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Fabio Frizzi

L'Aldilà / The Beyond

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981 (Soundtrack; CD-Veröffentlichung 2001)
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Dagored / Beat Records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Verso l'ignoto 4:00
2. Voci dal nulla 2:59
3. Suono aperto 1:24
4. Sequenza coro e orchestra 4:34
5. Oltre la soglia 4:03
6. Voci dal nulla 4:27
7. Suono aperto 4:00
8. Voci dal nulla 4:20
9. Giro di Blues 2:23
10. Verso l'ignoto 3:23
11. Sequenza ritmica e tema 4:22
Gesamtlaufzeit39:55


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Die Rahmenbedingungen gleichen sich: Auch "L'Aldilà", im englischen Sprachraum unter der wörtlichen Übersetzung "The Beyond", im Deutschen etwas ausschweifender als "Über dem Jenseits" bekannt, stammt aus dem Jahr 1981 und ist ein weiterer Horrorfilm unter der Regie von Lucio Fulci, in dem Zombies auftreten, seinerzeit für Skandale sorgte, in Deutschland deshalb nur schwer erhältlich ist und zu dem Fabio Frizzi den Soundtrack beisteuerte. Anders allerdings als bei "Zombi 2" und "Paura Nella Città Dei Morti Viventi" ist diesmal auch der Soundtrack mittlerweile eine Rarität geworden, gelegentlich lassen sich aber noch günstige Exemplare auf CD oder LP ausfindig machen (aber auch hier werden keinerlei an den Aufnahmen beteiligte Musiker namentlich benannt). Es erscheint aber nicht ganz ausgeschlossen, dass auch "L'Aldilà" dereinst noch einmal eine ähnliche Wiederveröffentlichung erfahren könnte wie "Paura...", zählen die Aufnahmen doch zu Frizzis bekanntesten - und auch zu seinen besten.

Denn auf eine gewisse Weise wird deutlich, dass Frizzi (und wohl auch Fulci) mit allen drei Soundtracks bereits eine gehörige Entwicklung durchgemacht hat und "L'Aldilà" somit wohl den Klimax darstellt. Das gilt zunächst einmal für die generelle Herangehensweise: Ähnlich wie in "Paura..." stehen auch hier mehrere unterschiedliche Themen im Mittelpunkt, die in den einzelnen Stücken jeweils variiert und ausgearbeitet werden. Das regelmäßig aufgegriffene, auf dem alten "Dies Irae"-Choral basierende "Voci dal nulla" bildet dabei einen markanten Aufhänger, auch "Suono aperto" und "Verso l'ignoto" erfahren mehrere tituläre Verarbeitungen. Trotzdem bleiben diese ohnehin verwandten Themen nicht auf die jeweiligen Stücke beschränkt, sondern werden auch in den übrigen Nummern jeweils angerissen. Es ergibt sich somit schon formal eine engmaschig gestrickte, labyrintisch gewundene Struktur aus bekannten oder in die Irre führenden Melodien, die sehr gut mit dem Sujet zusammengeht.

Auch die Sounds sind ziemlich gelungen. Im Vergleich zu "Paura..." erweitert sich Frizzis Arsenal diesmal um einen ausgefallenen, mehrstimmig arrangierten und mit dem Orchester interagierenden Chor, dazu gibt es natürlich die bekannte Mischung aus groovigen Jazzrock-Rhythmen, Klavierstimmen und düsteren Synthesizern. Letztere treten diesmal allerdings ein wenig in den Hintergrund und sind eigentlich nur noch im ersten "Voci dal nulla", im ersten "Suono aperto" sowie in "Oltre la soglia" und dem damit verwandten abschließenden "Sequenza ritmica e tema" vorhanden - dort allerdings in teils sehr prägnanter und schneidender Form. Überall sonst dagegen prägen Orchester und Chor das Bild, begleitet von teils frenetischer und sinnig herausgehobener Rock-Begleitung, allerdings wird auch deutlich, dass noch ein paar Jahre zuvor ähnliches Material wohl mit Synthetik vertont worden wäre (und Frizzi sie vermutlich auch genau damit komponiert hat).

Der eigentliche Clou von "L'Aldilà" liegt nun im Zusammenwirken all dieser Komponenten: Orchester und Chor bringen fein verwobene, mal feierliche, mal düstere Elemente ins Spiel, Bass und Schlagzeug erzeugen rhythmisch einiges an Druck (lassen aber gleichzeitig gerade auch in "Oltre la soglia" wiederum genug Luft) und das gebliebene Bisschen an Elektronik reicht schon aus, um verstörende Effekte zu erzielen. Dazu kommen die griffigen Melodien, die sich trotz penetranter Wiederholung gerade in "Voci dal nulla" nie totlaufen - die Variation und das Drumherum machen's jeweils immer wieder spannend (und zeigen nebenher noch auf Klassiker wie Hector Berlioz' "Marche au supplice"). Nach außen hin wiederum entsteht zwischen den einzelnen Stücken auch aus dem Paradoxon von Gegensätzlichkeit der Arrangements und Verwandtschaft der Themen noch eine immense Spannung. Als Fazit lässt sich somit nicht weniger sagen als die Feststellung, dass "L'Aldilà" in der Tat den Prog-kompatiblen Höhepunkt im Schaffen von Fabio Frizzi darstellt. Ihren Ruf trägt diese Platte also zurecht.

Anspieltipp(s): Sequenza ritmica e tema, Voci dal nulla (2), Oltre la soglia
Vergleichbar mit: in Prog-Kategorien liegt's zwischen Goblin und The Enid
Veröffentlicht am: 11.5.2018
Letzte Änderung: 11.5.2018
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fabio Frizzi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Zombi 2 10.00 1
1982 Paura Nella Città Dei Morti Viventi 11.00 1
1982 Manhattan Baby 9.00 1

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