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Steve Tibbetts

Steve Tibbetts

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissue 1995, Cuneiform Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Folk; Klassischer Prog
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Tibbetts Instruments, Tape Effects, Voice, Engineering

Gastmusiker

Tim Weinhold Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Sunrise 4:16
2. The secret 4:51
3. Desert 4:39
4. The wonderful day 2:22
5. Gong 1:45
6. Jungle Rhythm 5:40
7. Interlude 1:52
8. Alvin goes to Tibet 4:16
9. How do you like my Buddha? 5:07
Gesamtlaufzeit34:48


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Steve Tibbetts ist seit den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts eines der Zugpferde Manfred Eichens auf dessen ECM Label, wo seine Alben mit einem Gemenge aus Gitarrenjazz, Americana, Weltmusik und Ambientartigem in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Seine ersten musikproduzierenden Gehversuche hat der 1954 in St. Paul (Minnesota) geborene Tibbetts schon in den mittleren 70er Jahren des letzten Jahrhunderts unternommen, als er noch Kunststudent am College in St. Paul war.

Ein im College neu eingerichtetes Ministudio nutze Tibbetts ab dem Herbst 1975, um an seinem ersten Album zu arbeiten. Nur gelegentlich von seinem Kumpel Tim Weinhold unterstützt, spielte Tibbetts die Musik weitestgehend im Alleingang ein, an allerlei Gitarren und Elektronischem. Im Herbst 1976 hatte Tibbetts das Material für ein Album zusammen, welches er 1977 für 600$ auf 200 LPs pressen lies. "Steve Tibbetts" verkaufte sich, und Tibbetts nutzte das Geld um sich ein eigenes Heimstudio (also eine 8-Track Tonbandmaschine) zuzulegen. Dort spielte er dann seinen Zweitling "Yr" ein, welcher indirekt zu seinem Vertrag mit ECM führte. "Steve Tibbetts" erschien 1995 klanglich aufbereitet bei Cuneiform Records, was zumindest andeutet, dass es da in progressiver Hinsicht etwas zu entdecken gibt.

Ein dichtes Gemenge an Gitarrenexkursen, akustisch-schrammelnd, ganz in der Americana-Tradition eines John Fahey, oder elektrisch-sphärisch, trifft hier auf Elektronisches, bisweilen fast Symphonisch-Progressives. Die Scheibe unterscheidet sich deutlich von den späteren Werken Tibbetts (auch wenn sie sicher der Ausgangspunkt seines zukünftigen Stils war), ist hier nichts Weltmusikalisches zu finden, und ergeht sich Tibbetts in einfallsreichen Experimenten, die bisweilen durchaus kantig und angeschrägt ausgefallen sind, und noch einen gewissen rohen, fast krautigen Charme versprühen.

Gitarrenklänge treffen hier also auf Elektronisches, bzw. sind eingebettet in elektronisches Schweben, Wabern und Hallen. Folkiges Geklampfe bis hin zu minimalistisch-repetitiven Mustern (ein wenig a la Schickert) erklingen da, selten solistisch, meist aber begleitet von allerlei schwebenden Sounds, bisweilen auch verfremdeten Naturgeräuschen. Ab und zu arbeitet sich die Elektronik auch nach vorne, klassisch-progressiv und klangvoll, wie z.B. im hymnisch-voluminösen "Jungle Rhythm", oder freiformatiger mäandernd, erklingen reine elektronische Tongespinste (man höre z.B. "Gong"). Selten geht es auch recht jazzig-rockig zu (wie im abschließenden, Mahavishnu-artigen "How do you like my Buddha?").

"Steve Tibbetts" ist ein sehr kurzweiliges (leider auch kurzes) Album mit einem farbigen und durchaus originellen DIY-Folk-Elektroprog, den vor allem Freunde von krautiger Elektronik nicht verpassen sollten (so sie denn keine Aversionen gegen folkige Akustikgitarrenverunreinigungen haben). Man könnte die Scheibe durchaus mit anderen Solo-Bastelalben der 70er vergleichen, z.B. "Tubular Bells" (doch, wirklich), den Erstling von Deuter, oder die Musik von Gulââb (siehe z.B. "Ritt durch den Hades"), nicht notwendigerweise in stilistischer Hinsicht, aber von der Herangehensweise her. "Steve Tibbetts" kann unter diesen sicher sehr gut bestehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.6.2018
Letzte Änderung: 4.6.2018
Wertung: 11/15

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