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Gryphon

ReInvention

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Folk; Klassischer Prog
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Brian "Phoebus" Gulland Bassoon, Bass Crumhorn, Recorders, Harmonium, Gastaps, Vocals
Graeme Taylor Guitars, Vocals
Dave Oberlé Drums, Vocals
Graham Preskett Violin, Mandolin, Keyboards
Andy Findon Flute, Soprano Crumhorn, Soprano Sax, Clarinet
Rory McFarlane Bass

Tracklist

Disc 1
1. Pipe Up Downsland Derry Dell Danko 4:49
2. Rhubarb Crumhorn 5:56
3. A Futuristic Auntyquarian 5:58
4. Haddocks' Eyes 10:58
5. Hampton Caught 5:12
6. Hospitality At A Price... Anyone For? 3:11
7. Dumbe Dum Chit 3:08
8. Bathsheba 5:37
9. Sailor V 8:37
10. Ashes 3:32
11. The Euphrates Connection 4:43
Gesamtlaufzeit61:41


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Bissl Geschichte.

Gryphon trennten sich 1977 nach der Veröffentlichung ihres fünften und bis dato letzten Albums "Treason". Richard Harvey und Jonathan Davie waren dann - unter den Namen Rik Mansworth und John Thomas - Mitglieder der Band The Banned, einer Punkrock-Gruppe, die mit einer Version von "Little Girl" (ursprünglich von The Syndicate of Sound) immerhin einen Hit in England hatte.

Dann: Laaaange Pause.

Im September 2007 kündigten Gryphon auf ihrer Website an, dass sie sich nach einunddreißig Jahren dazu entschlossen hatten, ein neues Album aufzunehmen. Dann gab die Band am 6. Juni 2009 in der Queen Elizabeth Hall in London, zweiunddreißig Jahre nach ihrem letzten Auftritt, ein Reunion-Konzert. Mit dabei: Die vier ursprünglichen Mitglieder Richard Harvey, Brian Gulland, Graeme Taylor und Dave Oberlé, der "Treason"-Basser Jon Davie und ein neues Mitglied, der Multi-Instrumentalist und Komponist Graham Preskett.

Eine Tournee war geplant, wurde aber verschoben. Die Band spielte schließlich im Frühjahr 2015 sechs Konzerte, und weitere im Jahr 2016.

Im Frühjahr 2016 wurde bekannt, dass Richard Harvey die Band verlassen würde. Kurz darauf schlossen sich der Holzbläser Keith Thompson und Bassist Rory McFarlane der Band an. Und nun, 2018, ist das neue Album, "ReInvention", endlich da!

Zunächst mal vorweg alles, was ich daran toll finde.

Gryphon ist ein echtes Urgestein. Neben Gentle Giant die prominenteste Band, die in den frühen Prog Elemente aus Renaissance, Barock und Folk integrierte. Eine echt alte Band, bestehend aus echt alten Männern. Und sie nehmen ein neues Album auf, das, wie Ihr gleich noch lesen werdet, vor Kreativität und Esprit nur so sprüht. Kein Best-of. Kein Live-Album, keine Box, ein neues Album. Alter ist keine Ausrede für schlechte Musik, Alte müssen auch nicht getätschelt werden. Alte haben's drauf.

Gryphon ragen also aus alter, sehr alter Zeit in unsere Gegenwart hinein. Und heute kann man mit Studiotechnik so viel machen, dass ein Musiker kaum noch ein Musiker mehr zu sein braucht. Wer heute Erfolg haben will, kann sich locker hinter den technischen Möglichkeiten des Tonstudios verstecken. Ja, auch wenn's um Prog geht. Gryphon tun das nicht, sie müssen es nicht. Gryphon sind richtige Musiker, sie lassen ihre Instrumente sprechen, und nur die, warum, weil sie es können. Hier erklingt Musik. Nicht Sound, nicht Produktion, nicht Technik. Einfach nur Musik.

Und diese Musik ist Gryphon-Musik, unmissverständlich. Kein Kompromiss mit dem, was die Fans angeblich wollen, verwässertem AOR meinetwegen, 80er-Jahre-Poprock, sowas haben Gryphon eh nie gemacht. Es hat sie nie interessiert.

Als Richard Harvey und Jonathan Davie Punkrock machen wollten, haben sie, ganz konsequent, die Band verlassen, eine neue Band gegründet, und Punkrock gespielt. Ohne den etablierten Namen zu missbrauchen, ohne das Rückgrat einer Band zu verbiegen, bis ihre musikalische Identität nicht mehr erkennbar war. Und so können Gryphon nun zurückkehren und einfach Gryphon sein.

Und Gryphon gibt es nur einmal. Nicht zweimal, nicht dreimal. Da geht es nicht um Geld, oder um kleinliche, kindische Streitereien, oder um große handfeste, die dann darin resultieren, dass es zwei konkurrierende Bands gleichen Namens gibt, die die Fans in ihre lächerlichen Rivalitäten hineinziehen. Gryphon gibt es nur einmal, und es sind die echten, einzig wahren Gryphon.

Schätze, es zeichnet sich wohl schon ab, oder? "ReInvention" ist ein waschechtes Gryphon-Album. Gleich vom ersten Stück an, "Pipe Up Downsland DerryDellDanko" - ja, selbst die augenzwinkernd-wortspielerischen Songtitel haben sie beibehalten. Vor allem aber das Krummhorn, die Flöte, das Fagott, die Einflüsse aus Renaissance und Barock, aus Folk und Rock, den Kontrapunkt und die Polyphonie. Alles wieder da - und es ist, als wären Gryphon nie weg gewesen. Ein sprachliches Klischee, ich weiß, aber hier stimmt es mal, hier ist es so berechtigt wie selten.

Und das Album ist - trotz (oder wegen, wenn's man's halt kann) der Abwesenheit jeglicher technischer Hexerei, besonders breit aufgestellt. Vielleicht liegt es daran, dass von den sechs Musikern vier hier als Komponisten in Erscheinung treten. Das stilistische Spektrum reicht von den typischen, renaissancehaft-polyphonen Gryphon-Stücken über rhythmisch komplexen Folkprog a la "Dumbe Dum Chit" bis hin zu poppigem Boogie in "Rhubarb Crumhorn" und dem schrulligen Zwanziger-Jahre-Stück "Hospitality At A Price... Anyone For?"; von der Schrägballade "Ashes" bis hin zu dem kauzigen, fast schon kammerproggigen "The Euphrates Connection". Auf diesem Album ist vieles vertreten, was der klassische Progfan bei den heutigen Vertretern des Genres so schmerzlich vermisst. Man könnte es zusammenfassen mit dem Wort: Kreativität. Oder es Fantasie, Abenteuerlust nennen. Alles Qualitäten, die man viel zu selten hört, die verlorengehen, sobald man zu sehr auf eine Zielgruppe schielt.

Aber tun das Gryphon nicht auch, indem sie Gryphon-Musik spielen? Nun, ich denke nicht. Denn welche Musik sollten Gryphon sonst machen? Wenn sie Punkrock spielen wollten, könnten sie sich ja schließlich The Banned nennen und Punkrock spielen. Wer kennt Gryphon heute schon noch!

Wir! Und deshalb legen wir Euch dieses ganz wunderbare Album, diese ganz wunderbare Band überhaupt sehr ans Herz. "ReInvention" ist ein großartiges Album, ein echtes Gryphon-Album, und für mich ganz persönlich ein heißer Kandidat für den Titel "Album des Jahres"!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.8.2018
Letzte Änderung: 24.8.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gryphon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Gryphon 11.00 1
1973 Midnight Mushrumps 12.00 1
1974 Red Queen To Gryphon Three 11.00 1
1975 Raindance 11.00 1
1977 Treason 9.50 2
2002 About As Curious As It Can Be 11.00 2
2003 Glastonbury Carol - 1
2004 Crossing The Styles - The Transatlantic Anthology - 1
2018 Raindances - The Transatlantic Recordings 1973-1975 11.00 1

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