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Lukas Tower Band

Age Of Gold

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Folk; Jazzrock / Fusion; Melodic Rock / AOR; Worldmusic / Ethno
Label: Transformer Records
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Angela Maier Gesang
Wolfgang Fastenmeier Gitarre, Percussion
Fredy Orendt Keyboards, Flöte
Luluk Purwanto Violine, Percussion, Gesang
Timm Bahner Bass
Thomas Willecke Schlagzeug, Percussion

Gastmusiker

Jochen Scheffter Keyboards ("Dawn")
Ursula Wilpert Flöte ("April")

Tracklist

Disc 1
1. Tyger 7:10
2. In The Light Of Thought 6:43
3. Love's Secret 3:06
4. Anzu 4:50
5. The Age Of Gold 6:00
6. Cantigua de Montesquieu 6:51
7. April 4:06
8. Another Dream 8:30
9. Dawn 4:40
10. Ilusiones   (Live, Bonustrack) 8:38
11. Cuckoo's Calling   (Bonustrack) 5:50
Gesamtlaufzeit66:24


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Der Lukas Tower Band scheint es wie vielen Truppen zu gehen, die es nach der Gründung in jungen Jahren (hier: um 1980 herum) bedingt durch eine Art Hobby-Ansatz erst mal nicht zu Konstanz gebracht haben. Viele Jahre später hingegen können die gereiften, erfahrenen und finanziell abgesicherten MusikerInnen hingegen aus dem Vollen schöpfen und - zwar in jahrelanger Kleinarbeit, aber immerhin - endlich in einer gewissen Regelmäßigkeit Platten aufnehmen. "Age Of Gold" nennt sich das mittlerweile dritte Werk der Münchner seit 2004. Ein paar personelle Umbesetzungen gab es gegenüber "Albedo", aber die Instrumentierung ist offenbar gleich geblieben. Immerhin scheint Luluk Purwanto an der Violine derartigen Eindruck zu machen, dass die Band den "Albedo"-Track "Dawn" auf dem Nachfolgealbum (!) neu aufgenommen hat.

Die Kollegen, die sich auf diesen Seiten der Vorgängerwerke angenommen haben, beschreiben den Stil jeweils als von Jazz- und Folk-Elementen durchzogenen Rock, der einige Retro-Charakteristiken ausweist. Das lässt sich zu "Age Of Gold" ebenfalls feststellen. Immer wieder mal gibt es kräftig rockende Riffs, wobei die Rhythmik hierzu üblicherweise aber ziemlich groovig ausgefallen ist - was sogar soweit geht, dass beispielsweise der Refrain des eröffnenden "Tyger" beinahe Reggae-artig klingt. Eigenartigerweise wird dieser Bestandteil in den jazzigeren Momentenn der Stücke ganz anders gehandhabt: Zwar gibt es zu den hinlänglich bekannten Blue-Note-Harmonien (die üblicherweise mit Tasteninstrumenten beschworen werden) auch mal einen entspannten Lounge-Rhythmus (in "Love's Secret", allerdings ohne Besen), viel häufiger aber geradezu maschinell geradlinige Beats mit Verwandtschaft zum Funk. Das geschieht beispielsweise in "In The Light Of Thought", "Anzu" oder Passagen von "Another Dream".

Den Folk-Anteil präsentiert die Lukas Tower Band auf "Age Of Gold" hingegen in eher segregierter Form eigener davon geprägter Stücke. Das natürlich auf Französisch gesungene "Cantigua de Montesquieu" und das folgende "April" sind solche Fälle, die auf beschwingte Rhythmik und gemeinsame Aktionen von A-Gitarre und Flöte setzen und sich - vor allem im Gegensatz zum eher kühlen Jazz - ganz gut machen. Trotzdem gibt's auch interessantere Crossover-Momente, beispielsweise im schon erwähnten "Love's Secret", denn Jazz ist mit dieser Instrumentierung noch eine ganz ungewohnte Angelegenheit. Im ebenfalls benannten "Cantigua de Montesquieu" wiederum rückt in der zweiten Strophe dank der Orgelbegleitung der groovige Rhythmus in die Nähe von Eloys "Poseidon's Creation". Und wo ich schon bei der Benennung prominenter Bands bin: Die lockeren, teils melodisch führenden Gitarren lassen beispielsweise in "Tyger" gelegentlich an Focus denken, das kratzige Hauptriff von "Anzu" erinnert sehr an "Aqualung", und in "Another Dream" wird in einem Break mit dem Bass recht prominent (i.e. unüberhörbar) ein solches aus Gentle Giants "Experience" zitiert.

Nun liegen hiermit einige Dinge auf dem Tisch, die den Stil der Lukas Tower Band beschreiben. Wie sieht's nun mit den Songs aus? Das ist natürlich wieder so eine zwiespältige Sache. Generell lässt sich festhalten, dass recht oft auf traditionelle Abläufe von Strophe, Bridge und Refrain gesetzt wird und damit ein Großteil der Qualität an den Melodien und dem Gesang von Angela Maier hängt. Letzterer ist makellos und recht markant, erstere dagegen treffen nicht immer ins Schwarze. "Tyger" ist sehr griffig, aber "In The Light Of Thought" wirkt ziellos und im krummtaktigen (das Infoschreiben nennt einen 11/8-Takt) Titeltrack wiederholen sich die Melodien zu oft, wohingegen die "Cantigua" frappierenderweise trotzdem einfach nicht langweilig wird. "Another Dream" dagegen nervt mit seiner holprigen, wohl der Tatsache einer Gedichtvertonung geschuldeten Phrasierung.

Instrumental dagegen ist "Age Of Gold" als Ganzes etwas spannender. Das gilt nicht nur für die recht langen, aber meist abwechslungsreichen Solopassagen, in denen die Gesangsmelodien Verarbeitung finden, sondern auch für kurze Einwürfe. So erhält "In The Light Of Thought" beispielsweise durch ein kurzes Solo der Violine vor dem Refrain doch einiges an Schub (leider ohne nachhaltige Wirkung), und in "Anzu" motivieren hauptsächlich derartige Einsätze. Auch in "Another Dream" ist der Mittelteil das große Highlight, und in "April" verblüfft es geradezu, wie der eigentlich ruhige, leicht düstere Charakter dieses Stücks durch polyphone Einwürfe immer wieder aufgemischt wird. "The Age Of Gold" bietet somit also unterm Strich dann doch einiges an Abwechslung - allerdings das eine Ende dieses Spektrums eben von lauen bis leierigen, nur wenig spannenden Passagen markiert, die beinahe isoliert neben den wesentlich interessanteren Abschnitten stehen. Eine echte Durchmischung wäre nur zu begrüßen gewesen.

Anspieltipp(s): Tyger, Cantigua de Montesquieu
Vergleichbar mit: Jethro Tull, Focus, Eloy
Veröffentlicht am: 9.6.2018
Letzte Änderung: 9.6.2018
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lukas Tower Band

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 After Long Years 9.00 1
2010 Albedo 8.50 2

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