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The Dalton Correction

Beware Of Yarara

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Blues; Krautrock; Psychedelic; RetroProg
Label: Possible Records
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Al Dalton Gitarre, Gesang
Ernie Dalton Gitarre, Gesang
Marc Dalton Bass, Gitarre, Gesang
Gus Dalton Schlagzeug, Orgel, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Traicion 3:21
2. Vertiginosa 5:08
3. El Parque 4:12
4. Venganza 5:40
5. Yarara 3:46
6. Tregua 3:57
7. Quiero Ser Una Luciernaga 3:23
8. Jacqueline 4:07
9. Armeria 1:51
Gesamtlaufzeit35:25


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Ziemlich kryptisch gebärdet sich das argentinische Quartett The Dalton Correction auf seinem Debütalbum "Beware Of Yarara": Sämtliche Musiker (und auch einige der übrigen in den Produktionsprozess involvierten Personen) geben sich als Angehörige des Dalton-Clans aus. Immerhin: Der Name des Albums verweist auf die Halbmond-Lanzenotter, eine in Südamerika heimische Giftschlange. Und Schlangen wiederum gehören offenbar zu den im Rock-Kosmos gern gesehenen Tieren. Das umfasst nicht nur Styx' "The Serpent Is Rising"-Album, Jethro Tulls "The Rattlesnake Trail" oder Alice Coopers Bühnenshows, sondern prominenter noch den Southern Rock - siehe "Strikes" von Blackfoot oder das Schaffen von ZZ Top. Derartige Tiere gehören offenbar einfach zur einschlägigen Folklore dazu, und unter diesem Gesichtspunkt lässt sich auch "Beware Of Yarara" betrachten.

Nicht, dass hier Southern Rock gespielt würde, aber einige Elemente sind vorhanden. Das meint vor allem die Gitarren, die in ihren (häufigen) solistischen Einlagen sehr oft ins Western-kompatible Twang-Idiom verfallen. Andererseits ist diese Spielart aber auch nur eine der auf diesem Instrument ausgestellten Stilistiken, denn ebenfalls abgedeckt wird das ganze Spektrum zwischen trockenem Fuzz und schmatziger Wah-Wah-Verzerrung plus gelegentlicher Tremolo-Einlagen. Das Fundament dazu bilden lockere, groovige Rhyhtmik und sich wiederholende Harmoniefolgen, die relativ bald hypnotisch werden; ansonsten gehört die Aufmerksamkeit eben hauptsächlich den Gitarren. Ganz selten kommt noch eine Orgel ins Spiel (beispielsweise in "Venganza"), die allerdings im Klangbild weniger auffällt, weil damit zumeist flächige Sounds erzeugt werden und die perkussiven Einsätze der Saiteninstrumente die Tastenanschläge regelrecht überdecken. In langsameren Momenten jedoch, beispielsweise in "Vertiginosa" oder in "Jacqueline", wird die Musik tatsächlich bluesig.

Gesang gibt es gelegentlich auch, das aber in unterschiedlicher Form. So werden in "Traicion" nur gelegentlich einzelne Wörter skandiert, und erst am Ende gibt es mal so eine Art Ruf-und-Antwort mit etwas schrägem Chor bei letzterem. "El Parque" dagegen stellt sich expressiver dar, in "Quiere Ser Una Luciermaga" geht der Chor rhythmisch Hand in Hand mit den Riffs (und trägt damit zum merkwürdigen Hau-Ruck-Rhythmus dieser Nummer bei) und "Jacqueline" wiederum verlässt sich vollends auf Sprechgesang. So gesehen fällt der vokale Anteil von "Beware Of Yarara" eher unbestimmt und experimentell aus. Was ansonsten wohl ohnehin ein Charakteristikum des Albums wäre: Angesichts der lockeren, einförmigen Begleitung und der Konzentration auf die Gitarren liegt es nahe, hier wieder ein Jam-Album zu vermuten, und angesichts der teilweise vorhandenen Monotonie überwiegen hier leider die nachteiligeren Aspekte dieser Kategorie.

Trotzdem gibt es einige nette Momente, in denen dieses Schema aufgebrochen wird: So schiebt "Traicion" zweimal schnellere, geradlinigere Passagen ein, in denen die Mischung aus hypnotischer Rhythmik, lockeren Gitarren und etwas Härte entfernt an Krautrock erinnert. Auch "El Parque" wirft gelegentlich etwas Druck ein und schafft so einen schönen Kontrast zwischen dem genannten Gesang und instrumentaler Arbeit, und dass die Gitarre hier tatsächlich den gesamten genannten Klangraum überstreckt, lenkt ein wenig von der Monotonie ab. "Yarara" wiederum überrascht mit staubtrockenem Bluesrock-Sound à la - da wären wir dann - ZZ Top einerseits und krummen Takten (4+4+5) andererseits, und "Jacqueline" schließlich streut in seinen schleppenden Blues nicht nur die gängigen kratzigen Einwürfe mit Crimso-artigen Dissonanzen ein, sondern bietet ferner noch Spielereien auf der A-Gitarre und schließlich sogar einen sich alsbald beschleunigenden Boogie-/Hoedown-Part.

Unterm Strich ist "Beware Of Yarara" mit diesen Einsprengseln eine zumindest streckenweise interessante Angelegenheit. Aus dem großen Rest der Substanz dieses Albums - den sich wiederholenden Begleit-Patterns und dem Hang zu ebenso end- wie ziellosen Gitarrensoli in immerhin annehmbaren Retrosounds - kann ich dagegen weniger Reiz herausziehen. In Acht nehmen muss man sich somit also vielleicht vor der Halbmond-Lanzenotter, aber weniger vor diesem Album.

Anspieltipp(s): Yarara, Jacqueline
Vergleichbar mit: einförmigem Kraut-Blues
Veröffentlicht am: 28.9.2018
Letzte Änderung: 28.9.2018
Wertung: 7/15
Ein paar nette Ideen, ansonsten aber größtenteils zu eintönig

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