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Yuri Morozov

Strange Angels: Experimental & Electronic Music

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (Aufnahmen aus den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog; Krautrock; RIO / Avant; sonstiges
Label: Buried Treasure Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Yuri Morozov Keyboards, Synthesizer, Tapes, Ring Modulator, Guitars, Bass, Drums, Percussion, Voice

Tracklist

Disc 1
1. Dance with herons 1:22
2. We always triumph 0:52
3. Vague & hard (pt2) 4:59
4. Eastern tertaptih 2:33
5. Inexplicable (pt4) 3:23
6. Violet vibrations 3:56
7. Machine dancing 3:05
8. Avidia 2:26
9. Tayttiria upanishada 2:53
10. Return to Atlantis 3:45
11. Met a traveler at the gates 2:36
12. Sadly all 1:55
13. If there's a life 2:36
14. Algamaguma 3:03
15. Gita Shakti 3:01
16. Blue star wonderer 3:47
17. Veni creator spiritus 0:58
18. Shall come forth the demons 2:06
19. Healings 3:11
20. Ecclisiastes 1,5-9 1:56
21. Revelation 8-3,7-13 3:19
22. The fameless monologue 0:51
23. Ein, zwei 2:45
24. Space net appreciation 1:28
25. Keyboard perversion in flat 1:45
26. Moonlight shadows 4:43
27. Strange angels 1:56
Gesamtlaufzeit71:10


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Yuri Morozov war wohl vornehmlich Toningenieur und Produzent im staatlichen Tonstudio in Petersburg, welches zu Morozovs Lebzeiten aber meist Leningrad hieß. Der 1948 geborene Russe studierte seit dem Jahre 1971 dort Elektrotechnik, und fand dann bald die Anstellung, mit der er bis zu seinem frühen Tod im Jahre 2006 sein Geld verdienen sollte. Nebenbei frönte er aber seiner eigentlichen Leidenschaft, dem Klangbasteln.

Angeblich hat Morozov 46 Alben an Musik produziert, weitestgehend im Alleingang, zuhause in seinem Heimstudio, oder an seinem Arbeitsplatz. Der Großteil davon ist - wenn überhaupt - nur ein kleiner Auflage auf Tonbandkassetten an die musikinterresierte (russische) Öffentlichkeit gelangt. Seit den späten 80ern wurden allerdings einige dieser Werke in Russland auch regulär auf LP oder CD veröffentlicht. Im Westen blieb Morozovs Schaffen dagegen weitestgehend unbekannt.

Im Jahre 2016 erschien allerdings unter dem Titel "Strange Angels: Experimental & Electronic Music" beim kleinen Label Buried Treasure Records eine Kompilation mit elektronisch-experimentellen Stücken Morozovs, die im Zentrum dieser Rezension steht.

Allzu viele Angaben zur Entstehungszeit der Musik sind im Textteil des Digipacks nicht zu finden. Aber, von Labelseite teilt man mit, dass es sich durchweg um Aufnahmen aus den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts handeln soll. Wer die Stücke ausgewählt hat, von welchen Alben sie stammen, und warum sie ausgewählt wurden, erfährt man nicht. Morozov macht hier jedenfalls alles selbst, spielt allerlei Tasteninstrumente, Gitarren, Bass, Schlagzeug und Perkussion, bastelte mit Tonbändern und Effekten, und baute dazu allerlei Elektronisches in den Mix ein. Dazu ist auch seine Stimme zu hören (allerdings kaum singenderweis).

Das Ergebnis ist ... ja, sehr abwechslungsreich, und sehr eigen (oder unvergleichlich). Reine Elektroniknummern wechseln hier mit dadaistischen Klangexperimenten ab, mit Folkig-Seltsamem, Psychedelischem, fast klassischem Prog (man höre z.B. Stück Nummer 8), Jazzig-Rockigem (man lausche Track 12), Kosmisch-Spacigem und freiem Klangbasteln. Oder, es erklingt ein Gemenge aus all diesem; was meist der Fall ist. Elektronisches ist oft vorherrschend in diesen Nummern, allerdings immer solches von eher kurzweiliger und angeschrägter Art.

Eine farbige Sammlung seltsamer Miniaturen (nur ein Stück ist länger als 4 Minuten) ist das Ergebnis, mal Rock, mal Prog, meist aber ein unterhaltsames, klangvolles und dynamisches Gemenge an schrägem Klingen, Wabern, Dröhnen, Schweben, Schrammeln, Wogen, Hupen, Rumoren und Plingen, nicht selten ergänzt um knurrig-brummige, bzw. deklamierend-klagende Vokaleinlagen.

Der Klang des Ganzen ist exzellent, wurde das alles doch von einem Profi unter professionellen Bedingungen aufgenommen. Man könnte bisweilen fast Zweifeln, dass diese Nummern in den 70er-Jahren in Russland entstanden sind. Vermutlich waren es eher die späten 70er. Manches klingt sogar nach den frühen 80ern, ein wenig nach schrägem Synthie-Artpop (man höre z.B. das abschließende Titelstück). Trotzdem hängt der Musik ein gewisses dilettantisch-krautiges (bisweilen fast punkiges), aber sehr sympathisches Flair an. Wer 'Experimental & Electronic Music' mag, der macht hier jedenfalls nicht viel falsch. Mehr davon!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2018
Letzte Änderung: 5.7.2018
Wertung: 12/15

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