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Abbhama

Alam Raya

(Archiv-Tipp 6/2018)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (CD/LP-Reissue 2014, Strawberry Rain/Majemuk Records)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Tala & Co
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Iwan Vocals, Piano, Keyboards
Oni Keyboards
Cok B. Guitars
Darwin Bass, Keyboards
Robin Drums, Percussion
Dharma Flute, Clarinet
Hendro Oboe
Ivan Viola

Tracklist

Disc 1
1. Kembali 4:41
2. Asmara 2:59
3. Alam Raya 3:46
4. Karam 3:58
5. Ketiadaan Yang Ada 5:29
6. Terlena 3:07
7. Air 4:38
8. Malam 3:59
9. Indonesia 7:51
10. Ibu 4:22
Gesamtlaufzeit44:50


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"One of the TOP 100 albums by Rolling Stone"! ... "(Indonesia)". Auf Platz 70 ihrer Beste-Album-Liste hat die Indonesische Version des Rolling Stone das erste und einzige Album von Abbhama aus Jakarta gewählt. Na immerhin. Und das war den Machern des CD-Reissues offenbar so wichtig, dass man dies gleich auf einem Aufkleber mitteilt, der auf dem das Digipack umhüllende Cellophan pappt. Zudem erfährt man dort, dass es nur 500 Exemplare dieser CD gibt, und dass es sich um symphonischen Prog handelt.

Abbhama fanden 1977 um den Sänger und Keyboarder Iwan Madjid zusammen. Die meisten der Beteiligten (nicht weniger als 8 Musiker gehörten zur Band) waren da Studenten am Jakarta Arts College. 1979 erschien dann "Alam Raya", wie damals in Indonesien üblich nur als Tonbandkassette. Zum Ende des Jahrzehnts löste sich die Band schon wieder auf. Der Albumtitel bedeutet wohl Universum, bzw. Königreich der Natur ... behaupten jedenfalls Online-Übersetzermaschinen. Also, wenn man beide Worte zusammen eingibt. Einzeln bekommt man für Alam in der Tat Natur. Und Raya klingt doch nach Reich? Allerdings meint das Programm es würde Autobahn bedeuten. Seltsam.

Wie auch immer, symphonischen Prog gibt es hier wirklich zu hören, und derselbe ist erstaunlich gut. Recht aufwändig instrumentiert kommt die Musik daher, oft solistisch bestimmt von E-Gitarre, Flöte und Oboe (bzw. Klarinette), seltener auch einer Bratsche, die sich über einem durchaus komplexen Gemenge aus Tasten, Bass und Schlagzeug erheben. Allerlei elektronisches Tastenwerk kommt zum Einsatz (Synthesizer, E-Piano, Clavinet und E-Orgel meist), und nicht selten gibt es ausladende, impressionistisch eingefärbte Klaviereinlagen. Sonderlich herausstechende Momente, die in irgendeiner Weise an das Herkunftsland der Musiker erinnern würden, sind eigentlich nicht zu vermelden (Gamelan? Fehlanzeige). Höchstens die Flöte sorgt bisweilen für etwas fernöstliches Flair (wie z.B. im langen "Indonesia" – welches sich zudem durch ausgiebigen Violaeinsatz auszeichnet). Eher gibt es europäische Bezüge (wie z.B. zwei Zitate der Britischen Nationalhymne).

Nach Klassikrock klingt das bisweilen (a la Bach und Debussy), entfernt an ELP erinnernd, oder nach etwas melodischerem klassischen Prog, ein wenig nach Camel, King-Crimson-Balladen, oder in den pop-lastigeren Momenten vielleicht auch nach Supertramp. Manchmal werden fast Kammerrockgefilde erreicht (wenn Flöte, Viola und Oboe solieren), oder man ist leicht funkig am Jazzrocken.

Alles super? Na ja ... da ist noch der Gesang. Ehrlich gesagt zieht mir das was Iwan (bisweilen mehrspurig) mit seiner Stimme anstellt ziemlich die Schuhe aus. Man gewöhnt sich zwar daran, aber sein hochlagiges Säuseln und Jaulen ist schon ziemlich schwer zu ertragen. Aber, offenbar ist das durchaus ein Charakteristikum indonesischer Musik der damaligen Zeit. Und so weit weg ist Jon Anderson da auch nicht. Allerdings nimmt die Pop-Lastigkeit stark zu, sobald gesungen wird. Und es wird recht oft gesungen. So richtig gut ist "Alam Raya" also nur dann, wenn die Band instrumental zu Gange ist. Dann brauchen sich Abbhama aber vor niemandem verstecken.

"Alam Raya" ist somit ein sehr ordentliches Werk mit klassischem Prog der 70er, welches allerdings unter dem etwas eigenen Gesang leidet. Sammler von exotischem Prog sollten hier aber zugreifen, demonstriert das Album doch, dass in Indonesien schon lange vor Discus gutklassiger Prog gemacht wurde. Sympathische Scheibe!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2018
Letzte Änderung: 9.6.2018
Wertung: 10/15
wegen des Gesangs könnte man auch einen Punkt abziehen ...

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