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Thunkfish

Renegades

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion
Label: Thunkfish
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tom Pickles Saxophone, Flöte, Klavier
Charles Dearness Trompete
Jed Potts Gitarren
Tom Wilkinson Bass
Richard Kass Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. //erutparicolev// 00:24
2. Hipsterminate 06:31
3. Renegades of Pthronk 04:43
4. //haggi// 01:31
5. Militant Wasp Faction 07:18
6. Haggis Pizza 01:44
7. Facewreck 05:26
8. //ipste// 00:47
9. Velocirapture 05:14
10. //requiem for pthronk// 01:26
Gesamtlaufzeit35:04


Rezensionen


Von: Charly Heidenreich @ (Rezension 1 von 2)


„Pthronk“ nennen sie ihre Musik und glauben, mit dieser Verballhornung der miteinander vermischten Begriffe Prog, Thrashjazz und Funk ein neues Genre aufgemacht zu haben. Kann natürlich passieren, wenn man ganz endemisch auf der britischen Insel, noch dazu in Irland, beheimatet ist, daß man musikalische Strömungen, die eh mehr oder weniger im Untergrund entstehen (und dort auch meist bleiben), nicht so recht mitbekommt. Und andersrum wird natürlich auch ein Schuh draus: das Vereinigte Königreich schickt zwar immer wieder mal sowohl die altbekannten Vertreter als auch hoffnungsvolle Epigonen des in symphonischem Wohlklang erstarrten „Neoprogs“ auf den Kontinent, aber über Entwicklungen außerhalb der gängigen Szenen kriegt man dort auch fast nichts mit.

So bekannt und bei den Fans beliebt auch die amerikanischen, französischen und italienischen Protagonisten einer zu Beginn des neuen Jahrtausends uns zu Ohren gekommenen hochenergetischen Verschmelzung von Jazzelementen mit Rock, Metal oder gar Punk waren, von einer englischen Ausformung hatte keiner was gehört, bis der sympathische Londoner Fünfer WORLDSERVICE PROJECT mit einem Umweg über Frankreich – wo sie beim selbstgegründeten und organisierten MATCH & FUSE FESTIVAL auftraten - sich unter dem Rubrum „Thrashjazz“ bei den Machern des FREAKSHOW ARTROCK FESTIVALS bewarben, um dortselbst 2016 die Besucher zur begeisterten Ersteigung ihrer Sitzgelegenheiten zu veranlassen.

Und nun gibt es also eine weitere, noch deutlich weiter vom Kontinent entfernte Combo, die sich mit ihrem leider etwas kurz (aber dafür sehr knackig) geratenen Debutalbum für das Würzburger Festival empfiehlt: Thunkfish treten ebenfalls als Fünfer mit zwei Bläsern an, allerdings gibt es bei ihnen statt der hyperaktiven Tastenakrobatik die metallische Härte von Gitarren, deren Bearbeiter vielleicht auch noch gar nichts von Trendschlagwörtern wie Djent gehört hat, aber die entsprechenden Techniken wie selbstverständlich in die gelungenen Kompositionen seines Saxophonkollegen und Bandchefs Tom Pickles integriert.

Die als „Interludes“ eigentlich gar nicht nötigen kurzen Samples von 50er-Jahre-Science-Fiction-Hörspielen sollen dem Hörer wohl Verschnaufpausen vor dem nächsten wuchtigen „sonic onslaught“ der Jungs verschaffen, die die geneigte und entsprechend vorgebildete Klientel natürlich gar nicht braucht.

Mitreißend krummtaktige Unisonopassagen von Trompete, Saxophon und Gitarre werden immer wieder geschickt und songdienlich in relativ straighte Funkrhythmen übergeleitet, bevor es wieder recht metallisch wird.

Anscheinend werden die Jungs wohl tatsächlich als Beispiel für „young irish jazz“ dort von Jazzfestival zu Jazzfestival durchgereicht, wo sie vielleicht ähnlich brachial die Säle leerspielen wie seinerzeit ihre deutschen „Brüder im Geiste“ PANZERBALLETT.

Anspieltipp(s): Hipsterminate, Velocirapture
Vergleichbar mit: Worldservice Project, Panzerballett, Afroskull
Veröffentlicht am: 12.8.2018
Letzte Änderung: 12.8.2018
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Thunkfish nennt sich ein Quintett aus dem schottischen Edinburgh, das sich dem mittlerweile auch nicht mehr ganz neuen Genre des „lungcore“ verschrieben hat, also der Kombination metallischer Gitarren mit jazzigen Bläsern. Die Bläserfraktion ist bei den Schotten gleich doppelt besetzt mit Saxophon und Trompete. Saxophonist Tom Pickles, der gelegentlich auch an Flöte oder Klavier zu hören ist, ist auch Komponist aller Stücke des Mitte 2017 erschienenen Debütalbums Renegades.

Musikalisch bieten die Fünf alles, was der Liebhaber kantig-komplexer Klänge begehrt: kernige Gitarrenriffs, kräftiges Gebläse, das alles gerne in krummen Rhythmen und voller Saft und Kraft. Wie eingangs bereits erwähnt, so richtig neu ist diese Musik nicht mehr; die Münchner Panzerballett oder auch die Jerseyband aus den USA machen vergleichbare Musik, und auch beim New Yorker Label Tzadik findet man ähnliche Bands, speziell in der Reihe „Spotlight“. Für den Kenner bietet Renegades somit zwar keine großen Überraschungen, aber dennoch ein vergnügliches Hörerlebnis, zumal das Ganze tadellos gemacht ist. Originell sind dabei die immer wieder eingestreuten Schnipsel aus Science-Fiction-Hörspielen. Abgesehen von diesen ist die Musik instrumental.

Statt „lungcore“ benutzen Thunkfish für ihre Musik den viel schöneren Begriff „Pthronk“, der irgendwie aus Jazz, Punk, Thrash, Prog und Funk zusammengesetzt ist. Könnte man glatt als neue Stilart auf diesen Seiten einführen. Als Appetitanreger für das Album gibt es ein offizielles Video zu Renegades of Pthronk.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2018
Letzte Änderung: 6.10.2018
Wertung: 11/15

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