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HAGO

HAGO

(Tipp des Monats 7/2018)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Jazz; Jazzrock / Fusion; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nerya Zidon Saxes
Yoel Genin Guitars
Tom Bar Piano/Keys
Guy Bernfeld Bass
Yogev Gabay Drums

Gastmusiker

Yshai Afterman Percussion (Gefilte Kabab, Rain, Shdemati, Tralfamadore)
Inna Dudukina Voice (Shdemati, Aurora)
Parham Haghighi Voice (Shdemati)
Danna Protsenko Voice (Shdemati)
Harshitha Krishnan Voice (Shdemati)
Ron Warburg Trumpet (Tralfamadore)
Vasilis Kostas Lauto (Tralfamadore)
Ilana Kleiman Strings (Tralfamadore)
Merry Ann Genin Strings (Tralfamadore)
Lexi Pelton Strings (Tralfamadore)
Eilon Freeman Strings (Tralfamadore)
Or Hasson Strings (Tralfamadore)
Daniel Markovich String arrangement (Tralfamadore)
Omri Sound design (Past Forward, Dawn of Machine)

Tracklist

Disc 1
1. Past Forward 1:32
2. Ezekiel 1.4 7:40
3. Gefilte Kabab 6:00
4. Ancient Secrets 8:29
5. Rain 1:10
6. Shdemati 5:57
7. Dawn of Machine 3:11
8. Alpha Centauri 4:25
9. Aurora 8:37
10. Clockwork 1:25
11. Antikythera 7:17
12. Tralfamadore 7:59
Gesamtlaufzeit63:42


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Selten wurde ein Progressive-Metal-Fusion-Album mit so wenig Spannung und Vorfreude erwartet wie dieses - und selten hätte ein Album so viel von diesen verdient.

Das Kerntrio der Band ist im Berklee College of Music ausgebildet worden, wo sie HAGO 2014 gründeten. Berklee College of Music? Na, das muss ja gut sein! Einige der besten Bands unseres Genres haben dort ihre Anfänge genommen: Dream Theater kennt jeder, aber auch jüngere Bands wie Bent Knee, An Endless Sporadic oder Native Construct stammen von dort.

Vorhang auf für HAGO und ihr Debütalbum! Die Bostoner Band ist, ganz amerikanisch, "ein Schmelztiegel aus Progressive Metal, Jazz und Nahost-Elementen" - sie selbst nennen ihre Musik "Falafel Djent". Und man könnte es nicht besser beschreiben. Im Kern besteht HAGO aus der in Rock und Jazz üblichen Standardbesetzung: Gitarre, Bass, Keyboards und Schlagzeug, dazu kommt der Saxophonist. Darum herum gruppieren sich Musiker, die weitere Klangfarben einbringen: Ethno-Percussion, Streicher, Trompete, und was HAGO als "Lauto" verzeichnen, vermutlich ist die griechische Laouto gemeint, eine in der griechischen Musik gespielte Langhalslaute.

Berklee College of Music also. Es dürfte nicht überraschen, dass wir es hier mit den perfekten Musikern zu tun haben. Alles sitzt perfekt, jeder weiß, was er tut, und für den nötigen Geilheitsfaktor ist ebenfalls gesorgt: Wie viele ihrer Vorgänger und Zeitgenossen schauen auch HAGO über den genredefinierden Tellerrand hinaus. Wir haben hier also ein professionelles, exquisit und virtuos gespieltes Djent-Album vor uns, geprägt von Sechs-Saiten-Bass, Sieben-Saiten-Gitarre und Gewitterschlagzeug, das jedem Progmetal-Fan ebenso Nackenschmerzen wir zerebrale Orgasmen bereiten dürfte. Eingeflochten werden dann waschechte Jazz-Ausflüge ("Ancient Secrets", "Aurora"), Neoklassik-Piano ("Antikythera") und elektronische Beats ("Dawn of Machine"), die den Gesamtklang des Album bisweilen ein wenig zurücknehmen, oder auch mit großem Effekt in Bereiche jenseits der üblichen Genregrenzen erweitern. Die Highlights aber sind die Falafel-Abschnitte (z. B. in "Gefilte Kabab" oder in "Tralfamadore"). Sie sind es, die das Album aus der mittlerweile groß gewordenen Masse der Djent- und Jazzmetal-Alben herausheben.

Dementsprechend sind es diese Abschnitte, die besonders hervorstechen und die Band individualisieren - aber das Herauspicken von Höhepunkten ist schwer, das Album ist nur so gespickt mit großartigen Momenten. Diese Musik ist virtuos, komplex, episch und schafft eine perfekte Mischung aus all seinen Einflüssen.

Ich höre viel Djent und rezensiere weitaus weniger davon, als ich kenne. Vieles ist hochvirtuos und perfekt - aber oft leider doch sehr gleichförmig. HAGO sticht aus der Menge der Veröffentlichungen weit hervor. Ein großartiges Album - umso mehr, wenn man bedenkt, dass es das Debüt dieser jungen Band ist. Großartige, instensive, komplexe, kreative Scheibe. Großer Tipp!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Djent, Liquid Tension Experiment, Nahost-Prog
Veröffentlicht am: 15.6.2018
Letzte Änderung: 15.6.2018
Wertung: 13/15
Ein Meisterwerk gleich zum Start der Karriere? Abwarten....

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