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Hillsphere

Florescence

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; New Artrock; Postrock; Progmetal
Label: Layered Reality Productions
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tim Beimer vocals
Elias Mayer guitar, keyboards, vocals
Robin Waij guitar
Kevin van der Reinst bass
Wouter Macare drums

Tracklist

Disc 1
1. Florescence (Instrumental) 1:01
2. The Breeding of Us (Instrumental) 6:19
3. Home (Instrumental) 1:51
4. Our Physical Way of Speaking 5:02
5. Aquarius 4:29
6. Ghost of You 10:27
7. Mind at Rest 11:03
8. Clairvoyance (Instrumental) 9:07
Gesamtlaufzeit49:19


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Holländisch! Instrumentaal (jedenfalls teilweise)! Das Nichtinstrumentale natürlich mit englischen Texten. Das passt! Und es geht runter wie das gute Hopjes-Vla. Das löffelten wir immer schon direkt hinter der Grenze bei De Poppe. Eimerweise. Die Grenze war noch eine richtige Grenze mit eifrigen grünen Zollmännchen und furchteinflößend hartnäckigen Drogensuchhunden. Davon kann jeder ein Lied singen, der mit etwas, sagen wir, Gepäck aus Amsterdam zurückkehrte.

Hillsphere gehen runter wie Vla, haben aber mehr Biss, ähnlich wie Drogenhunde.
Die fünf jungen Musiker, die mit ihren Lynyrd-Skynyrd-Gedächtnisfrisuren etwa so aussehen wie ältere Semester von Progfans vor der Erfindung des Vokuhilas, haben mit "Florescence" (hat nix mit Fluoreszenz zu tun, eher mit „Blütezeit“) ein sehr beachtenswertes Debut vorgelegt. Und ein inhaltliches Konzept ist auch vorhanden: Poetische Beschreibung der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenendasein; viele sprechen in dem Zusammenhang nostalgisch von „der besten Zeit ihres Lebens“. Wer jetzt denkt, die spielen hier 49 Minuten lang Retro, ist auf dem Holzweg. Ne, moderner Progmetal ist das, der einerseits geraderaus nach vorne abgeht, sich andererseits Zeit für nachdenkliche Momente nimmt. Na ja, gut, kein reiner Progmetal - das Quintett aus der Grachtenstadt bewegt sich irgendwo im Dreiländereck zwischen Postrock, Progmetal und New Art Rock - sie selbst ordnen sich unter „post-progressive“ ein und greifen mit zwei Leadgitarren an.

Die Holländer haben mit ihrem Debut zeitgleich eine unverwechselbare Wortmarke auf Basis einer Ellipse geschaffen (oder schaffen lassen). So ein Motiv kann man sich auch gut stechen lassen. Auf die Musik lässt das Logo nicht unbedingt schließen - nicht so, wie in einigen Fällen, bei denen man anhand der gewalttätigen Typografie sofort auf den expliziten Inhalt schließen kann. Hillsphere´s Progmetal ist jedenfalls gemäßigt, es wird selten geschrien, nicht gesquealt und auch nicht gegrowlt. Die Musiker lassen an vielen Stellen ihre Vorliebe für atmosphärische Klanglandschaften in einen härteren Rock-Kontext einfließen; einige Stücke bestehen aus diesen Klanglandschaften (Florescence, Aquarius, Home als zweiter Shorttrack, der wie eine Fortsetzung von Florescence anmutet). Aquarius ist eine Ballade, von gezupften Gitarren und Keyboardteppichen getragen, ein Song für die romantischeren Momente, sofern der Hörer davon Gebrauch machen möchte.

Typisch für Hillsphere-Songs, vor allem für die epischeren (Ghost of You, Mind at Rest), ist ein bedächtiger Beginn, gekennzeichnet durch Gitarrenpicking oder Synth-Flächen oder beides, sanfte und melancholische Vocals in den Strophen. Dann erfolgt unvermittelt ein wüster Ausbruch mit härterem Riffing, Djent-Akkorden (Refrain) und Schlagzeuggewitter, bevor es wieder entspannter und instrumental zur Sache geht, um zum Ende hin an Intensität zuzunehmen. Es bietet sich Platz für das eine oder andere herzhafte Solo (die Truppe setzt sich die Dream-Theater-Kappe auf), um damit in eine Art Klimax zu münden.

Die besten Songs auf "Florescence" sind die, die schnell zum Punkt kommen, bei denen es hart und schnell wird und doch melodisch bleibt, z. B. beim Instrumental The Breeding of Us, oder dem druckvollen Our Physical Way of Speaking (Singleauskopplung). Dichte Klangkaskaden in 6/8 und 4/4 im Wechsel und entfesselter Gesang beherbergen hier eine unterschwellige Aggressivität. Clairvoyance ist ein charaktervoller Vertreter im Midtempobereich mit eindringlichen Leadgitarren und ausdrucksvoller Klavierbegleitung.

Also, mein lieber Stecher! Buitengewoon!
Aber Vorsicht: Für eher obsessive Progger (und die, die´s werden wollen) ist´s zu postrockig, zu gerade, immer noch zu sortiert. Und zu cremig. Wie Vla.

Anspieltipp(s): The Breeding of Us, Our Physical Way of Speaking
Vergleichbar mit: Voyager, Darkwater, Circus Maximus
Veröffentlicht am: 7.6.2018
Letzte Änderung: 7.6.2018
Wertung: 10/15
Spannendes Debut, warten auf mehr

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