit ziemlich gut zu gefallen, denn romantische Schwelgerei, technischer Anspruch und rockige Energie werden zu gleichen Teilen geboten. Bemängeln ließen sich allenfalls ein paar weniger pointierte Abschlüsse - "Sunset Rose" fehlt sowas wie das Sahnehäubchen, und "Ofelia" ist nach hinten raus weniger spannend, aber dennoch annehmbar. Aber selbst das geht jeweils in Ordnung, zumal es obendrein auch textlich noch ein paar Gags gibt. So ertönt die im "Shipwreck Song" zum Spielen aufgeforderte "violin" letztlich überhaupt nicht, und der Abschluss von "Whatever Waves" kommentiert sich selber ("And in the final section of the final song there will be voices just to stalk...") - was damit wiederum den etwas zerfahrenen Aufbau dieses Stückes elegant weglächeln lässt. Somit bleibt eine sehr positive Überraschung - den Frühling retten Mothertongue mit "Where The Moonlight Snows" ein Stück weit.

Anspieltipp(s): Mal De Mer, Panic Rock, The Isle Of Not Quite Right
Vergleichbar mit: Knifeworld, Big Hogg, Beatles, Steve Hackett, Cryptex, Muse
Veröffentlicht am: 23.3.2018
Letzte Änderung: 23.3.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mothertongue

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Unsongs 12.00 1

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