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A Perfect Circle

Eat the Elephant

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Gothic; Independent / Alternative; New Artrock; Postrock; sonstiges
Label: BMG
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Billy Howerdel all instruments except as noted
Matt McJunkins bass
D.Sandy string arrangements, drums
Jeff Friedl drums
Matt Chamberlain drums
Isaac Carpenter drums
Maynard James Keenan vocals

Tracklist

Disc 1
1. Eat the Elephant 5.13
2. Disillusioned 5.53
3. The Contrarian 3.58
4. The Doomed 4.41
5. So Long, and thanks for the Fish 4.26
6. Talk Talk 4.15
7. By and down the River 5.04
8. Delicious 3.49
9. DLB 2.06
10. Hourglass 5.14
11. Feathers 5.48
12. Get the Lead out 6.40
Gesamtlaufzeit57:07


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


A Perfect Circle wird wohl überwiegend als ein Nebenprojekt des Tool-Sängers Maynard James Keenan gesehen. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass der wichtigste Stückeschreiber und der musikalische Kopf hinter A Perfect Circle auf den Namen Billy Howerdel hört. Howerdel war ursprünglich Gitarrentechniker bei Tool, Nine Inch Nails und The Smashing Pumpkins. Als Howerdel Keenan seine Songs vorstellte, hat sich Keenan bereit erklärt, bei einem eventuellen Projekt als Sänger mitzumachen.

Die Verbindung zu Tool sowie die sehr langen Pausen zwischen den Alben mit neuem Material machen aus A Perfect Circle wohl eine Art von Kultprojekt, das sich nicht nach kommerziellen Gesichtspunkten richtet und bei dem keine Gefahr von allzu häufigen Veröffentlichungen besteht. Zwischen „Thirteenth Step“ und dem vorliegenden „Eat the Elephant“ liegen schon mal fünfzehn Jahre, was irgendwie an das Arbeitstempo von Tool erinnert.

Die Anfänge von „Eat the Elephant“ reichen bis ins Jahr 2008 zurück, als zum ersten Mal öffentlich erwähnt wurde, dass Keenan und Howerdel unabhängig voneinander an neuen Songs für A Perfect Circle werkelten. Aber bis das Album seine Gestalt anzunehmen begann, wurden noch einige gemeinsame Konzerte absolviert. Mit „Three Sixty“ wurde zudem eine Studio-Kompilation und mit „A Perfect Circle Live: Featuring Stone And Echo“ ein Live-Box-Set veröffentlicht. Die vier vorab-Singles aus dem kommenden Album sollten auch gleich erwähnt werden. Vorher mussten sich die beiden wichtigsten Projekt-Mitglieder noch darauf einigen, ob das Material als mehrere EP’s, oder als ein Album erscheinen sollte. Howerdel hat sich schließlich durchgesetzt, es wurde ein Album.

Für „Eat the Elephant“ hat Howerdel eine andere Vorgehensweise beim Stückeschreiben ausprobieren wollen. Deshalb hatte statt er auf der Gitarre diesmal am Klavier komponiert. In mindestens einem Interview deutete Howerdel an, dass ein Auftrag Filmmusik zu schreiben auch gewisse Spuren bei den neuen Songs hinterlassen hatte. Zu der neuen Herangehensweise gehörte wohl auch die wichtige mitbestimmende Rolle des Produzenten Dave Sardy, der einige Stücke einfacher gestaltet haben wollte und an den Arrangements beteiligt war.

So bekommen wir statt etwa den zu erwartenden rockigen Stücke schon von Anfang an mit den ersten beiden Titeln den sphärisch-melancholischen Artrock auf die Ohren, bei dem die Tasteninstrumente eine bestimmende Rolle spielen. Erst in dem etwas rockigeren „The Doomed“ erkenne ich die Stimme von Keenan wieder. Bis dahin hat er vorzugsweise die höheren Töne angestimmt, so dass ich mich kurzzeitig fragte, ob da eine Gastsängerin zugegen ist. Keenan verfügt offenbar über eine enorm variable Stimme und ist zudem noch Meister des mehrstimmigen Gesangs.

Nach den Progmetal-Einflüssen in „The Doomed“ widmet man sich in „So Long…“ verstärkt dem poppigen Alternative Rock. „Talk Talk“ möchte ich als Post-Metal, soll heißen eine Verschmelzung von Metal und Postrock einordnen. In „By and down the River“ setzt man vorwiegend auf atmosphärischen Artrock, während „Delicious“ eine eher bodenständige Version des Artrock bietet. Nach dem melancholischen Instrumental „DLB“ gibt es mit „Hourglass“ etwas, was ich als Industrial-Pop-Post-Rock bezeichnen möchte. „Feathers“ halte ich für gelungenen Postrock mit melodischem Gesang. Das ungewohnt experimentelle „Get the Lead out“ regt schon wieder dazu an, neue Stilbezeichnungen zu erfinden. In diesem Fall möchte ich progressiven Elektronik-Rock ohne eine herkömmliche Songstruktur als Bezeichnung vorschlagen.

Statt wie gewohnt eine etwas kompaktere, melodischere Ausgabe von Tool, präsentiert „Eat the Elephant“ eine facettenreiche, kreative und gleichzeitig poppigere Musik, die nur noch selten an die älteren Stücke von A Perfect Circle erinnert. Einiges darauf dürfte den Freunden des melodischen Alternative Prog gefallen, falls man sich auf so eine Bezeichnung bei Gruppen wie The Pineapple Thief oder Anathema einigen könnte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.6.2018
Letzte Änderung: 4.6.2018
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Mer de Noms 8.00 2

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