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The End (NOR/SWE/US)

Svårmod Och Vemod Är Värdesinnen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Jazz; RIO / Avant; sonstiges
Label: RareNoise Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Kjetil Møster Sax
Mats Gustafsson Sax
Sofia Jernberg Vocals
Anders Jana Guitars
Greg Saunier Drums

Tracklist

Disc 1
1. Svårmod 3.51
2. Vemod 3.58
3. Translated Slaughter 14.15
4. Don't Wait 14.58
5. Rich and Poor 0.55
6. Both Sides Out 5.52
Gesamtlaufzeit43:49


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Ist das eigentlich noch „Prog“, was die zwei Sax-Player Kjetil Møster und Mats Gustafsson mit ihrer neuen Combo namens The End da entfesseln, ähm, ich meine, spielen? Die Antwort auf diese brennende Frage würde bei unterschiedlichen Musikfreunden wahrscheinlich sehr unterschiedlich ausfallen. Für mich ist das sozusagen der verlängerte Arm des Avant-Prog, der sich teilweise auch im Bereich der Jazz-Avantgarde austobt.

Sowohl Freunde als auch Feinde des Jazz-Avant-Prog können sich mühelos vorstellen, was es bedeuten kann, zwei röhrende Baritonsaxophone in der Besetzung zu haben! Aber diese Möglichkeit wird dann hier doch relativ selten genutzt. Die Herren Møster und Gustafsson widmen sich nämlich auch gerne den elektronischen Effekten, oder den Tenorsaxophonen.

Der Norwege Møster und der Schwede Gustafsson sind in den Jazz-Prog-Szenen ihrer Länder ziemlich bekannte Musiker, die unter anderem schon mit Reflections in Cosmo, Fire!, Fire! Orchestra und Merzbow/Gustafsson/Pandi/Moore gespielt haben.

Für The End haben die beiden noch den norwegischen Gitarristen Anders Hana (unter anderem bei Ultralyd), den in San Francisco lebenden Schlagzeuger Greg Saunier (vor allem bei der Avant-Rock-Truppe Deerhoof tätig) und die aus Äthiopien stammende Sängerin Sofia Jernberg verpflichten können. Diese Besetzung konnte von Anfang an eine derart wilde, düstere und apokalyptische Musik erzeugen, dass der Name The End dann sehr passen erschien. Dementsprechend wurde die erste CD mit „Svårmod Och Vemod Är Värdesinnen“ (zu Deutsch: „dunkle Melancholie und Traurigkeit sind zu schätzende Gefühle) betitelt. Ich höre da mehr Wut, Energie und Aggression, als Melancholie und Traurigkeit, aber vielleicht bezieht sich der Titel mehr auf die ursprünglichen Emotionen, die zu dieser Musik erst geführt haben.

Eine Avant-Noise-Prog-Jazz-Supergroup könnte man The End auch nennen, wenn man es denn unbedingt wollte. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Kommende gibt das Gitarren-Noise-Feedback-Intro zu „Svårmod“. Wenn bald darauf die zwei Baritonsaxophone und das Schlagzeug hinzukommen, bekommt man den Eindruck von den infernalischen Klängen, zu den die Formation fähig ist. Die Saxophone spielen anschließend ein langsames Motiv, während der Gitarrist seinem Instrument selten gehörte – und dabei gar nicht freundlich wirkende – Klänge entlockt. Zu dem möglicherweise durch Bluesrock-artiges beeinflussten Gitarrenthema von "Vernod" singt Sofia Jernberg fernöstlich wirkende Motive, während einer der beiden Saxophonisten für avantgardistischen Elektronik-Kulisse sorgt.

In „Translated Slaughter“ zeigt sich die Sängerin von ihrer experimentellen Seite. Sie spricht, flüstert, haucht, zischt, lamentiert, reklamiert theatralisch, oder singt elfengleich und melodisch. Mal singt sie auch wie von Björk inspiriert. Manchmal präsentiert sie auch eindrucksvoll, was man sonst noch für seltsame Laute der menschlichen Kehle entlocken kann. Währenddessen sorgt die restliche Band für Collage-artige, Ambient-artige, oder auch durchaus apokalyptisch wirkende Untermalung.

Im ersten Teil von „Don’t Wait“ darf die zart wirkende Stimme der Sängerin gegen die zwei röhrenden Saxophone in der von allen Drei unisono dargebotenen Melodie ankämpfen. Darauf folgt ein Bass-lastiger treibender Riff, zu dem Jernberg ihren fast improvisiert wirkenden Sprechgesang wirkungsvoll in Szene setzt, der mitunter von den die frei und wild anmutenden Gesängen, oder von Yoko Ono-artigen Gesangsorgien abgelöst wird. Wenn dazu noch die restliche Band ihren Riff unter verstärktem Einsatz von krummen Rhythmen und unter reichlich eingesetztem Sax-Röhren auseinandernimmt, glaube ich mich langsam im sechsten, oder siebten Avant-Prog-Jazz-Himmel zu befinden.

„Both sides out“ verabschiedet den nervenstarken und musikalisch robusten Musikfreund mit einer diesmal ziemlich kompakt gehaltenen, leicht anarchistisch eingefärbten Avant-Prog-Jazz-Orgie.

Starker Tobak, oder vielleicht nur verdammter Krach, würde mancher sagen. Tja, so sollte erstklassiger Avant-Noise-Jazz-Prog aus Skandinavien (und nicht nur von dort) eben klingen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.6.2018
Letzte Änderung: 2.7.2018
Wertung: 12/15

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