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Ryūichi Sakamoto

Thousand Knifes of

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-Reissue 1990, Denon)
Besonderheiten/Stil: instrumental; ArtPop; Elektronische Musik
Label: Better Days
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ryūichi Sakamoto Synthesizers, Keyboards, Piano, Marimba, Sequencer, Vocoder, Syn-Drums

Gastmusiker

Harry Hosono Finger Cymbals
Kazumi Watanabe Guitar
Montoya Hamagushi Syn-Drums, Percussion, Bird Whistles
Yuji Takahashi Piano
Tatsuro Yamashita Castagnettes
Pecker Syn-Drums

Tracklist

Disc 1
1. Thausand knifes 9:34
2. Island of wood 9:51
3. Grasshoppers 5:16
4. Das neue japanische elektronische Volkslied 8:06
5. Plastic bamboo 6:31
6. The end of Asia 6:21
Gesamtlaufzeit45:39


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Ryūichi Sakamoto (geb. 1952 im Tokioter Stadtteil Nakano) kennt man vielleicht als einen der Macher der Synthie-Pop-Pioniere Yellow Magic Orchestra (YMO), als Soundtrackkomponisten (z.B. "Merry Christmas Mr. Lawrence", "Der Letzte Kaiser", "Himmel über der Wüste"), oder wegen seiner Kollaborationen mit Iggy Pop, David Sylvian, David Bowie und David Byrne. Meist bewegte sich die dabei entstandene Musik eher in leichtgewichtigeren oder pop-lastigen Gefilden. Aber, wie sein YMO-Kollege Haruomi Hosono (siehe "Cochin Moon") hat Sakamoto auch eine experimentelle Ader, die er (vor allem zu Beginn seiner Karriere) auf seinen Soloalben auslebt.

Nachdem er sich bis in die frühen und mittleren 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts eher im Jazz aufgehalten hatte, wandte sich Sakamoto Mitte des Jahrzehnts elektronischen Klängen zu. Solche bestimmen daher auch die auf seinem Albumdebüt, dem 1978 erschienenen "Thousand Knives of", zu hörende Musik.

Sakamoto bedient hier eine ganze Ladung von elektronischen Klangerzeugern, diverse Synthesizer, Sequenzer und Rhythmusmaschinen. Bisweilen wird er zudem von musikalischen Gästen unterstützt, am prägendsten von Kazumi Watanabe an der E-Gitarre. Das klangliche Ergebnis ist ein ziemlich abwechslungsreiches, stilistisch nicht klar festlegbares Album irgendwo im Grenzgebiet von Elektronik und Art-Pop. Die eher langen Spielzeiten der Nummern deuten aber schon an, dass hier keine simplen Synthie-Pop-Nummern aus den Boxen hüpfen. Sakamoto probiert einiges aus, und bastelt durchaus komplexe Klanggemenge zusammen, auch wenn diese oft mit eher simplen Rhythmen und eingängigen Melodien versehen wurden.

Ein ausladendes "Solo" am Vocoder leitet das lange Titelstück ein, das dann munter, mit allerlei elektronischer Perkussion, aber auch einem langen, durchaus expressiven E-Gitarrensolo versehen, voran gleitet. Daran schließt sich "Island of woods" an, eine formlos-impressionistische Elektroniknummer, die die im Titel genannte Insel in Klang setzt. Wasserartiges, Wind, Waldesrauschen, exotische Vogelstimmen und diverses durchs Unterholz wuselnde Getier sind da elektronisch nachgezeichnet, recht frei und wirr dahin wabernd, bisweilen mit lyrisch-entspannten, auf- und abgleitenden Synthesizermustern versehen.

"Grasshoppers" ist dann eine von Sakamotos Piano bestimmte Nummer, in die diverses elektronisches Blubbern, Fiepen und Hallen eingewoben wurde, die zuerst ein wenig an die Elektro-Klassik eines Isco Tomita erinnert, sich dann aber in eher jazzige Gefilde begibt. "Das neue japanische elektronische Volkslied" bietet genau ein solches. Elektronisch verziert und verfremdet, von tanzartigen Computerrhythmen begleitet, kommen hier japanisch-folkige Melodien aus den Boxen. "Plastic Bamboo" könnte dann als Filmmusik für einen japanisch-italienischen Gangsterfilm der späten 70er durchgehen, versehen mit funkigen Rhythmen, getragenen Streicherimitationen, und diversen schräg-fiependen und -piependen Elektoniksounds. Zum Abschluss blubbert es dann wieder elektronisch-japanisch-folkig aus den Boxen.

"Thousand Knives of" ist alles in allem ein ziemlich unterhaltsames Album, welches im Entstehungsjahr durchaus innovative Musik zu bieten hatte, ein einfallsreiches Gemenge aus klassischer Elektronik (sehr gutgelaunter, farbiger und unkosmischer solcher) und einem lockeren, japanisch-folkigen Art-Pop, das aufgrund der aufwendigen Instrumentierung und der vielfältigen Klangfarben sehr abwechslungsreich und unseicht daher kommt. Allzu weit weg sind da die späten Kraftwerk, die Solowerke von Holger Czukay, oder die eine oder andere Nummer Brian Enos nicht. Ein kleiner (vielleicht auch ein größerer) Japan-Klassiker ist das Album sicher.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.7.2018
Letzte Änderung: 11.8.2018
Wertung: 11/15

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