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Steve Moore

Gutterballs: Original Motion Picture Score

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (Soundtrack; unter Pseudonym "Gianni Rossi" veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Moderne Electronica
Label: Permanent Vacation
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Moore / Gianni Rossi

Tracklist

Disc 1
1. Theme From "Gutterballs" 4:36
2. 7-10 Split 4:14
3. Look Back And Cry 2:30
4. Killed 3:50
5. Killed, Ver. 4 0:50
6. Death By 69 4:09
7. Murder 4:46
8. Killed, Ver. 3 1:55
9. Party Time 2:31
Gesamtlaufzeit29:21


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


"Gutterballs" aus dem Jahr 2009 ist ein offenbar zweit- oder drittklassiger Horrorstreifen, in dem es um eine Mordserie unter den Gästen einer Bowlingbahn geht, was wohl auch den Titel erklären dürfte - ein "gutterball" ist nämlich das, was im deutschen Sprachraum als "Pudel" bezeichnet wird. Der Soundtrack hierzu stammt von einem gewissen Gianni Rossi... kennt man doch, oder? Nein, natürlich nicht, der Name ist nichts anderes als ein Pseudonym des nicht nur als Solokünstler, sondern mehr noch durch seine Mitwirkung bei Zombi und Titan wohlbekannten Steve Moore, mit dem offenbar eine gewisse Affinität zu einschlägigen Giallo-Vertonern wie Fabio Frizzi, Riz Ortolani oder Marcello Giombini ausgedrückt werden soll. Was übrigens lustigerweise - tempora mutantur - den damaligen Brauch italienischer Filmschaffender umkehrt, sich zwecks internationaler Vermarktung ein möglichst englisch klingendes Alias zuzulegen...

Mission und Absicht auf "Gutterballs" (das übrigens von Moore auf seiner Bandcamp-Seite als "soundtrack" in Abgrenzung zum "motion picture score" bezeichnet wird) sind somit also klar: Elektronische Horrorfilmmusik im Geiste der 70er und 80er Jahre. Gerade letzterer Zeitrahmen drängt sich dabei auf den das Album einrahmenden Stücken geradezu auf: "Theme From 'Gutterballs'", "7-10 Split" und "Party Time" sind allesamt ziemlich geradlinig, rhythmusorientiert und poppig ausgefallen und schlagen mit fetten Basslinien, Drumcomputer, größtenteils gesampleten Gitarrenakkorden und eingängigen Synth-Melodien zudem den Bogen zu den aktuellen Retro-Produkten aus der Synthwave-Szene. Aber nicht mal das ist sonderlich abwegig, schließlich hatte Fabio Frizzi sowas ja selber noch drauf (siehe "Blastfighter"), und eigentlich steht man damit eh am Übergang zu weniger Genre-spezifischen Musikern vom Schlage Giorgio Moroder, Harold Faltermeyer & Co.

Dazwischen wird es allerdings wesentlich spannender. Bereits im "Theme" wird in Minute 2 ein spaciger Zwischenpart aus schwellenden Klängen zum immer noch geradlinigen Rhythmus eingeschoben - hier merkt man den Zombi-Hintergrund bereits sehr deutlich. "Killed" ist dann schon ziemlich nah an Frizzi dran: Der Grundstock besteht aus einer bizarren Sequenz als Blubberklängen, dazu gibt es einen marternden Minimalrhythmus und sirrende Sounds, alles beschleunigt sich zusehends und treibt so die Spannung gelungen in Richtung Hysterie. Die zweite Hälfte allerdings zeigt mit einer Art Dubstep-Rhythmus und einer Arpeggio-Sequenz schon wieder typischere Moore-Elemente. "Death By 69" ist ebenfalls gelungen, auch wenn es anfangs mit groovigem Bassriff und flächig-luftigen Synthies eher an "So weit, so gut" von Harald Grosskopf erinnert. Sehr bald wird es aber auch hier wieder finster, wenn ein dräunendes Ostinato aus Klavierakkorden und heulende Sirenenklänge wiederum gediegene Suspense-Atmosphäre beschwören.

Die anderen Stücke können dazwischen allerdings nur teils überzeugen. "Look Back And Cry" ist ein balladeskes Zwischenstück mit wehmütig-zurückhaltenden Synthesizerklängen über einem bedächtigen Klavier, "Killed, Ver. 4" eine kurze Dungeon-Synth-Skizze, und "Murder" klingt mit seinem langsamen Rhythmus am Anfang fast bluesig (was leicht an "Tiefgang" von Sankt Otten erinnert) und ist relativ stimmungsvoll, ab der Mitte passiert aber einfach nichts mehr. "Killed, Ver. 3" schließlich überrascht im Intro mit krummen Synthie-Motiven in einem 11/8-Rhythmus, die zweite Hälfte besteht aber aus nichts als archaischem Freiform-Blubbersound - solche Effekte waren bisweilen früher immer in Science-Fiction-Filmen zu hören, wenn ein zur Tonerzeugung fähiger Computer oder Roboter kaputtgehauen wurde. Na ja, immerhin passt das auf seine Weise wohl zum Titel.

Ein gänzlich homogenes Werk ist Rossi, pardon: Moore damit insgesamt nicht gelungen: Der 80er-Elektropop am Anfang und am Ende zündet nicht immer (gerade "7-10 Split" ist ziemlich simpel ausgefallen), kontrastiert sich dafür aber mit den Horrornummern in der Mitte. Wobei es auf letzterem Terrain in Form von "Murder" aber auch einen kleinen Hänger gibt. Unterm Strich rettet sich "Gutterballs" somit wohl noch am ehesten durch seine Kompaktheit - wirklich langweilig wird es hier schon alleine aus Mangel an Spielzeit eigentlich nicht. Ein Pudel ist dieser Soundtrack also nicht geworden.

Anspieltipp(s): Killed, Death By 69
Vergleichbar mit: zwischen Frizzi und Moroder
Veröffentlicht am: 3.5.2018
Letzte Änderung: 3.5.2018
Wertung: 9/15
Aber immerhin: Alle Neune! *g*

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steve Moore

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 The Henge 9.00 1
2008 Demo 2003 + Bonus Track (LP) 10.00 1
2011 Primitive Neural Pathways / Vaalbara 9.00 1
2012 Light Echoes 11.00 1
2013 Pangaea Ultima 10.00 1
2015 Cub 11.00 1
2016 The Mind's Eye 12.00 1
2017 Mayhem 9.00 1

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