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Lazuli

Saison 8

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: RetroProg; sonstiges
Label: L'Abeille Rôde
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Claude Leonetti léode
Gédéric Byar guitar
Romain Thorel keyboards, french horn
Vincent Barnavol drums, marimba
Dominique Leonetti vocals, guitar, mandoline

Tracklist

Disc 1
1. J'attends un printemps 5.12
2. Un linceul de brume 6.00
3. Mes amis, mes frères 5.45
4. Les côtes 6.03
5. Chronique canine 6.15
6. Mes semblables 4.55
7. De deux choses lune 4.06
8. Les 4 mortes saisons 4.45
Gesamtlaufzeit43:01


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 2)


Knapp 2 Jahre nach dem beeindruckenden Vorgänger „Nos âmes saoules“ zeigen uns die Franzosen, dass sie sich nachhaltig aus ihrem Tief von „Tant que l'herbe est grasse“ erholt haben. Da erscheint die damalige Bandumbesetzung der Brüder Leonetti aus heutiger Sicht dann wohl doch ein wichtiger und unvermeidbarer Schritt gewesen zu sein, um die Band weiter zu entwickeln. Vorbei die oft sinnlosen Wall Of Sounds, zurück zu songdienlicheren und vor allem wieder qualitativ besseren Kompositionen, welche die Stärken der Band so gut widerspiegeln. Nämlich die akustische, ruhige, vor allem aber nachdenkliche Seite. Dass es zwischendurch trotz aller Melancholie mal lauter wird, ist Sinnbild des Aufschreis gegen die Gleichgültigkeit vieler Menschen. Vielleicht hört der eine oder andere dann besser zu.

In den Texten merkt man, dass zumindest die Musiker unserer Gesellschaft zugehört haben. Man prangert nicht zum ersten Mal die Zerstörung der Natur an, das unsägliche Flüchtlingsdrama auf dem Meer, die Abschottung Europas von Afrika und auch leider alltägliche Dinge wie das Aussetzen von Hundewelpen auf Autobahnraststätten. Aber auch das älter werden beschäftigt die Brüder, die längst verflossene Kindheit die mit dem Absterben der Blätter im Herbst verglichen wird.

All diese Gedanken werden auf die bekannte Lazuli-Art vorgetragen, d.h. dass die Léode des linksseitig gelähmten Claude Leonetti den Sound bestimmt. Diese eigenartig sphärisch klingende Gitarre wird wie ein Chapmanstick mit nur einer Hand gespielt. Die Songs sind eher ruhiger Natur, brechen aber auch mal aus. Musikalisch passt dies gut zu den aufrüttelnden Texten, besser als die unentwegt wütenden Ausbrüche auf früheren Alben (mit Ausnahme von „Nos âmes saouilles“, wo es hervorragend geklappt hat). Es erinnert mich hie und da an die Zeit von „Réponse incongrue à l'inéluctable“, besonders in Songs wie LES CÔTES. Das ist durchaus positiv gemeint, da ich dieses ruhigere Album bis heute für ihr Bestes halte. Höhepunkte hat das Album auch, wie das schleppende CHRONIQUE CANINE mit elektronischen Tupfern. Das ist hervorragend minimalistisch.

Wenn sie dann aber mal aus der Wohlfühlzone ausbrechen, dann kracht es auch richtig. Der Schlussteil von UN LINCEUL DE BRUME ist chaotisch riffend und wild, Teile von MES AMIS, MES FRÈRES metallisch hart.

Lazuli liefern ein gutes Album ab. Obwohl ich aus Erfahrung weiß, dass sie live noch viel besser sind, überzeugen sie mich. Dabei ist es gar nicht so leicht die Gründe dafür zu benennen. Es passt einfach alles, das Album läuft „rund“. Ein klarer roter Faden, die Spielzeit von 44 Minuten hat LP-Format wie früher und ist einfach perfekt, die Tracks sind gut komponiert und arrangiert. Dazu ein extrem hoher Wiedererkennungswert durch Dominique Leonettis unverwechselbare Stimme. Wer Lazuli noch nicht kennen sollte, hier ist die Gelegenheit. Ich freue mich jedenfalls auf den Liveauftritt in Valkenburg beim Progfestival am 23. Juni 2018. Wird sicher ein tolles Wiedersehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Ange, manchmal schimmert Anathema durch
Veröffentlicht am: 5.4.2018
Letzte Änderung: 5.4.2018
Wertung: 11/15
stiller Protest

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 2 von 2)


Lazulis 8. Staffel also – „jedes Album eine Season, jedes Stück eine Geschichte aus unserem Leben“, schreiben die Südfranzosen auf ihrer Webseite. Lazuli bieten auch auf Season 8 ihren typischen „Ethno-Chanson-Heavy-Prog“; verbinden französische Musikkultur souverän mit Hardrock und progressiv vertrackten Elementen. Und wie immer bezaubern sie den Hörer mit einer zauberhaft, mystischen Stimmung.

Nachdem die symphatische Band auf den letzten beiden Alben für mich nicht ganz ihr Potential ausschöpfte, „Nos Ames Saoules“ z.b. war mir etwas zu glatt geraten, ist mit Season 8 endlich wieder der Drama-Rock zurück. In Songs wie „Un linceul de brume“ oder „Mes amis, mes frères“ werden endlich wieder härtere Töne angeschlagen – denn dann sind Lazuli am Besten – wenn ihr Heavy-Drama-Prog so richtig kracht, die Dramatik sich Sekunde um Sekunde steigert, wie in „De deux choses lune“.

Nicht umsonst sind die beiden härtesten Alben: Rèponse Incongrue à l'Inéluctable“ (sehe ich wie Marc) und „(4603 Battements)“ meine Lieblingsalben von Lazuli. Schlechte Alben gibt es von dieser Band allerdings nicht und egal ob ein neues Album mich gänzlich überzeugt, sind sie live immer eine Wucht – und können immer wieder positiv überraschen, wie letztes Jahr in Bensheim.

Auch sanfte Ohrwürmer wie „J`attends un printemps“ oder „Les 4 mortes saisons“ sind immer Bestandteil des Konzepts so auch auf Silberling Nr. 8. Neu und frisch klingt das mystisch, rythmische „Chronique canine“. Musikalisch „Schöngeister“ sind die Texte von Lazuli weniger schönen Dingen gewidmet und beleuchten oft gesellschaftskritisch menschliche Schattenseiten.

Fazit. Eine gelungene achte Season also; die live sicher wieder ein Fest werden wird. Die Finale Staffel ist aber noch lange nicht in Sicht...

Anspieltipp(s): Un linceul de brume; Mes amis, mes frères
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.4.2018
Letzte Änderung: 7.4.2018
Wertung: 11/15
Das Drama ist zurück

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lazuli

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Amnésie 10.00 1
2006 En avant doute... 11.50 2
2009 Réponse Incongrue à l'Inéluctable 12.00 4
2009 Six Frenchmen in Amsterdam : live at Paradiso (DVD) 12.00 2
2011 (4603 battements) 11.00 4
2013 Live @ l'Abeille rôde (DVD) 10.00 1
2014 Tant que l'herbe est grasse 8.75 4
2016 Nos Âmes Saoules 12.00 3

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