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Piniol

Bran Coucou

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: RIO / Avant
Label: Dur et Doux
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Antoine Arnera Keyboard, vocals
Boris Cassone Bass, vocals
Guilhem Meier Drums, vocals
Anthony Béard Guitar, vocals
François Mignot Guitar, vocals
Benoit Lecomte Bass, vocals
Jean Joly Drums

Tracklist

Disc 1
1. Pilon Bran Coucou 14.04
2. Pogne 7.15
3. Mimolle 4.31
4. Shô Shin 14.42
5. François 1er 9.10
6. Kerberos 6.05
7. Orbite 11.58
Gesamtlaufzeit67:45


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Die Freunde des französischen (und sonstigen) Avant-Prog sind schon in heller Aufregung. Da haben sich nämlich die Musiker von PoiL und Ni zu einem siebenköpfigen Monster aus zwei Schlagzeugern, zwei Bassisten, zwei Gitarristen und einem Keyboarder zusammengeschlossen. Mal ehrlich jetzt, bei den Bandnamen wie Ni und Poil erscheint ein Piniol genanntes gemeinsames Projekt fast schon wie ein schon immer geplanter Schritt. Zumindest was die Schönheit betriff, die in einem Bandnamen stecken kann, ist Piniol in meinen Augen ein Fortschritt.

Hätte ich die Auswahl zwischen der Bezeichnung „siebenköpfige Hydra“ (so der Infozettel) und dem Wortgebilde „Avant-Prog-Supergroup“ (was hier vermutlich nicht völlig abwegig wäre) würde ich mich dann doch aus ästhetischen Gründen für das erstere entscheiden.

Genaugenommen spielen die sechs Musiker schon mindestens seit Januar 2018 immer mal wieder zusammen, aber erst Ende April des gleichen Jahres ist ihre erste CD namens „Bran Coucou“ rausgekommen. Was man auf dem Album dann schließlich zu hören bekommt, ist nicht etwa doppelt so abgefahren und verrückt, wie die bisherigen Einfälle von Ni im PoiL. Vielmehr werden die bisher von den Musiker bekannten Ingredienzien, wie die krummen Rhythmen, die repetitiven Muster und die schrägen Gesänge in scheinbar fiktiven Sprachen sehr vorteilhaft für die erweiterte Besetzung arrangiert und auf diese Weise raffinierter umgesetzt.

Der eröffnende, durch seine durchdachte Steigerung fast schon Gänsehaut erzeugende Longtrack „Pilon Bran Coucou“ kann als eine Avant-Prog-Komposition eigentlich nicht mehr getoppt werden…denkt man vielleicht, bis man die anderen Stücke gehört hat. Diese bestechen nämlich durch die energetische Umsetzung der polyphonen Einfälle, die sich zudem der Rhythmen bedienen, die jede Mathrock-Truppe vor Neid erblassen lassen würden. Wären da runtergestimmte Gitarren im Spiel, könnte man stellenweise fast schon von Djent-Strukturen sprechen. Die Orgie von repetitiven Gitarrenfiguren, die beispielsweise in „Mimolle“ und „Sho Shin“ veranstaltet wird, dürfte vielen Fans von King Crimson der 80er Jahre die Tränen der Freude in die Augen treiben. WOW!

Wohl um das Tempo und die Intensität ein wenig runterzufahren beginnt „Francois“ fast schon postrockig-entspannt, um sich dann bald zu einem beinahe progmetallisch rockenden Gitarrengeflecht zu verdichten, das von einer vierköpfigen Rhythmustruppe zu immer neuen Höhepunkten angetrieben wird. Das ist für mich die Virtuosität, die Sinn macht! Auch wenn einige Anhänger vom symphonischen Prog das vielleicht anders sehen werden. Riff-Freunde, die gerne Long Distance Calling, oder Ocean hören, sollten mal „Kerberos“ lauschen. Da scheinen mir die Grenzen zu Progmetal bei Piniol fließend zu sein. So auch in dem melancholisch-postrockig beginnenden „Orbite“, das anschließend mit doomigen Riffs auswartet. Das wäre dann mehr etwas wie Avant-Doom-Prog-Metal, was durch die dissonanten Töne und die seltsamen schamanischen Gesänge bestätigt wird.

Über weite Strecken dürfte „Bran Cocou“ ein Fest – und vielleicht die Scheibe des Jahres – sein für diejenigen, die energetischen, polyphon arrangierten, mathematisch präzisen und abgefahrenen Avant-Prog mögen und sich an der gelegentlichen Nähe zu (experimentellem) Progmetal nicht stören. Ich bin begeistert, das Scheibchen haut mich direkt von den Socken!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.4.2018
Letzte Änderung: 17.5.2018
Wertung: 13/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


OMFFG!!!!!!!!

PoiL und Ni fusionieren zu einer einzigen Band! Gar einem siebenköpfigen Monster aus zwei Schlagzeugern, zwei Bassisten, zwei Gitarristen und einem Keyboarder - das war die ultimative Nachricht, die in der Progwelt einschlug wie eine Bombe - wenn man sie mitbekam. Wer Piniol dann live erleben durfte, letztes Jahr in Würzburg, wo Ihr - BITTE - dann auch mal hinfahrt, der durfte sich angesichts des Grand Spass, den das machte, die Lunge aus der Kehle jubeln. Die Fusion zweier Exponenten eines derart explosiven Genres, das hatte es nicht mehr gegeben seit... seit...

Yes und den Buggles, anno 1980!

Jemand hat Ni in PoiL gesteckt! Oder PoiL in Ni! Ein siebenköpfiges Monster! Eine siebenköpfige Hydra! Eine Avant-Prog-Supergroup! Ein wahnwitziger Avant-Sturm, der das Anlitz der Erde reinigt. Gesegnet sei der Wurm und sein Wasser, gesegnet sein Kommen und Gehen. Möge sein Vorbeiziehen die Welt ordnen. Long Distance Calling und Ocean nennt Siggy, die sind ein Kindergarten gegen das hier.

Und dabei ist das eigentlich gar nicht so unwitzig gemeint. Piniol hatten sichtlich einen Riesenspaß auf der Bühne damals, und den Perversen, die in Würz das Publi bilden, ging es nicht anders. Nur Miriodor konnten Piniol an diesem Wochenende noch toppen - aber nicht im Hinblick auf den Wahnwitz. Ja, ich höre Djent in "François 1er", ja, ich höre Riffgewitter in "Shô Shin" und Brutalismus in "Kerberos", ja, ich höre Polyrhythmisch-Crimsoides in "Mimolle", ich höre Postrock, düsteren Tech und derben Fistcore - aber OMFFG, ist das geil! Ich höre vor allem Geil. Auf dem Album ist Geil.

Siggy hat Recht: Das Album IST vielleicht bereits jetzt das Album des Jahres. Das zu toppen, dürfte jedenfalls nicht leicht sein. Arschtritte in dieser Quali dürften jedenfalls auch von den angekündigten Progmetalgrößen kaum ausgeteilt werden - auch wenn sie herzlich willkommen sind.

Aber das? Geil. Lyoner eben. Wer sie noch nicht kennt, sollte sie auschecken. Die Musiker aus dieser Stadt liefern seit einigen Jahren schon Brühwürste ohne Einlage, aus gepökeltem Schweinefleisch, mal mit, mal ohne Rindfleisch und Rückenspeck, je nach Rezept mit weißem Pfeffer, Kardamom, Kurkuma, Muskat, Koriander, Knoblauch und Ingwer gewürzt, grob oder fein gekuttert, in Rinds- oder Kunstdärme gefüllt, gebrüht und leicht heißgeräuchert. Oder um Piniol zu zitieren: Mothermothermotherfuckfuck!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: grob gekutterter Brühwurst
Veröffentlicht am: 25.4.2018
Letzte Änderung: 25.4.2018
Wertung: 13/15
Das zu toppen, dürfte nicht leicht sein, auch wenn sich dieses Jahr noch/schon große Namen wie Tool und Dream Theater angekündigt haben.

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