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Sankt Otten

Zwischen Demut und Disco

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Denovali Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stephan Otten Schlagzeug, Programming, Synthesizer
Oliver Klemm Gitarre, Synthesizer

Gastmusiker

Jaki Liebezeit Schlagzeug (6)

Tracklist

Disc 1
1. Das endgültige Scheitern der Melancholie 6:50
2. Der Kaffee spricht zu mir 6:45
3. Einmal große Ernüchterung bitte 3:43
4. Zwischen Demut und Disco 12:00
5. Die Ballade vom salonfähigen Zynismus 6:00
6. Wir sind die Guten   (feat. Jaki Liebezeit) 4:11
7. Ich habe mit der Welt noch ein Hühnchen zu rupfen 4:01
8. Ein bisschen Mitschuld bringt dich nicht gleich um 5:08
9. Der Abend ist gelaufen 14:25
Gesamtlaufzeit63:03


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Gut zwei Jahre nach seiner Zusammenarbeit mit dem Noise-Gitarristen Hellmut Neidhardt (kurz „N“) brachte das Duo aus Stefan Otten und Oliver Klemm Mitte 2018 sein neues Album mit dem schönen Titel Zwischen Demut und Disco heraus. In neun Stücken begeben sie sich darauf auf einen wahren Nostalgietrip durch die deutsche elektronische Musik der 70er Jahre, lassen sich von unterschiedlichsten Vertretern der Düsseldorfer und Berliner Schule inspirieren, und schaffen es dabei wieder einmal, daraus ein nicht einfach nur retro klingendes Werk zu fabrizieren.

In den - wieder komplett instrumentalen und mit skurrilen Titeln versehenen - Stücken zeigt sich immer wieder der Einfluss von Kraftwerk, wobei man bei Sachen wie Einmal große Ernüchterung bitte schon von einer Hommage sprechen kann - man wartet geradezu darauf, dass die vertraute Vocoderstimme einsetzt, so sehr eifert man hier den Düsseldorfern anno Mensch-Maschine nach.

Aber auch andere Düsseldorfer Bands und Musiker wie das legendäre Duo Neu!, La Düsseldorf oder Wolfgang Riechmann (dessen Todestag sich im Erscheinungsjahr dieses Albums zum vierzigsten Male jährt) haben in der Musik der Osnabrücker deutliche Spuren hinterlassen; La Düsseldorf etwa hört man deutlich im einleitenden Das endgültige Scheitern der Melancholie heraus, Neu! haben ihre Spuren speziell in den häufig monoton treibenden Rhythmen hinterlassen, die einem Klaus Dinger alle Ehre gemacht hätten. Dazu passt, dass hier auf einem Stück der ehemalige Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit gastiert, der ebenfalls gerne ausgiebig in Monotonie schwelgte. Für den Anfang 2017 verstorbenen Liebezeit dürfte dies eine seiner letzten Aufnahmen gewesen sein.

Von den Berliner Elektronikern hat man sich in der Ballade vom salonfähigen Zynismus inspirieren lassen, das mit Sequenzen und elegischen Klangbögen deutlich an klassische Werke von Tangerine Dream erinnert. Dagegen weist das rhythmusfreie Ein bisschen Mitschuld bringt dich nicht gleich um in ganz frühe Zeiten deutscher Elektronik zurück, bevor Schulze & Co den Sequenzer anwarfen.

Nun könnte man bei so viel Inspiration auf die Idee kommen, Sankt Otten präsentierten sich hier als reine Klonband; dem ist jedoch keinesfalls so. Vielmehr haben sie die Kompositionstechniken der alten deutschen Elektroniker quasi herausdestilliert und im Geiste dieser Musiker Neues geschaffen. Auch indem sie die Stile unterschiedlicher Bands oder Musiker in ein und demselben Stück kombinieren. Schöne Scheibe! Reinhörmöglichkeit auf Bandcamp.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2018
Letzte Änderung: 4.8.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sankt Otten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Eine kleine Traurigkeit 8.00 1
2006 Wir können ja Freunde bleiben 11.00 1
2007 Wunden gibt es immer wieder 10.00 1
2010 Morgen wieder lustig 7.00 1
2011 Gottes Synthesizer 9.00 1
2012 Sequencer Liebe 10.00 1
2013 Messias Maschine 10.00 1
2015 Engtanz Depression 12.00 1
2016 Männerfreundschaften und Metaphysik 11.00 1

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