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Hamadryad

The Black Hole

(Tipp des Monats 6/2018)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Progmetal; RetroProg; sonstiges
Label: Hamadryad Music
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Denis Jalbert guitar, vocals
Jean-Francois Desilets bass, vocals
Sebastien Cloutier keyboards, vocals
Nicolas Turcotte drums

Tracklist

Disc 1
1. Peaceful Exit 8:04
2. So/By Your Side 10:31
3. Fall n´Fly 8:42
4. Dark Souls 6:01
5. Crash 4:53
6. The Worst is Yet to Come 5:42
7. Amora Demonis 2017 7:53
Gesamtlaufzeit51:46


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 3)


Neulich kam Kollege Roland Heil wieder mit einem Hammer-Tipp um die Ecke, gerade als ich mich bei unnützeren Dingen entspannte und einmal nicht über Geschmack, guten Prog oder schlechten Mainstream nachdachte. Roland kennt sich aus und tut nichts unbedacht. Und er wird gewusst haben, dass er die Glocke zum Klingen bringt.

Hamadryad also, bislang mir völlig unbekannt. Drei Studioalben und eine Livescheibe hatten die Kanadier schon auf dem Buckel, wobei der Erstling „Conservation Of Mass“ bereits die Kritiker zum Jubilieren brachte. Fast acht Jahre nach „Intrusion“ wurde nun „The Black Hole“ nachgelegt.

Hamadryad sind wieder ein Quartett, nachdem auch der zweite hauptamtliche Sänger die Segel gestrichen, die Flinte ins Korn geworfen und die Platte geputzt hat. Nach dem Hin und her mit den Vocals teilen sich jetzt Gitarrist, Bassist und Keyboarder den Gesang. Parallelen zu Yes, die vor allem dem hohen Gesang geschuldet waren (der sicherlich nicht jedermanns Sache sein dürfte) und in Kritiken zum Debutalbum genannt wurden, fallen daher weniger auf. Diese Musik hat zwar bekannte Komponenten mit verschiedensten Inspirationsquellen, ist aber nicht nur boden- sondern auf angenehme Art eigenständig.

Den Mitrezensenten gefielen bereits die Vorgänger; sie lobten die „schräg-vertrackte Verspieltheit“, die makellose instrumentale Virtuosität, die sich durch „halsbrecherische Breaks“ Ausdruck verleiht, sie fuhren ab auf die „gewaltige Power“ knackiger Gitarren, die mit melodischen Parts eine interessante Mischung ergeben. Das gilt auch für „The Black Hole“, das ich persönlich den anderen Alben sogar noch deutlich vorziehe. Es scheint, als hätte die Band die besten Momente der Vergangenheit destilliert und die Essenz noch einmal in die Waagschale geblasen.

Die Vocals, die ja nicht mehr durchgehend so glockenhell erklingen, erinnern z.B. bei Peaceful Exit an Major Parkinsons Night Hitcher, ein geflüsterter Sprechgesang, eine passende Alternative. Des Weiteren erfreut der Opener mit druckvollen Bässen und klaren Synthesizer-Leads im 6/8-Takt, intelligenten Hammond B3 und Rhodes-Fills. Vor allem erfreut er mit einem Mittelteil in simplen, aber einfach unschlagbar melodischen Tonika/Dominantenwechseln, die Synth-Flächen und Synth-Bass bewerkstelligen und klangvolle Gitarrenlinien ausschmücken. Der Achtminüter ist deswegen der Favorit. Andere mögen das Optimum vielleicht im Longtrack So/By Your Side sehen. Eigentlich besteht So/By Your Side wie der Titel schon vermuten lässt, aus zwei Stücken, die miteinander verknüpft wurden, einem schnelleren, fordernden und einem stimmungsvoll-sphärischen, bei dem ich immer an Knocking on Heaven´s Door (am liebsten in der Version von Guns n Roses) denken muss. Brachial wirbelt Bassmann Desilets bei So und auch später beim selbsterfüllenden Crash und dem charismatischen Schlusstrack; der voluminöse Bass drückt und knallt, dass die Nachbarn jeden Moment anklopfen. Fall ´n Fly fallt dem gegenüber nicht ab, groovt sehr ordentlich los und hat wieder diesen herrlich entspannten Mittelteil, getragen von Keyboards und Gitarre.

Variationsoffensiv geht es mit Dark Souls weiter; Akustikgitarren eröffnen für den mehrstimmigen Satzgesang, der aber nur Vorbote ist für verschachtelte Gitarrenparts, Drumbreaks und resolute Melodielinien, die keinen Zweifel am gehobenen Songwriting aufkommen lassen wollen: The Worst is Yet to Come? No Way! Für den Abschluss dieses fulminanten Unterfangens haben sich die Kanadier nämlich etwas Besonderes ausgedacht: Ein Cover ihres eigenen ambitionierten Titels Amora Demonis (Amora Demonis 2017), mit dem sie noch einmal demonstrieren (mit noch ausgefeilteren Vokalsätzen, überzeugenderen Soli und besserem Klang), wo sie 2001 anfingen und wo sie heute stehen - nämlich ein beträchtliches Stück weiter vorn in der Schlange.

Anspieltipp(s): Peaceful Exit, Amora Demonis 2017
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.5.2018
Letzte Änderung: 5.5.2018
Wertung: 13/15
die 14 kommt sicher mit dem nächsten Album

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Von: Roland Heil @ (Rezension 2 von 3)


Nein, einfach machen sie's dem Rezensenten nicht. Wenn man ihre Homepage öffnet, wird man mit Coverversionen diverser Altvorderer begrüßt. So.z.B. LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE,THE QUEEN etc. Das lässt schon mal darauf schließen, dass sie sich in der direkten Traditionslinie der Siebziger sehen. Und das hört man auch ihrem aktuellen Album THE BLACK HOLE an, allerdings ohne den geringsten Staubansatz. Und das muss man erst mal können.

Als Rezensent, der sich für in gewisser Weise "seriös" hält, ist man bestrebt, seiner geweckten Euphorie für ein Album, das er aktuell rezensiert, nicht allzu freien Lauf zu lassen. In diesem Fall aber fällt es mir sehrsehr - sehr schwer. Dieses Werk lässt der Reischreiber die Band in die gleiche Liga verorten in der er auch HAKEN, DT und Verwandte hört. Was sie von den Genannten unterscheidet, ist die Angstfreiheit vor der Eingängigkeit von Melodien, die durchaus Popgefilde berühren dürfen (CRASH). Auch ihre mehrstimmigen Vocals stehen in amerikanischer Tradition der '70er Jahre und sorgen in den entsprechenden Passagen für wohlige Gefühle.

Kollege Peter Meyer beschreibt hier oben so treffend das, was auf dem Album geschieht, dass ich nichts von Mehrwert hinzufügen kann. Mir bleibt nur dieses Album all denen zu empfehlen, die a) noch nichts von HAMADRYAD gehört haben und b) die sie schon kennen - aber die haben eh' schon zugelangt. PS: Live sind HAMADRYAD wie im Studio ChampionsLeague!

Anspieltipp(s): So/By your side
Vergleichbar mit: HAKEN,DT - nur mit mehr Melodie und Gelassenheit
Veröffentlicht am: 12.6.2018
Letzte Änderung: 12.6.2018
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Ein starkes Album haben Hamadryad da abgeliefert. Kraftvoller Rock paart sich mit Sechz'ger-Einflüssen und Prog-Versatzstücken. Mancher meint sogar, Britpop-Einflüsse zu hören, vermutlich in Songs wie "Crash", den mein Vorredner ja bereits dem Pop zugeordnet hat (es hat trotzdem genügend Hang zum Prog: schöne Dissonanzen, Polyrhythmik und so). Dem Progfan dürften die, nun ja, Progelemente am Besten gefallen, angeschrägte Instrumentalpassagen, wie sie etwa in "So/By Your Side", "Amora Demonis 2017" oder in "Dark Souls" zu hören sind, vielleicht auch die verspieltere, lyrische Variante davon, die etwa zu Beginn von "The Worst is Yet to Come" erklingt. Freunde rockender Rockmusik dürften allerdings weitaus eher auf ihre Kosten kommen, denn zumeist rockt das Album doch relativ straight dahin.

Und genau diese Passagen sind es dann die mich ein wenig auf Distanz gehen lassen. "The Black Hole" ist, wie eingangs gesagt, ein starkes Album, und wenn man eher dem Prog im Progrock zugeneigt ist, könnte man sagen: Ein starkes Rockalbum. Wäre unfair, aber doch pointiert. Es in eine Kategorie mit Dream Theater oder Haken zu stecken, wird "The Black Hole" meines Erhörens jedenfalls nicht gerecht. Beide Bands gehen mit - weitaus! - mehr Raffinesse, Detailverliebtheit und Virtuosität an ihre Songs heran als Hamadryad, DT zudem mit einer ordentlichen Portion Pathos, die dieser Band (dankenswerterweise) fremd ist.

Trotzdem ein starkes Album, das Leuten reinlaufen wird, die ihren Progrock gerne rockig mögen. Manchem mag's ein wenig zu straight vorkommen, oder zu wenig kreativ bzw. originell, weil die Band in Sachen Prog ein wenig (zu sehr?) auf Understatement setzt, aber ich glaube Roland sofort, dass Hamadryad live ordentlich abkrachen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.6.2018
Letzte Änderung: 13.6.2018
Wertung: 10/15
"Amora Demonis 2017" dürfte Progger begeistern, "Crash" ist eher die Light-Variante des Hamadryad-Stils

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hamadryad

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Conservation Of Mass 12.25 4
2005 Safe In Conformity 9.00 3
2007 Live in France 2006 9.25 4
2010 Intrusion 10.50 2

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