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Yes

Fly from Here - Return Trip

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (Überarbeitete Version des 2011er-Albums von 2016/17)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: PledgeMusic
Durchschnittswertung: keine Wertung (1 Rezension)

Besetzung

Benoît David backup vocals (?)
Chris Squire bass guitar, backup vocals, lead vocals on "The Man You Always Wanted Me to Be"
Steve Howe guitars, backup vocals, lead vocals on "Don't Take No For An Answer"
Alan White drums
Geoff Downes keyboards

Gastmusiker

Trevor Horn Lead Vocals, backup vocals, additional keyboards
Oliver Wakeman additional keyboards on "We Can Fly", "We Can Fly (reprise)" and "Hour of Need" (?)
Luís Jardim percussion
Gerard Johnson piano on "The Man You Always Wanted Me to Be"

Tracklist

Disc 1
1. Fly From Here

1. Overture 1:52
2. Pt I - We Can Fly 5:04
3. Pt II - Sad Night at the Airfield 5:25
4. Pt III - Madman at the Screens 4:36
5. Pt IV - Bumpy Ride 2:16
6. Pt V - We Can Fly (reprise) 2:18

2. The Man You Always Wanted Me to Be 5:25
3. Life on a Film Set 5:06
4. Hour of Need 6:46
5. Solitaire 3:31
6. Don't Take No for an Answer 4:22
7. Into the Storm 6:55
Gesamtlaufzeit53:36


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


50 Jahre Yes!

50 Jahre...

Eine stolze Zahl! Kaum eine Band erreicht die Hälfte. Und es stehen standesgemäß Feierlichkeiten an: Ein Geburtstagscruise ist schon durch, eine Convention auch, es folgt die Jubiläumstour, es gibt ein 124seitiges Sondertourbook, Bücher sind angekündigt und für den Sommer eine Box mit Studio-und Live-Aufnahmen aus den letzten 50 Jahren. Und die Band sitzt an einem neuen Studioalbum! Offenbar will man diesmal die Fehler der jüngeren Vergangenheit vermeiden und endlich wieder gemeinsam, mit der gesamten Band, an neuem Material arbeiten. Na, man darf gespannt sein, oder nicht - immerhin sind unter anderem Überarbeitungen von Heaven-&-Earth-Outtakes angekündigt.

Ob diese Scheibe allerdings noch rechtzeitig zum 50sten erscheint, darf bezweifelt werden. Und so bescheren uns Yes eine Seltsamkeit, die selbst bei dieser Band, deren Geschichte mit Seltsamkeiten nur so gespickt ist, heraussticht: Sie haben ein Album nochmal überarbeitet.

Gut so! Denn "Heaven & Earth" war ja auch richtig schlecht. Die Fans mochten es nicht (bis auf die, die behaupteten, es zu mögen), und die Band auch nicht, wie wir mittlerweile wissen.

Ach, es geht gar nicht um "Heaven & Earth"?

Dann geht's bestimmt um "Open Your Eyes", oder? Das bis dato schlechteste Yes-Album.

Auch nicht! Ja, um welches denn dann?

"Fly from here"!

"Fly from here"?

"Fly from here"?!?

Ja, wieso das denn?!? Ich meine, gut, das war zwar nicht gerade ein Meilenstein der Prog- oder auch nur der Bandgeschichte - aber doch immerhin ein solides AOR-Album, hervorragend in Szene gesetzt vom Produzenten Trevor Horn. Die Fans reagierten, wenn ich mich recht entsinne, durchaus positiv auf die Scheibe. Nur der Brückner, dem auffiel, dass kaum neues Material auf dem Album war, musste natürlich wieder mal dran herummäkeln.

Wie dem auch sei - jedenfalls gibt es jetzt von dem einzigen vernünftig aufgenommenen Yes-Album seit "Talk" eine überarbeitete Aufnahme. Mal sehen, was sich so alles geändert hat:

"Fly From Here – Overture" dauert jetzt ‪1:52‬, es ist eine Sekunde kürzer.
"Fly From Here Pt 1 – We Can Fly" dauert jetzt ‪5:04‬, es ist 56 Sekunden kürzer. Das Ende wurde gestrichen - nach Ausweis meiner Rezension des Originals genau das, was ich auch getan hätte. Allerdings ist der Übergang zu "Pt 2" jetzt nur anders, nicht besser. Neu komponierte Musik hätte das deutlich aufgewertet, stattdessen gibt's Klangeffekte.
"Fly From Here Pt 2 – Sad Night at the Airfield" dauert jetzt ‪5:25, es ist 1:16 kürzer. Auch hier hat man das Ende gestrichen, gut so, auch hier wurde es nicht durch einen komponierten Übergang zum nächsten Part ersetzt.
"Fly From Here Pt 3 – Madman at the Screens" dauert jetzt ‪4:36‬, es ist 40 Sekunden kürzer
"Fly From Here Pt 4 – Bumpy Ride" dauert jetzt ‪2:16‬, es ist jetzt eine Sekunde länger.
"Fly From Here Pt 5 – We Can Fly (Reprise)" dauert jetzt ‪2:18‬, es ist 34 Sekunden länger. Gut so, das Ende war ursprünglich in Relation zur Gesamtlänge zu kurz.
"The Man You Always Wanted Me to Be" dauert jetzt ‪5:25‬, 18 Sekunden länger, und hat neue backing vocals von Horn.
"Life on a Film Set" dauert jetzt ‪5:06‬, 5 Sekunden länger, und hat teils einen neuen Text. "Hour of Need" dauert jetzt ‪6:46‬, das ist die extended version, die einst ein Bonustrack auf der japanischen Version von "Fly from Here" war. Allerdings in einer nochmal anderen, eine Sekunde längeren Version. Der Gesang stammt von Howe und Horn.
"Solitaire" dauert jetzt ‪3:31‬, eine Sekunde länger.
"Into the Storm" dauert jetzt ‪6:55‬, ebenfalls eine Sekunde länger.

Eine echte Neuheit ist der Song "Don't Take No for an Answer", ein bislang unveröffentlichtes Stück von Steve Howe, das von den 2011er-Sessions stammt. Howe singt selbst.

Abgesehen von dem neuen Stück und "The Man You Always Wanted Me to Be" werden nun alle Lieder von Horn gesungen. Das macht für all diejenigen Sinn, die damals nicht der Meinung waren, dass Benoît Davids Stimme der von Horn sehr ähnelt. Also für kaum jemanden.

Die Band hat einige neue Instrumentalpassagen beigetragen und neue Backing-Vocals eingesungen. Trevor Horn hat das Album dann neu abgemischt.

Warum?

Ich liste mal die Begründungen, die man seit dem Winter 2016/17 zusammenkratzen konnte: "it would be nice to do" (Horn), "Horn wanted to see what it sounded like" (Jon Kirkman), "Alan pointed out that if I did sing on the album then the album would be the same line-up as Drama." (Horn), "Trevor felt the album wasn't as good as it could have been." (White) - oder auch kurz "why not?" (Horn).

Jou. Das sind ja super belastbare Gründe. Why not. Oder besser: why? Denn zum einen war das Album doch echt okay, so wie es war. Klar kann man immer was verbessern, aber es ist ja nicht so, dass "Return Trip" massive Überarbeitungen beinhalten würde. Das Unternehmen führt sich damit also quasi selbst ad absurdum. Es wurde zwar passagenweise mehr als nur ein bisschen verändert, zum Beispiel hat man an vielen Stellen neue backing vocals und Instrumentaltracks eingefügt. Insbesondere „Sad Night at the airfield“ und „Madman at the screens“ klingen jetzt deutlich wuchtiger. In „Sad Night“ wurden außerdem einige Takte halbiert, was das Stück rhythmisch interessanter macht. In die musikalische Substanz wurde jedoch nirgends wirklich relevant eingegriffen. Und wenn es an der Originalfassung etwas auszusetzen gab, dann war es doch die musikalische Substanz: Die - ähem - Suite "Fly from Here" bestand aus vorgefertigten Versatzstücken, die nur mit Ach und Krach aneinandergekleistert wurden, "The Man You Always Wanted Me to Be" war langweiliger Poprock, "Life on a Film Set" nicht viel besser, "Hour of need" wies auf die Großtaten von "Heaven & Earth" voraus, "Solitaire" und "Into the Storm" waren okay, aber auch nicht gerade herausragend. Dass die jetzt alle knackiger, voller klingen (und das tun sie), ändert nichts an der Substanz. Ein „Drama II“ war „Fly from Here“ jedenfalls nicht, und es wird auch dadurch keines draus, dass es jetzt Trevor Horn singt.

Zum anderen zeugt es nicht gerade von guten Manieren, Benoît Davids Gesang einfach zu ersetzen. Noch dazu mit der ziemlich frechen (und zudem falschen) Begründung, das Englisch des Frankokanadiers sei nur schwer zu verstehen gewesen. Zumal der stimmliche Unterschied zu Horn ohnehin nur gering ist. Angeblich blieben Davids Backing-Vocals erhalten, man meint ihn auch tatsächlich hier und da zu erahnen - aber das könnte eben auch Horn Stimme sein. Umso mehr als David bei "Return Trip" nicht als Musiker gelistet ist.

Bleiben die wenigen echten Neuerungen. Die von Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“ inspirierte Musik, in die „Hour of need“ nun auch außerhalb Japans eingekleidet ist, ist zwar für sich genommen stark, hat aber mit dem Rest des Songs rein gar nichts zu tun, und wirkt seltsam fehl am Platze. "Don't Take No for an Answer“ schaffte es nicht auf das Originalalbum, dafür gibt es einen Grund, den kann man jetzt hören. Er heißt "Don't Take No for an Answer“. Es ist halt ein Outtake. Hääte auch gut auf "Heaven & Earth" gepasst. Immerhin hat Horn es irgendwie hingekriegt, Steve Howes Gesang richtig gut klingen zu lassen.

Was soll man davon nun halten?

Nun, wir sind es ja gewohnt, Platten schon für weit weniger ein zweites Mal zu kaufen. Remasters zum Beispiel. Da ist eine echte Überarbeitung, so schlecht sie auch begründet sein mag, schon ein deutlich besserer Grund. Ich will das aber gar nicht werten und betätige mich stattdessen mal als Prophet:

Es wird die geben, die sich das Ding kaufen, und je mehr Geld sie ausgegeben haben werden, umso sinnvoller wird ihnen die Veröffentlichung erscheinen. Tendenziell werden sie die neue Version besser finden.

Es wird die geben, die sich das Ding nicht kaufen, und je vehementer sie sich verweigern, umso sinnloser werden sie die neue Version finden.

Es wird die geben, die sich das Ding kaufen, und versuchen, die Unterschiede zwischen den Versionen herauszuhören. Dabei werden diejenigen mit besseren Anlagen und besseren Gedächtnissen mehr Unterschiede entdecken, als diejenigen mit schlechteren Anlagen und schlechteren Gedächtnissen.

Und es wird die geben, die dann die neue Version besser finden, und die, die die alte Version besser finden.

Und es wird die geben, die beide in etwa gleich gut finden.

Es wird die geben, denen das Ganze vollkommen gleichgültig ist.

Vor allem aber wird es die geben, die von "Fly from Here - Return Trip" nie etwas mitbekommen. Darunter wird der größte Teil der Yes-Fans sein. Alle die, die 1980 ausgestiegen sind, 1983, 1987, 1991, 1994, 1997, 1999, 2001 oder 2014. Wegen irgendeiner der vielen anderen Seltsamkeiten der Band. Schade eigentlich. Na, warten wir mal ab, was da zum 50. noch so alles kommt.

Anspieltipp(s): „Sad Night at the airfield“ und „Madman at the screens“ weisen die stärksten Veränderungen auf. Und natürlich "Don't Take No for an Answer“
Vergleichbar mit: Yes‘ „Fly from Here“
Veröffentlicht am: 3.4.2018
Letzte Änderung: 5.4.2018
Wertung: keine Jetzt mit verbesserter Rezeptur... Keine Ahnung, wie ich das bewerten soll.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yes

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Yes 8.40 5
1970 Time And A Word 9.20 5
1971 The Yes Album 9.80 6
1972 Fragile 11.20 5
1972 Close To The Edge 13.80 13
1973 Yessongs 13.00 3
1973 Tales From Topographic Oceans 13.25 8
1974 Relayer 14.22 9
1975 Yesterdays - 2
1975 Yessongs (VHS/DVD) 11.00 2
1977 Going For The One 9.88 8
1978 Tormato 7.71 8
1980 Yesshows 10.00 3
1980 Drama 11.50 8
1981 Classic Yes 12.00 2
1983 90125 8.13 8
1985 9012 Live - The Solos 5.00 3
1987 Big Generator 6.67 6
1991 YesYears 13.00 2
1991 Union 6.00 7
1991 Owner Of A Lonely Heart - 1
1992 Yesstory - 1
1992 Union Tour Live (DVD) 7.00 1
1993 Highlights - The Very Best of Yes - 1
1993 Symphonic Music of Yes 2.00 2
1994 Talk 6.17 6
1994 Yes Active - Talk (CD-ROM) 8.00 1
1996 Keys To Ascension 8.00 4
1996 Keys to Ascension (VHS/DVD) 7.00 1
1996 Live in Philadelphia 1979 (DVD) 4.00 1
1997 Open Your Eyes 4.17 6
1997 Something's coming - the BBC Recordings 1969-1970 9.00 2
1997 Keys To Ascension 2 10.50 4
1998 Yes, Friends and Relatives 3.00 2
1999 Musikladen live (DVD) 6.00 1
1999 The Ladder 6.00 7
2000 House Of Yes - Live From House Of Blues 6.00 2
2000 The Best of Yes - 2
2000 House of Yes - Live from House of Blues (DVD) 8.00 2
2000 Masterworks 8.00 1
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 1 (DVD) 13.00 2
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 2 (DVD) 14.00 1
2001 Magnification 8.00 9
2001 Keystudio 9.00 2
2002 Symphonic Live (DVD) 10.00 3
2002 In a Word: Yes (1969- ) 12.50 2
2002 Yes today - 1
2002 Extended Versions - 2
2003 Greatest Video Hits (DVD) 3.00 1
2003 Yes Remixes 2.00 1
2003 YesSpeak (DVD) 9.67 3
2003 YesYears (DVD) 10.00 1
2004 Yes Acoustic (DVD) 6.00 2
2004 The ultimate Yes 10.00 2
2004 Inside Yes. 1968 - 1973. An independent critical review. (DVD) 10.00 1
2005 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (DVD) 10.50 2
2005 Inside Yes Plus Friends and Family (DVD) 11.00 1
2005 The Word is Live 11.00 1
2006 9012Live (DVD) 10.00 2
2006 Essentially Yes - 1
2007 Live at Montreux 2003 - 1
2007 Live at Montreux 2003 (DVD) 9.00 1
2007 Yes. Classic Artists. Their definitive fully authorised Story in a 2 Disc deluxe Set - 1
2008 The New Director's Cut 9.00 1
2009 The Lost Broadcasts 7.00 1
2009 Rock Of The 70's 7.00 1
2010 Keys to Ascension (2CD + DVD Box Set) 10.00 1
2010 Live in Chile 1994 10.00 1
2011 In The Present - Live From Lyon 9.00 2
2011 Live on Air - 1
2011 Fly from here 8.57 7
2011 The Revealing Science Of God 7.00 1
2011 Union Live (DVD) 11.00 1
2012 Yessongs - 40th Anniversary Special Edition (Blu-Ray) - 1
2013 The Studio Albums 1969-1987 - 1
2014 Like It Is - Yes at the Bristol Hippodrome 6.00 1
2014 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (3CD Set) 9.00 1
2014 Heaven & Earth 5.17 7
2015 Progeny: Highlights From Seventy-Two 12.00 1
2015 Like It Is - Yes at the Mesa Arts Center 10.00 1
2015 Progeny - Seven Shows from Seventy-Two 8.00 2
2017 Topographic Drama – Live Across America 10.00 1

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